MyMz
Anzeige

Inklusionssport

Wie blinde Menschen Baseball spielen

Auch nichtsehende Sportler können Baseball spielen. Der FC Inter 09 Regensburg demonstrierte, wie das funktioniert.
von Christl Metzner

Unter der Anleitung von Christian Stache (links) trainieren die sehbehinderten Sportler Baseball. Foto: Metzner
Unter der Anleitung von Christian Stache (links) trainieren die sehbehinderten Sportler Baseball. Foto: Metzner

Regensburg.Die Inklusionssport-Abteilung des FC Inter 09 Regensburg veranstaltete ein Blinden-Baseballspiel am Sportplatz beim Ostentor. Abteilungsleiter Christian Stache ist mit vollem Herzen dabei: „Wir möchten Menschen mit und ohne Einschränkungen zusammenbringen, damit das Thema Inklusion in Zukunft als Selbstverständlichkeit angesehen wird.“ Zusammen mit Hubertus Hagemeyer, Coach der Bavarian Bats aus Freising, berät und trainiert er die Teilnehmer des Blindenbaseballs.

Die Regeln des Baseballspiels an sich sind relativ kompliziert. Ein Pitcher wirft den Ball, der Batter trifft und läuft zur nächsten Base. Kommt er dort an, bevor das andere Team den Ball bekommt, ist er sicher und darf stehen bleiben und auf den nächsten Schlag seiner Mannschaft warten. Schafft er es einmal rundherum, erhält das Team einen Punkt. Wie sollte das funktionieren, wenn man blind ist und den Ball somit nicht sehen kann?

Fünf nichtsehende Feldspieler im Alter zwischen 25 und 45 Jahren treten an, gespielt wird mit einem handtellergroßen Ball, der Löcher hat und im Inneren eine Metallkugel. Diese klingt, wenn man den Ball bewegt oder wirft. Damit ist gewährleistet, dass ein nicht sehender Mensch hört und fühlt, wo sich der „Tonball“ gerade befindet.

Kommandos unterstützen

Es ist faszinierend, zu sehen, wie sicher sich die Teilnehmer auf dem Spielfeld bewegen und wie treffsicher der Ball gespielt wird. Ein sehender Spieler steht an der Base und unterstützt die Spieler durch Kommandos, zum Beispiel, dass der Werfer wirft. Christian Stache und Hubertus Hagemeyer dirigieren die Spieler innerhalb des Spielfelds und begleiten mit Stimme und behutsamen Berührungen den Spielablauf.

Bernd Dorer kommt aus Nürnberg. Er ist 28 Jahre alt und arbeitet als Physiotherapeut. Er ist seit 2015 dabei und trainiert mit Freude und Energie. Gabi Eichenseer, ebenfalls aus Nürnberg, kommt seit 2016 regelmäßig zum Training nach Regensburg. „Es ist schon eine Strecke zu fahren, aber mir macht es Spaß und es ist ein super Ausgleich zu meiner Arbeit als Beamtin im Finanzbereich.“ Erst dreimal dabei war Saadet Igsiz. Sie kommt aus Regensburg und arbeitet als Telefonistin. „Ich trainiere in Regensburg oder Freising, um die Schlagtechnik zu erlernen“, meint sie.

Inklusionssport heißt: Jeder kann überall mitmachen, ganz gleich wie alt man ist und ob man eine Behinderung hat oder nicht. Jeder kann den Sport ausprobieren, den man schon immer mal machen wollte. In diesem Sinne möchte Christian Stache den Inklusionssport in Regensburg weiter fördern und hat ein Crowdfunding-Projekt ins Leben gerufen. Hinter diesem Projekt steht der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern.

„Mole-Cup“ im September

Wie bei jedem Sport, so möchten auch die Spieler des Blindenbaseballs an Wettkämpfen teilnehmen. Da in Italien schon seit vielen Jahren Blindenbaseball gespielt wird und auch in Frankreich Teams existieren, gibt es nun eine erste inoffizielle Europameisterschaft am 8. und 9. September – den „Mole-Cup“. Austragungsort ist die Armin-Wolf-Arena in Regensburg. „Das Wort Mole ist Englisch und bedeutet Maulwurf. Da Maulwürfe bekanntlich blind sind, ist dieser Titel sehr passend,“ erklärt Christian Stache. Man möchte diese Sportart in der Öffentlichkeit bekannter machen und hoffe auf zahlreiche Zuschauer.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht