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Hommage

Wie Wigg Bäuml der Donau huldigt

Mit einem zweiteiligen Kunstwerk verleiht er dem nördlichsten Punkt des Flusses in Regensburg besondere Aufmerksamkeit.
Von Daniel Steffen, MZ

Künstler Ludwig „Wigg“ Bäuml hat für den nördlichsten Punkt der Donau ein Kunstwerk entworfen. Das Modell im Maßstab 1:10 befindet sich in seinem Atelier in Kallmünz.
Künstler Ludwig „Wigg“ Bäuml hat für den nördlichsten Punkt der Donau ein Kunstwerk entworfen. Das Modell im Maßstab 1:10 befindet sich in seinem Atelier in Kallmünz. Foto: Steffen

Regensburg.Mit 2857 Kilometern Länge ist die Donau der zweitlängste Fluss Europas. Durch zehn Länder fließt er hindurch, so viele wie kein anderer Fluss der Welt. Dies ist aus Sicht der Stadt allein ist schon Grund genug, dieser Lebensader eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Zumal sich der nördlichste Punkt der Donau im Stadtgebiet von Regensburg befindet.

Im idyllischen Stadtteil Winzer markiert bislang die Statue des Hl. Nikolaus jenen Punkt. Da der Stadtverwaltung vorschwebte, dieser Stelle auch vom gegenüberliegenden (und wesentlich frequentierteren) Flussufer aus die Ehre zu geben, rief sie einen Künstlerwettbewerb ins Leben. Zu der Stufenanlage, die bereits in Bau ist, sollte sich nach dem Wunsch der Planer ein markantes Kunstwerk gesellen. Künstler Ludwig „Wigg“ Bäuml als Kallmünz ging als Sieger aus dem Wettbewerb hervor: Mit seiner „Hommage an den Fluss, an das Leben am Fluss und an die Schifffahrt“ konnte er bei der Jury am meisten überzeugen.

Wenn die Kindheit inspiriert

Was er sich darunter vorstellt, erklärt er unserer Zeitung in seinem Atelier. Dort befindet sich das Modell für das Kunstwerk, das er im Maßstab 1:10 gestaltet hat. „Ich bin froh, dies noch in mein Auto bekommen zu haben“, sagt Bäuml, der jenes Modell für den Wettbewerb einreichen musste. „Im Original ist das Kunstwerk immerhin zehn Meter hoch.“

Dieses Kunstwerk aus Treibholz verhalf ihm zur zündenden Idee. Foto: Steffen
Dieses Kunstwerk aus Treibholz verhalf ihm zur zündenden Idee. Foto: Steffen

Das größere Objekt des zweiteiligen Kunstwerks stellt eine „stilisierte Donauplätte“ dar und ist in seiner Form einem Schiffsbug nachempfunden. Der Bug stehe für die Schifffahrt an der Donau und soll bei seiner Installation auf die St.-Nikolaus-Statue deuten. Das Leben am Fluss indes ist durch ein Baumhaus charakterisiert, das sich oben auf der Konstruktion befindet. „Als Kinder haben wir oft am Weiher gespielt, Baumhäuser und Flöße gebaut. Gewissermaßen setzt sich durch das Kunstwerk die Jugend fort“, sagt Wigg Bäuml. „Für mich persönlich ist es eine Erinnerung an eine schöne Zeit, in der man das Abenteuer gesucht hat.“

Lieber doch nicht nach oben hinauf

Ursprünglich hat er geplant, das rund zwei Meter lange, 1,5 Meter breite und zwei Meter hohe Baumhaus begehbar zu machen. „Das wäre aber ein Sicherheitsproblem gewesen, also habe ich den Gedanken wieder verworfen.“ Alte Fenster und Türplatten nahm er her, um dem Baumhaus einen nostalgischen Charakter zu verleihen.

Die Gesamtkonstruktion steht bei seiner Realisierung auf Stelzen, die aus Corten-Stahl gefertigt werden. „Das Material hat einen rostigen Look, dabei ist es sehr wetterbeständig“, erklärt Bäuml.

Die zündende Idee zu der „stilisierten Donauplätte“ kam ihm, als er ein Modell aus seiner Kunstserie „Boot, Arche, Fähre“ betrachtete. Dies hatte er wie so viele seiner Kunstwerke aus Treibholz gestaltet und diente dank seiner spitz zulaufenden Form als Vorbild für das neue Projekt.

Der zweite Teil des Gesamtkunstwerks widmet sich der Weinanbau -Tradition an den Winzerer Höhen. Demnach entsteht im Bereich der Stufen eine „überdimensionierte Weinlaube“. Das Blätterdach wird aus Aluminium gestaltet und in grüner Farbe lackiert. „Die Laube ist ein Platz zum Verweilen, an dem die Besucher gemütlich Platz nehmen können“, erklärt Bäuml.

Bis das Kunstwerk an seinen Platz kommt, dauert es nur noch eine kleine Weile. Bäuml: „Die Aushubarbeiten für die Sitzstufenanlage haben bereits begonnen. Im Zuge dieser Arbeiten werden auch die Fundamente für das Kunstwerk angefertigt.“ Ist die Treppenanlage fertig, wird vor Ort das Kunstwerk installiert. Laut städtischer Pressestelle sollen die Arbeiten bis November abgeschlossen sein und die Anlage samt Kunstwerk eingeweiht werden. Somit nimmt die Umgestaltung der Schillerwiesen nach zwei Jahren ein feierliches Ende.

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