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Soziales

Winterjacken für Bedürftige fehlen

Die Kleiderkammer des Ökumenischen Helferkreises Regensburg braucht dringend warme Kleidung – für Frauen und Männer.
Von Martina Groh-Schad

Margot Moser-Hanshans (links), Stephanie Dimas und Gerda Stauner vom Ökumenischen Helferkreis warten vor leeren Regalen auf Kleiderspenden. Das Lachen ist ihnen trotzdem nicht vergangen. Foto: Groh-Schad
Margot Moser-Hanshans (links), Stephanie Dimas und Gerda Stauner vom Ökumenischen Helferkreis warten vor leeren Regalen auf Kleiderspenden. Das Lachen ist ihnen trotzdem nicht vergangen. Foto: Groh-Schad

Regensburg.Im Lagerraum des Ökumenischen Helferkreises im Ankerzentrum in der Bajuwarenstraße sind die Regale leer. Dort, wo sich um diese Jahreszeit warme Jacken, Mäntel, dicke Pullover, Socken, Schals und Mützen stapeln sollten, ist gerade nichts zu finden. Seit November 2017 betreibt der Helferkreis die Kleiderkammer direkt in der Einrichtung.

„So wenig Sachen zum Verteilen hatten wir noch nie“, sagt Margot Moser-Hanshans. „Über Flüchtlinge hört und liest man nicht mehr so viel wie vor zwei Jahren. Vielleicht denken viele, dass es keinen Bedarf mehr gibt.“

Lange Schlangen vor der Ausgabe

Doch das Gegenteil sei der Fall. „Wir haben jede Woche bis zu 80 Leute, die uns nach Kleidung fragen“, sagt Stephanie Dimas für die 15 Ehrenamtlichen, die sich in verschiedenen Teams um die Kleiderkammer kümmern. Jeden Freitag von 14 bis 16 Uhr wartet ein Dreiergespann im Lager der Einrichtung auf Besucher, die Kleiderspenden abgeben wollen. Dazu biegt man am Haupteingang links ab und fährt um die Einrichtung herum. Die Ausgabe erfolgt einmal pro Woche auf dem Gelände in einem Container. Asylbewerber dürfen sich monatlich bis zu fünf Teile aussuchen.

Die Kleiderkammer des Strohhalms muss aus seinen Räumen ausziehen. Foto: Groh-Schad
Die Kleiderkammer des Strohhalms muss aus seinen Räumen ausziehen. Foto: Groh-Schad

„Vor allem Männersachen in kleinen Größen brauchen wir dringend“, sagt Gerda Stauner. Winterjacken in allen Größen für Männer, Frauen und Kinder werden ebenso gebraucht wie Mützen, Schals und Handschuhe. Damenkleidung und warme Sachen für Teenager sind knapp. Darüber hinaus suchen die Ehrenamtlichen Rucksäcke, Damentaschen, Schultaschen, Kinderkleidung ab Größe 122, Kinderwagen, Puppen, Spielzeugautos und Kuscheltiere.

Nur wenige Schuhe werden gespendet

„Ein großes Problem sind Schuhe“, sagt Stauner. „Da kommen ganz wenige bei uns an.“ In den vergangenen Wochen konnten die Helfer zwar noch immer Kleidung ausgeben, aber oft haben die Größen nicht mehr gepasst oder Jungen mussten Mädchensachen tragen und umgekehrt. Was genau gebraucht wird, findet man regelmäßig aktualisiert auf der Internetseite des Helferkreises unter www.oekumenischer-helferkreis.de. Die letzte Annahme ist in diesem Jahr am 20. Dezember. Im neuen Jahr starten die Ehrenamtlichen am 10. Januar mit der Annahme.

Auch bei Campus Asyl, die eine Kleiderkammer im Ankerzentrum in der Zeisstraße betreiben, sind Wintersachen für Männer knapp. Den aktuellen Bedarf kann man unter www.campus-asyl.de unter Spenden nachlesen. Die Helfer pausieren vom 24. bis 31. Dezember. Jeden Dienstag von 17 bis 18.30 Uhr kann man Kleidung abgeben.

Grund für die gestiegene Nachfrage ist vermutlich eine Gesetzesänderung, die im Herbst in Kraft trat. Flüchtlinge, die in einem anderen Land zum ersten Mal registriert wurden und dorthin zurückgeschickt werden sollen, bekommen fast gar kein Bargeld mehr und auch keine Gutscheine, um sich Sachen neu zu kaufen. „Diese Menschen fragen nun verstärkt bei uns nach Kleidung“, sagt Stauner vom Ökumenischen Helferkreis.

Hilfe

Regensburger spendeten Schlafsäcke

Obdachlose sollen durch die Caritas-Aktion ein wärmeres Bett im Winter bekommen. Die Schlafsäcke werden ab sofort verteilt.

Auch im Laden des Bayerischen Roten Kreuzes am Hohen Kreuz ist die Nachfrage nach warmer Kleidung groß. „Wintersachen brauchen wir immer“, sagt eine Mitarbeiterin. Die Annahme ist flexibel: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 10 bis 18 Uhr.

CarLa aktuell geschlossen

Die Kleiderkammer der Caritas „CarLa“ ist seit Anfang Oktober geschlossen, weil das Haus renoviert wird. „Ausgerechnet zur kalten Jahreszeit“, bedauert die zuständige Referatsleiterin für soziale Beratung Brigitte Weißmann. Ende Januar soll der Laden an anderer Stelle neu eröffnet werden.

Gut gefüllt ist dagegen die Kleiderkammer von Josef Troidl vom Strohhalm. „Keiner muss bei uns frieren“, sagt er. Allerdings haben seine Helfer gerade eine andere Herausforderung zu stemmen: Die Haus in der Keplerstraße, in dem sich bisher die Kleiderkammer befand, wurde verkauft. „Wir müssen ausziehen“, sagt Troidl. Glücklicherweise konnte der Strohhalm aber gleich in der Nähe, in der Metgebergasse, ein neues Domizil anmieten. „Im Januar ziehen wir um“, sagt Troidl.

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