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Freizeit

Wirte der Arberhütte im Falstaff-Guide

Kaum haben die Dittmars die Hütte übernommen, fällt Goldregen: Falstaff zählt sie zu den 500 besten deutschen Wirtshäusern.
Von Helmut Wanner, MZ

Thomas Dittmar freut sich über die Platzierung im Gourmet-Guide. Foto: Wanner
Thomas Dittmar freut sich über die Platzierung im Gourmet-Guide. Foto: Wanner

Regensburg.Die Falstaff Gourmetkritiker sind normale Wirtshausgeher wie du und ich, die sich durch die Gasthaus- und Restaurantlandschaft Deutschlands essen und hernach im Internet ihre Bewertung abgeben. „Über 25 000 Votings sind dabei eingegangen – bewertet wurden Essen, Service, die Wein- bzw. Getränkekarte sowie das Ambiente“, schreiben die Falstaff-Herausgeber, die auch die Weine von Aldi und Lidl regelmäßig in den Genuss-Adelsstand erheben.

Arberhütte die Perle Reinhausens

Die Arberhütte in der Arberstraße 15 im Stadtnorden hat es als einziges Regensburger Lokal in der Kategorie Gasthaus in diesen Guide geschafft. Falstaff ist im September herausgekommen und seitdem kann man die Arberhütte die Perle Reinhausens nennen. Beschrieben wird sie „als klassisches Wirtshaus mit langen Tischen, ideal, um mit dem Nachbarn ins Gespräch zu kommen“. Gekocht wird „bodenständig bayerisch mit Können und Kreativität“, bescheinigt der Falstaff-Führer.

Der Pluspunkt des Biergartens ist, dass er abseits der Durchgangsstraße im Milieu liegt. Foto: Wanner
Der Pluspunkt des Biergartens ist, dass er abseits der Durchgangsstraße im Milieu liegt. Foto: Wanner

Besonderer Pluspunkt ist der neu eingezäunte Biergarten, der in idyllischer Ruhe fernab der Durchgangsstraßen zu einem Feierabendbier im Milieu einlädt. „An schönen Tagen war der Garten immer voll“, bestätigen die Anwohner.

Niemand weiß, wieviele Stimmen abgegeben wurden. Die Gäste vergaben insgesamt 84 von 100 möglichen Punkten. Das brachte dem Wirtspaar aus Niederbayern erneut eine Gabel ein. Sie haben den guten Ruf importiert. Das Wein- und Gourmetjournal rechnete bereits 2016 und 1017 das vom Pächterpaar Kerstin Schediwy und Thomas Dittmar geführte Gasthaus Fischerwirt in Ilmmünster zu den besten Lokalen Deutschlands. Allerdings hätte sich die Köchin eine zweite Gabel gewünscht. Daran will sie jetzt arbeiten. Wie man hört, ist beim Kartoffelsalat noch Luft nach oben. Die Gäste üben Nachsicht. Die Wirtsleute haben ja erst am 1. Mai begonnen. Und das gleich mit einem Kracher. „Der Laden läuft. Und das von Beginn an“, bestätigen Thomas und Kerstin. Bei der Eröffnung wurde die Küche von der Masse der Menschen überrollt. Am Abend resümierte der Wirt: „500 Essen wurden ausgegeben. Wir hatten mit der Hälfte gerechnet“, sagt Thomas Dittmar. 300 kamen auf einen Schlag um die Mittagszeit. Damals gab es lange Wartezeiten.

Die Neugierde auf die Arberhütte neu war groß. In zwei Jahren feiert die einstmals „rote Siedlung“ ihren 100. Geburtstag. Die Wiederherstellung ihres Herzens war der Siedlung etwas wert. Wie berichtet, hatte die Arbersiedlung richtig Geld in die Hand genommen. Mit einer Generalsanierung wurde das Traditionslokal wieder in das Schmuckkästchen zurückverwandelt, das es von Anfang an war.

Das Attribut „Boazn“, das die berühmte Arberhütte zwischenzeitlich hatte, kann man nicht mehr in den Mund nehmen, wenn man die neuen Räume inspiziert. Alles gediegen und gutbürgerlich. Auch durchaus mit eigenem Stil. Denn mittlerweile hat die Arbersiedlung ihren Maler entdeckt, der seit fast 30 Jahren in ihren Mauern lebt. Robert Pfautsch aus der Rachelstraße hat sich mit dem Verkauf seiner Regensburg-Zeichnungen und seiner neuen Arberhütte in Acryl seinen ersten Thailand-Urlaub mit der Frau finanziert. Der Enkel des Gründers der Siedlung, Konrad Hayder, hat Pfautsch die Türe dazu geöffnet.

Die Vereine des Stadtnordens haben nun wieder eine Schutzhütte. Die Kultur bekommt eine neue Bühne. Die „Insulaner“ spielen ab Ende Oktober vier Wochen lang das dreiaktige Lustspiel „Die Nacht der Nächte“ oder „Leih dir einen Mann“ von Regina Rösch.

Der Maler aus der Siedlung

  • Robert Pfautsch:

    Der Maler hat an keiner Kunstakademie studiert. Das Naturtalent zeichnet in seiner kleinen Wohnung in der Rachelstraße, Arbersiedlung. Jetzt sind 9 Werke in der „Arberhütte“ zu besichtigen. Die Wirte haben sie gekauft.

  • Kopien:

    Der Mann, der einmal bei der Dessous-Firma „Triumph“ an der Irler Höhe als Disponent gearbeitet hatte, zeichnet um sein Leben. Es gibt fast nichts, was der Regensburger in seinem Dachboden-Atelier hinterm Scheubeck nicht kopiert: Den Pointenmaler Carl Spitzweg oder den Impressionisten Paul Cézanne.

  • Beonderes Bild:

    Das Werk, auf das er richtig stolz ist, ist seine Version des letzten Abendmahls von da Vinci. Er gestaltete die drei Quadratmeter große Bleistiftzeichnung als einen bayerischen Dämmerschoppen. Zu diesem Zweck gruppierte der ehemalige Laiendarsteller zwölf bayerische Volksschauspieler um ihren strahlenden Jesus, Michl Lang.

China-Stammtisch tagt jetzt hier

Die Schützen von Diana Reinhausen, der VdK, die Reinhausener Krieger und Soldaten, die Weichser Radibuam, die Fortuna Stockschützen und die OBAG-Senioren freuen sich über perfekte Versammlungsräume, nachdem vor zwei Wochen im ersten Stock noch ein weiterer Festsaal eröffnet wurde. Die Kartler werden nicht ausgeschafft. Und die alten Arbersiedler kommen gerne zum Feierabendbier zusammen.

Welche Ausstrahlung das Lokal hat, zeigt die Tatsache, dass Regensburgs berühmtester Stammtisch über die Donau gewechselt ist. Der vom einstigen Langquaider Disko-König Albert Krausnecker ins Leben gerufene Prominenten-Stammtisch hat den Leeren Beutel verlassen und tagt nun an jedem ersten Mittwoch im Monat in der Arberhütte. Das nächste Mal am 4. Oktober, 19 Uhr.

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