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Wo in Zinzendorf das Wasser sprudelt

Morgen Tag der offenen Tür im Wasserhäusl / Vier Generationen von Wasserleitungen

  • Schwesinger: Morgen dürfen die Bürger sehen, wo das Wasser sprudelt.
  • Diese historische Aufnahme vom Wasserleitungsbau in Zinzendorf im Jahr 1909 hängt im Wasserhäusl. Besucher können sie morgen sehen.
  • Vier Generationen von Wasserleitungen präsentiert Richard Schwesinger (von rechts): Wasserleitungen mit Muffen aus Holz, Gusseisen, Asbest und PVC. Fotos: E. Weiß

Von Engelbert Weiss, MZ

WÖRTH/ZINZENDORF. Der 203 Einwohner zählende Ortsteil Zinzendorf der Stadt Wörth kann den Wasserverbrauch seiner Bürger fast vollständig aus eigenen Quellen speisen. Wo das Quellwasser sprudelt, das dürfen Interessenten aus dem Ortsteil und auch aus Nachbarorten morgen beim Tag der offenen Tür im Wasserhäusl erstmals sehen.

Zur Geschichte der Wasserleitungen in Zinzendorf hat Richard Schwesinger sogar noch aus dem 19. Jahrhundert Informationen parat, die er am Sonntag, von 14 bis 18 Uhr zum Tag der offenen Tür beim Wasserhäusl präsentieren möchte. Als Nachfolger von Alfons Prommersberger ist Schwesinger Vorsitzender des Zinzendorfer Quellwasservereins. Dieser gemeinnützige Verein wurde 1980 gegründet. Er hatte sich die Erhaltung der dorfeigenen Wasserversorgung zur Aufgabe gemacht.

Schwesinger arbeitet seit längerem an einer Chronik zur Wasserversorgung in Zinzendorf. Viele Seiten handschriftliche Aufzeichnungen hat er bereits zusammengestellt. Bis die Chronik fertig ist, „das dauert noch, das ist eine größere Sache“, erzählt er im Gespräch mit dem Wörther Anzeiger der MZ.

Alte Rohre sichergestellt

Bei den Bauarbeiten zur Erneuerung der Wasserleitungen im Dorf und beim Kanalbau im vergangenen Jahr hat Schwesinger immer die Augen offen und nach alten Leitungen Ausschau gehalten. So kann er morgen zum Tag der offenen Tür auch etwas ganz Besonderes präsentieren: Vier Generationen von Wasserleitungen, die in Zinzendorf zur Versorgung der Bürger im Einsatz waren oder sind: Die erste Wasserleitung aus Holz, die zweite aus Gusseisen, die dritte aus Asbestmaterial und die vierte, die jetzt eingebaut ist, aus Kunststoff (PVC).

Vor 1909 gab es in Zinzendorf schon Wasserleitungen aus Holz, weiß Schwesinger. Dann wurden Gussrohre eingebaut. Ab 1960 wurden diese durch Asbestleitungen ersetzt. 1996/97 wurden die Asbestleitungen von den sechs Quellen im Kruckenfelder Wald bis zum Wasserhäusl durch Kunststoffrohre ersetzt. Und 2006 wurde mit dem Kanalbau die gesamte Wasserleitung im Dorf erneuert: Rund 14000 Kubikmeter Wasser jedes Jahr laufen jetzt nicht mehr in Asbest-, sondern in Kunststoffrohren in die Haushalte.

Infos, Kaffee und Kuchen

Zum Infotag morgen hat Schwesinger auch Schautafeln vorbereitet. Für das leibliche Wohl sorgt der Quellwasserverein mit Kuchen, Kaffee und anderen Getränken. Schwesinger wünscht sich, dass jeder Haushalt Mitglied des Quellwasservereins wird: „Jahresbeitrag zehn Euro.“

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