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Politik

Wohin marschiert die Region Regensburg?

Der neue OB und die neue Landrätin wollen viele Ziele zusammen erreichen. Mehr darüber verraten sie am Mittwochabend. Die MZ überträgt live.
Von Claudia Böken, MZ

  • Das Landkreis-Gymnasium in Lappersdorf ist eines der wegweisenden gemeinsamen Schulprojekte.Foto: Hajo Dietz
  • Der Bahnhof Etterzhausen – im Umfeld derartiger Bahnhaltepunkte in und um Regensburg könnten Wohngebiete mit Zug-Anbindung nach Regensburg entstehen.Foto: Archiv
  • Landrätin Tanja Schweiger bei einem ersten Treffen mit OB Joachim Wolbergs Foto: MZ-Archiv

Regensburg.„Stadt und Land – Hand in Hand“. Diesen altbekannten Slogan wollen Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) und Landrätin Tanja Schweiger (FW) mit neuem Leben erfüllen. Gemeinsame Strategien haben die beiden in den knapp sechs Wochen seit ihrem Amtsantritt noch nicht entwickeln können. Einige ihrer Vorstellungen, wo man gemeinsam noch stärker werden kann, werden die beiden heute beim „Gipfeltreffen“ vor laufenden Kameras schildern. In der Reihe „Stadtgespräch“ von TVA und Mittelbayerischer Zeitung werden die beiden am Mittwoch ab 20 Uhr in einer Live-Übertragung auf www.mittelbayerische.de zu sehen sein. Die MZ fragte vorab nach, wo und wie sich Wolbergs und Schweiger die Zusammenarbeit vorstellen.

Infrastruktur – wichtig für Ein- und Auspendler

Im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen, Freien Wählern, FDP und der Piratin gehören Verkehrsmaßnahmen, die Stadt und Landkreis zugute kommen, zu den wichtigsten Themen: Der Realisierung einer direkten Bahnanbindung der Stadt und ganz Ostbayerns an den Flughafen München messen die städtischen Koalitionspartner große Bedeutung bei. Sie wollen sich auch für den sechsspurigen Ausbau der A 3 und entsprechende Lärmschutzmaßnahmen zwischen Nittendorf und Rosenhof, inklusive des Neubaus der Autobahnbrücke Sinzing einsetzen. Mit auf der Agenda stehen die Sallerner Regenbrücke und eine Verbesserung der Verkehrserschließung über die Donau in den Landkreis. Ein Ersatz für die auf Dauer für den ÖPNV gesperrte Steinerne Brücke ist OB Wolbergs und Landrätin Tanja Schweiger wichtig. Schweiger hofft, dass man die derzeit positive Stimmung in der Stadt und im Landkreis für die Umsetzung eines derartigen Projekts nutzen kann. In diesem Zusammenhang verweist Wolbergs auch auf die Notwendigkeit von Bahnhaltepunkten, für die man sich verstärkte einsetzen wolle. Schließlich habe Regensburg jeden Tag 60 000 Einpendler, denen man attraktive Verkehrsmittel anbieten müsse. Da hat er auch Tanja Schweiger mit im Boot, die die Stadt durchaus im Zugzwang sieht, sich zu überlegen, wie Arbeitnehmer, aber auch Kunden nach Regensburg und wieder zurück in den Landkreis kommen.

Erschwinglicher Wohnraum –nicht nur ein Stadtthema

Das Umfeld derartiger Bahnhaltepunkt hält der OB auch für geeignet, dort neue Wohngebiete zu schaffen. „Die Wohnraumproblematik in der prosperierenden Region Regensburg ist nur in Kooperation mit dem Landkreis zu lösen“, steht für Wolbergs fest. „Die Stadt würde einen verstärkten Miet- und Eigentumswohnungsbau im Umfeld begrüßen“, heißt es dazu im Koalitionsvertrag von Regensburg. Tanja Schweiger hat sich dazu aus Landkreissicht ebenfalls schon ihre Gedanken gemacht: „Die Stadt hat zu wenig Platz, und im Landkreis gibt es in den dörflichen Gegenden hauptsächlich Einfamilienhäuser.“ Man benötige Eigentums- und Mietwohnungen in allen Größen, wenn man verhindern wolle, dass die jungen Leute abwandern und damit auch dem Ehrenamt verloren gehen. Auch „klassische Alleinerziehende“ müssten vor Ort geeignete Wohnmöglichkeiten finden.

Von Wirtschaft und Tourismus – profitieren Stadt und Land

Auf Dauer wird Regensburg nicht mehr genügend Flächen für die Ansiedlung neuer Betriebe zur Verfügung haben, auch wenn künftig bei allen Flächenentwicklungen in der Stadt Bereiche für Gewerbe berücksichtigt werden sollen. Deswegen strebt die Stadt gemeinsam mit Landkreisgemeinden interkommunale Gewerbegebiete an. Konkret angedacht sind von städtischer Seite ein Gemeinschaftsgebiet Haslbach - Thanhof und eines auf dem Bristol-Myer-Squibb-Gelände zwischen Schwabelweis und Tegernheim. Für Tanja Schweiger ist wichtig, dass sich Stadt und Landkreis als gemeinsamer Wirtschaftsraum empfinden und nicht Interessenten abweisen, weil man selbst kein entsprechendes Grundstück zur Verfügung hat. Ähnliche Gemeinschaftsbestrebungen haben die neue Landrätin und der neue OB auch in Sachen Tourismus bereits diskutiert. Auch wenn der Landkreis nicht mit dem Regensburger Welterbe in Wettbewerb treten wolle, stünden dort neben attraktiver Landschaft viele Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Bereits auf dem Weg: Gemeinsame Bildungslandschaft

Die Zeiten, als in Regensburg ernsthaft erwogen wurde, das Von-Müller-Gymnasium nur für Kinder aus der Stadt zu öffnen, sind glücklicherweise vorbei. Sowohl Oberbürgermeister Joachim Wolbergs als auch Landrätin Tanja Schweiger wissen, dass eine attraktive Bildungslandschaft nur gemeinsam geschaffen werden kann. Das Gymnasium in Lappersdorf und die Realschule Obertraubling waren dafür die ersten Meilensteine. Für Schweiger wäre ein wichtiger Punkt, der gemeinsam gelöst werden könnte, die Beschulung von Flüchtlingskindern. Für sie ist es nicht hinnehmbar, dass heute Kinder aus Familien, die in Lappersdorf untergebracht sind, bis nach Wörth in eine Schule transportiert werden.

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