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Wolbergs hat „richtig große Lust“

Im Leeren Beutel sprach der Regensburger OB-Kandidat der „Brücke“ über seine Motivation – und über Korruptionsvorwürfe.
Von Daniel Steffen

Joachim Wolbergs freute sich über einen randvoll besetzten „Leeren Beutel“.  Foto: Steffen
Joachim Wolbergs freute sich über einen randvoll besetzten „Leeren Beutel“. Foto: Steffen

Regensburg.Die „gute Nachricht“ hatte Joachim Wolbergs für seine Freunde vom Verein „Brücke“ gleich vorab: „Wir sind durch“, stellte der OB-Kandidat fest und sprach von 410 Unterstützer-Unterschriften, die bereits gesammelt werden konnten.

385 Unterschriften sind für seine OB-Kandidatur und den Verein Brücke notwendig, damit man als Liste bei den Kommunalwahlen am 15. März antreten kann. Trotzdem motivierte Wolbergs seine Unterstützer im Leeren Beutel dazu, in dieser Sache weiterzumachen, damit man auf der sicheren Seite sei.

Sechs Jahre in der Opposition

Nach dieser Einleitung holte der derzeit suspendierte Oberbürgermeister weit aus, um über sein Leben und seine Motivation, erneut als OB-Kandidat anzutreten, zu sprechen. Dabei setzte er zeitlich bei seiner Jugend an: Anders als häufig berichtet worden sei, habe er früher mit Kommunalpolitik „nichts zu tun haben“ wollen, stellte Wolbergs klar. Dies hab sich erst später entwickelt, dank der früheren Oberbürgermeisterin Christa Meier, die beim Neujahresempfang des Vereins Brücke ebenfalls anwesend war. Wolbergs sprach von sechs Jahren Oppositionsarbeit, die „nicht Spaß gemacht“ hätten, da damals von der regierenden CSU sämtliche Anträge abgeschmettert worden seien.

Die Arbeit als SPD-Fraktionsvorsitzender indes habe ihm Freude bereitet und als 3. Bürgermeister habe er die Stadt „neu kennengelernt“, sagte Wolbergs im voll besetzten Saal des Leeren Beutels. Er sprach davon, dass es die Begegnungen mit den Menschen gewesen seien, die ihn geprägt hätten.

Statt der Frage, wie breit ein Bürgersteig sein müsse, sei es für ihn als Politiker viel wichtiger, ob die Menschen in dieser Stadt eine Lebensperspektive haben, sagte Wolbergs. Nicht der „Gschaftlhuber“, sondern der Straßenarbeiter interessiere ihn –und dass Menschen von ihrer Arbeit leben können. Aus diesem Grund habe er als Oberbürgermeister die städtischen Gehälter bei Schauspielern, Altenpflegern oder auch bei Busfahrern angehoben. „Ich will fortführen, was ich begonnen habe. Und das mit richtig großer Lust“, sagte Wolbergs über seine Kandidatur.

Jeder soll Ideen einbringen

Mit seiner Arbeit sei er „noch nicht fertig“. Deshalb wolle Wolbergs nun gemeinsam mit den 50 Stadtratskandidaten der Brücke die Sache anpacken – und zwar auf die Art, dass jeder seine Persönlichkeit und seine Ideen mit einbringe. „Wir wollen regieren und nicht nur daneben sitzen und zuschauen.“

Auch auf die Korruptionsvorwürfe gegen seine Person kam Wolbergs zu sprechen. „Ich habe Spenden gesammelt – viele Spenden, auch von Bauträgern.“ Das hätten Volksparteien „schon seit Jahrzehnten so gemacht“, doch es habe „keinen interessiert“. In neun Punkten sei er –nach drei Jahre währenden Vorwürfen – freigesprochen worden, einer sei im laufenden Prozess dazugekommen. Rückblickend auf seine Untersuchungshaft sagt Wolbergs: „Sie kann das Leben so rapide verändern, wenn Sie davon überzeugt sind, dass Sie unschuldig sind.“

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