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Kommunalwahl

Wolbergs ist Regensburgs neuer OB

Regensburg hat einen neuen Oberbürgermeister: Joachim Wolbergs (SPD) gewinnt die Stichwahl gegen Christian Schlegl (CSU) mit 70,2 Prozent.

  • Joachim Wolbergs und seine Frau Anja lassen sich im Leeren Beutel feiern. Foto: altrofoto.de
  • Anhänger gratulieren Joachim Wolbergs Foto: dpa
  • Der bisherige Amtsinhaber, Hans Schaidinger (r, CSU) gratuliert Joachim Wolbergs. Foto: dpa
  • Gegenkandidat Christian Schlegl (l, CSU) gratuliert Joachim Wolbergs. Foto: dpa

Regensburg.Mit einem Erdrutschsieg hat sich die SPD den Oberbürgermeisterposten in Regensburg gesichert. Joachim Wolbergs erhielt am Sonntag bei der Stichwahl 70,2 Prozent der Stimmen. Sein Kontrahent von der CSU, Christian Schlegl, kam auf 29,8 Prozent. Damit wird nach 18 Jahren die Domstadt wieder von einem SPD-Oberbürgermeister regiert.

Wolbergs fehlten beim ersten Urnengang vor 14 Tagen nur 18 Stimmen für die absolute Mehrheit – und das, obwohl er acht Mitbewerber um das Amt des Oberbürgermeisters hatte. Sein Hauptkontrahent Christian Schlegl brachte es auf 32,29 Prozent. Im neuen Stadtparlament wurde die SPD mit 17 Sitzen seit 42 Jahren zum ersten Mal wieder stärkste Fraktion, die CSU sank auf 16 Mandate.

In den Leeren Beutel, wo die Ergebnisse der Regensburger OB-Wahl einlaufen, kamen am Sonntagabend nur wenige Anhänger der CSU. Die überwiegende Mehrheit kam aus dem SPD-Lager und wartete dort auf ihren OB-Kandidaten Joachim Wolbergs, der um 18:45 Uhr dort eintraf. In einem ersten Statement zeigte sich Wolbergs „überwältigt“ von dem deutlichen Wahlergebnis. Er versprach, die hohen Erwartungen der Regensburger in ihn nicht zu enttäuschen. Von der Bühne aus richtete er das Wort an seine Anhänger und bedankte sich auch bei seinem Vorgänger, Hans Schaidinger, für die Arbeit der vergangenen Jahre.

Im MZ-Interview kündigte Wolbergs an, dass es in der kommenden Woche noch keine Koalitionsverhandlungen oder Personalentscheidungen geben werde. Am Montag werde sein Büro die anderen Parteien anrufen und Termine für übernächste Woche ausmachen. „Jetzt gilt es erstmals mit allen Parteien Verhandlungen zu führen“, sagte Wolbergs. Sein Ziel sei eine stabile Mehrheit. Spannend wird dabei die Frage, wie sich die CSU verhält. Sie hatte vor dem ersten Wahlgang Mitte März angekündigt, die große Koalition nicht fortführen zu wollen.

Kurz nach 18.30 kam Wahlverlierer Christian Schlegl in Begleitung seiner Frau in das Wahlzentrum. Im MZ-Interview gratulierte er Joachim Wolbergs und wünschte ihm eine gute Hand bei der Führung der Stadt. Sein schlechtes Ergebnis führte er vor allem auf die internen Streitigkeiten der CSU zurück: „Die Menschen haben uns vielleicht nicht geglaubt, dass der Streit ein Ende hat.“ Zu seiner persönlichen Zukunft meinte Schlegl: „Ich werde meine Rolle dort finden, wo sie mir die Partei zudenkt.“

Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag bei 46,16 Prozent. Insgesamt gaben von den 109 346 Stimmberechtigten in Regensburg 50 474 ihr Votum ab. Die Beteiligung lag damit noch einmal um gut drei Prozent unter dem Ergebnis vor 14 Tagen. Damals waren knapp 50 Prozent zur Wahl gegangen.

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