MyMz
Anzeige

Präsentation

Wolbergs stellt sein eigenes Bier vor

Regensburgs OB versucht sich für karitative Zwecke in der Braukunst. Dabei musste er sich aber mit der Nebenrolle begnügen.
Von Sebastian Böhm, MZ

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs scheint das Sonderbier zu schmecken.
Oberbürgermeister Joachim Wolbergs scheint das Sonderbier zu schmecken. Foto: Böhm

Regensburg.Wenn ein Oberbürgermeister zum Braumeister wird, bedeutet das nicht unbedingt das Ende seiner Amtszeit. Joachim Wolbergs half dagegen vielmehr bei der Herstellung seines eigenen Bieres. Das „Brauhaus am Schloss“ in der Waffnergasse lud am Donnerstag zu der Verkostung des Endprodukts ein. „Es schmeckt richtig gut“, lobt Wolbergs das Oberbürgermeisterbier und zollt vor allem dem Hauptschöpfer des Getränks, Braumeister Georg Angerer, Respekt: „Ich habe gemerkt, dass das ein anstrengender Beruf ist.“

Auf was es in dem Job ankommt, erfuhr der SPD-Politiker hautnah. Am 25. November letzten Jahres trafen sich Wolbergs und Angerer erstmals, um den Sud anzusetzen. Der OB half bei der Hopfengabe, stach die Menge ab und bestimmte die Stammwürzenkonzentration. „Als Braubursch könnten wir ihn schon verwenden“, sagt Georg Angerer über seinen Schützling.

900 Liter hergestellt

Als beide den Sud für das Oberbürgermeisterbier ansetzten, gab Braumeister Georg Angerer den Ton an. Bei der Herstellung seines eigenen Getränks war Wolbergs ausschließlich die Nebenperson. „Ich durfte nur Hilfsarbeiten verrichten“, klagte der OB mit einem Schmunzeln.

Das Endprodukt selbst ist ein Pils mit einem Alkoholgehalt von 5,4 Volumenprozent. Es hat eine helle Farbe und eine stabile, feinporige Schaumkrone. Der Geschmack ist angenehm bitter und enthält ein markant typisches Hopfenaroma. „Als Sonderbier verkauft es sich sehr gut“, berichtet Angerer. Insgesamt werden 900 Liter von dem speziellen Getränk an die Gäste ausgeschenkt. Seit Neujahr steht es auf der Karte des Restaurants.

Die Aktion um das Oberbürgermeisterbier soll aber vor allem Gutes bewirken. Für jedes verkaufte Glas stiftet die Hacker-Pschorr Brauerei einen Euro für die Leukämiehilfe Ostbayern. Insgesamt ergibt das eigentlich einen Wert von 1800 Euro. Dieser wurde aber von der Brauerei nochmals auf die Gesamtsumme von 2500 Euro aufgestockt. „Mit diesem Projekt können wir gleichzeitig einer karitativen Einrichtung helfen und uns der Öffentlichkeit als Pächter präsentieren“, erklärt Anita Schulz-Pfauntsch. Am 14. November 2015 eröffnete sie mit ihrem Mann Wolfgang Pfauntsch das Restaurant in der Waffnergasse neu. Den Sommer und Herbst nutzen die Pächter für Umbau-Arbeiten und konzeptionelle Veränderungen. Das auffälligste Novum ist der Name: Aus dem „Fürstlichen Brauhaus“ wurde das „Brauhaus am Schloss“.

Der OB will ernstere Inhalte

„Ich bin ein Bier-Fan“, verrät Joachim Wolbergs am Rande der Veranstaltung. Der Oberbürgermeister freut sich schon auf die Jubiläumsfeier des Reinheitsgebots, das vor 500 Jahren verkündet wurde. Die drei Tage vom 22. bis zum 24. April ersetzen in diesem Jahr nicht nur den Tag des Bieres, sondern werden auch Platz für ein Programm rund um das bayerische Kultgetränk bieten. Die letzte Ausgabe sorgte im Jahr 2015 nämlich für reichlich Aufsehen. Das sei ein Fest, wo es quasi zum Nulltarif Bier gebe und die Leute sich komplett wegrichteten, kritisierte der OB damals. Bei der Veranstaltung konnten Besucher für zehn Euro sieben Schaumhalbe der anwesenden Brauereien erwerben.

So deutlich würde es Wolbergs heute wohl nicht mehr sagen. „Die Kritik war vielleicht ein bisschen hart“, rudert das Stadtoberhaupt zwar in der Schärfe zurück, bleibt seinen Prinzipien aber treu. Der Oberbürgermeister will das Bier in diesem Jahr lieber als Kulturgut präsentieren und die Geschichte hinter dem Getränk in den Vordergrund stellen. Eine Arbeitsgruppe kümmert sich aktuell um ein ansprechendes Programm für das Jubiläumsfest. „Wir müssen Inhalte vermitteln“, sagt Wolbergs.

Lesen Sie hier die Geschichte vom Mai: Joachim Wolbergs äußerst nach dem Tag des Bieres deutliche Kritik!

Weitere News aus der Stadt Regensburg lesen Sie hier.

Das ist neu im Brauhaus

  • Pächter:

    Die neuen Pächter heißen Anita Schulz-Pfauntsch und Wolfgang Pfauntsch. Die Münchener sind erfahrene Gastronomen und stießen bei der Suche nach einem Restaurant auf das ehemalige „Fürstliche Brauhaus“ in der Waffnergasse. „Wir haben uns in dieses Objekt verliebt“, sagt Anita Schulz-Pfauntsch. Das Wirtshaus öffnete wieder am 14. November 2015 unter dem Namen „Brauhaus am Schloss“ seine Pforten. Die drei hausgebrauten Biersorten sind das St. Emmeram Hell, Marstall Dunkel und die Schloss Weisse.

  • Umbau:

    Die Umbauarbeiten waren mit die erste Amtshandlung der neuen Pächter. So wurde eine kleine Abfüllstation eingebaut, die es nun den Kunden ermöglicht, ihr Bier mitzunehmen. Außerdem wurde das Raumkonzept überarbeitet. Neben der klassischen Gasthausbestuhlung gibt es nun auch Stehbereiche mit halbhohen Tischen. Die Lampen und Kronleuchter wurden ebenso ausgetauscht wie die Fliesen im ehemaligen Marstall. Das Gasthaus soll jetzt dank dieser Veränderungen ein Restaurant mit erkennbar verschiedenen Bereichen sein.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht