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Zukunft des Autos entzweit OB-Kandidaten

Bei einer Diskussion in Regensburg stand das Thema Verkehr im Mittelpunkt. Einig waren sich die Politiker beim Stadionnamen.
Von Daniel Steffen

Die Regensburger OB-Kandidaten lieferten sich einen Schlagabtausch. Foto: Daniel Steffen
Die Regensburger OB-Kandidaten lieferten sich einen Schlagabtausch. Foto: Daniel Steffen

Regensburg.Eine „gewichtige“ Runde kam am Dienstagabend im „Leeren Beutel“ zusammen: Gewichtig deshalb, weil fast alle OB-Kandidaten das Podium betraten, so Moderator Christian Omonsky. Darum habe man der Podiumsdiskussion den Namen „Elefantentreffen“ gegeben, sagte er zum Auftakt des Gesprächsabends, zu dem der Verband „Die Familienunternehmer“ eingeladen hatte.

Dieser hatte primär die Themen Wirtschaft und Verkehr im Blick, beschäftigte sich in den zwei weiteren Themenblöcken aber auch mit dem Wohnungsmarkt und der Zusammenarbeit von Stadt und Landkreis. Da insgesamt elf Politiker auf dem Podium vertreten waren, mussten die Gesprächsteilnehmer ihre Standpunkte innerhalb von zwei Minuten erläutern.

Friedl „verabscheut“ Autos

Großes Konfliktpotenzial bargen die Themen zwar nicht, dafür wurde aber von der Option, binnen 30 Sekunden einer Aussage kontra zu geben, fleißig Gebrauch gemacht. Unterschiedliche Meinungen herrschten bei den Aspiranten auf den OB-Sessel vor allem darüber, inwiefern Regensburg als Standort der Automobilindustrie seine Zukunft gestalten soll. Während etwa CSU-Kandidatin Dr. Astrid Freudenstein die klare Haltung vertrat, die „Kernindustrie“ auf keinen Fall aufgeben zu wollen, gab Ribisl-Kandidat Jakob Friedl zum Ausdruck, dass er das Auto „zu tiefst verabscheut“.

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Seiner Meinung nach lasse sich die Umwelt im Auto „nicht mehr wahrnehmen“. Linke-Kandidatin Irmgard Freihoffer warf ein, dass Automobilkonzerne Technologiekonzerne seien, die etwa auch Straßenbahnen produzieren könnten. Wichtig sei, dass nachhaltig gewirtschaftet werde, betonte Freihoffer. Joachim Wolbergs, OB-Kandidat der „Brücke“, betonte indes: „Wir sind ein Autostandort und bleiben das auch.“ So sah dies auch FDP-Kandidat Horst Meierhofer, der sagte, dass den Firmen nicht vorgeschrieben werden dürfe, was sie zu produzieren haben.

Dass es mehr Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr bedarf, darin waren sich die Kandidaten grundsätzlich einig. Nach der Auffassung von Benedikt Suttner (ÖDP) sei der ÖPNV ein „starker Motor“ für die Wirtschaft – und Stefan Christoph (Grüne) forderte, dass die Stadtbahn „möglichst schnell“ kommen solle. Allerdings müsse das Nahverkehrsnetz um eine „richtige S-Bahn“ mit enger Taktung ergänzt werden. Ludwig Artinger (Freie Wähler) kritisierte indes die CSU, die bei ihrer Forderung nach einem 365-Euro-Jahresticket zunächst die Förderbedingungen hätte klären sollen.

Top-Standard auch bei Sozialbau

In puncto Wohnbau sprach sich Dr. Thomas Burger (SPD) dafür aus, auch bei geförderten Wohnungen einen hohen Standard zu bieten. Wer wenig Geld habe, der solle nicht zwangsläufig „merkwürdig“ wohnen, sagte Burger, der OB-Kandidatin Gertrud Maltz-Schwarzfischer vertrat. Ebenfalls abwesend war Ingo Frank, OB-Kandidat der „Partei“: Er ließ sich durch Stadtratskandidatin Melody Bayer vertreten.

Diese hatte, getreu ihrer Partei, einen satirischen Vorschlag für die Wohnbaupolitik: Man müsse pro Jahr einen Bau mit günstigem Wohnraum „in die Luft sprengen“, forderte Bayer. Das wiederum führe dazu, dass mehr gebaut wird, war sie sich (mit einem Augenzwinkern) sicher. Der OB-Kandidat der CSB, Christian Janele, beklagte sich: Es sei in den vergangenen Jahren „keine einzige“ günstige Wohnung in Regensburg gebaut worden.

Die Bonusfrage drehte sich um den favorisierten Namen für die derzeitige Regensburg Arena: Klar vorn lag bei den Politikern der Namensvorschlag „Jahnstadion Regensburg“.

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