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Persönlichkeit

Zum Abschied dirigierte er 200 Sänger

Karl-Heinz Liebl feierte sein letztes Domamt als Chorleiter der Domspatzen. Sogar eine Motette wurde für ihn komponiert.
Tino Lex

  • Zum Abschied gab es ein unvergessliches Domamt für Chorleiter Karl-Heinz Liebl, hier mit ehemaligen Domspatzen bei der Probe. Foto: Vogl
  • Zum Abschied gab es ein unvergessliches Domamt für Chorleiter Karl-Heinz Liebl. Foto: Vogl

Regensburg.Mehr als 40 Jahre war Karl Heinz Liebl Chorleiter und Stimmbildner bei den Regensburger Domspatzen. Am Sonntag hat er nun zum letzten Mal in dieser Funktion einen Chor bei der Messe im Regensburger Dom dirigiert. Gut 200 ehemalige und aktuelle Sänger kamen und bereiteten „ihrem“ Chorleiter diesen besonderen Abschied. „Ich bin einfach nur überwältigt von dem, was ich heute mit euch erleben durfte“, sagte Karl Heinz Liebl nach der Messfeier mit gut 200 ehemaligen und aktuellen Domspatzen.

Von überallher kamen sie, um für ihn und unter seiner Leitung bei der Messe zur Ehre Gottes zu singen. Domkapitular Dr. Franz Frühmorgen, Domkapitular Johann Ammer und Domvikar Rainer Schinko, Internatsdirektor bei den Domspatzen, zelebrierten am Altar. Am Ende seiner Predigt dankte Domkapitular Frühmorgen dem scheidenden Chorleiter für seinen treuen Dienst in der Kathedralkirche. Die Menschen im bis auf den letzten Platz gefüllten Dom quittierten die persönlichen Worte des Domkapitulars mit langanhaltendem Applaus. Der gewaltige Chor hatte dann noch eine besondere Überraschung parat. Christian Heiß, ehemaliger Domspatz und heute Domkapellmeister in Eichstätt, ist ein guter Freund von Liebl. Er komponierte für ihn zum Abschied eigens die Motette „Cantate Domino“. Zusammen mit Domorganist Franz Josef Stoiber führte der Chor diese unter der Leitung von Christian Heiß zum ersten Mal auf.

50 Jahre seines Lebens verbrachte Liebl bei den Domspatzen, zunächst als Schüler, dann als Chorpräfekt und Chorleiter. Er erlebte US-Präsident Ronald Reagan und begegnete Queen Elizabeth II. Er reiste mit dem Chor nach Taiwan, Japan, Korea, Hongkong, Nordamerika und Südafrika. Hinzu kamen unzählige Auftritte in Fernsehshows. Doch die größte Freude war für ihn, „immer wieder im Dom zu stehen und mit meinem Chor eine schöne Messe zu singen“. Er habe in all den Jahren nie das Gefühl verloren, welche „Ehre es für mich ist, dort vorm Hochaltar stehen und musizieren zu dürfen“.

Mit Buben arbeiten, sie auf dem Weg zu Persönlichkeiten ein Stück weit begleiten zu können, das ist und war sein Traumjob. „Ich hätte keinen Tag eher aufhören wollen, aber nun ist es der richtige Zeitpunkt, meinen Chor in jüngere Hände zu geben“, sagte er. Liebl möchte den aktuellen und ehemaligen Domspatzen auf andere Weise verbunden bleiben. Für ihn sind die Domspatzen zur Heimat geworden. „Es gibt in dieser Kombination mit Schule, Internat und Chor deutschlandweit nichts Besseres“, sagt er.

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