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Zum Bratwursteck: Berühmtester Stammtisch bekommt neue Wirtin

  • Wirt Werner Grunz übergibt am 2. Januar.
  • Die legendäre Beer Mare, Radiweib vom Dom, mit den Stammtischgründern Josef Ernstberger (rechts) und Werner A. Widmann. Mit im Bild: Stadtrat Dieter Brielmaier. Foto: Nübler

Der Freitagsstammtisch „zum Bratwursteck“ in der Fröhlichen- Türken-Straße ist nicht irgendeiner. Hier wurde die Idee zum „Regensburger Almanach“ geboren und somit auch ein wenig Regensburger Kulturgeschichte gemacht. Seit 40 Jahren erscheint diese Sammlung von bemerkenswerten Beiträgen aus Regensburg und so lang sitzen die Männer auch schon zusammen. Die Prominenz wie der verstorbene Landwirtschaftsminister Hermann Höcherl schätzte den Sachverstand und die verschwiegene Geselligkeit des Gremiums.

Von den Anfängen übrig geblieben sind der Journalist Werner A. Widmann und MZ-Fotograf Dieter Nübler, der stolz darauf ist, damals das jüngste und siebte Mitglied des Stammtisches sein gewesen zu sein. Er erinnert die Namen: Hannes Ludwig (Antiquar), Josef Ernstberger (Leiter der Bezirksfinanzdirektion), Toni Pusl (Spediteur), Hans Haber (Leiter des städtischen Tiefbauamts), Werner A. Widmann und Georg Zwickenpflug (Verleger).

Hier galt und gilt die Schweigepflicht. Gegründet in einer katholisch geprägten Zeit, verdankt der Stammtisch der „Fastenspeis-Brüder“ seine Entstehung dem kirchlich erlaubten Widerstand gegen das Fleischlose. Die mündlich überlieferte Entstehungslegende stellt fest, dass im Wirtshaus das Freitagsgebot als aufgehoben galt. Deswegen trafen sich die wichtigen Männer von Regensburg Freitagmittag zum Gespräch über die Dinge, die die Stadt bewegten. Heute noch schwärmt Nübler vom Freitags-Schweinsbraten der alten Köchin Anne

Jörg Meier war ihr Wirt. Nur er, der „Wurstkuchl-Jörg“ konnte sie vom Bratwurstherzl herüberziehen ins neue Restaurant „zum Bratwursteck“ am Eingang der Fröhlichen-Türken-Straße. Nach so vielen gemeinsamen Stunden hat sich der Stammtisch so mit Erinnerungen an Menschen und Gespräche vollgesogen, dass die jetzigen Stammtischbrüder nicht mehr wechseln wollen.

„Wir fühlen uns sehr wohl hier“, kommentiert Nübler die Nachricht, dass Werner Grunz den Pachtvertrag nach zwei Jahren gekündigt hat. Er hatte das Lokal von Hedwig Fuchs, der Schwiegermutter übernommen, die das Bratwursteck lange Jahre geführt hatte. Der Stammtisch war mit den jungen Pächtern „sehr, sehr zufrieden“. T&T-Geschäftsführer Gerhard Semmler hat dem Stammtisch schon Bleiberecht versprochen, wenn er im Januar die neue Wirtin präsentiert.

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