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Grilltipps

Zwölf Tipps für die perfekte Grillparty

Wunderbare Gerüche liegen in der Luft: Es ist Grillzeit. Vize-Europameister Jürgen Treutinger verrät die Grilltrends 2019.
Von Susanne Wolf

Grillen ist heutzutage ein gesellschaftliches Event. Welche Trends sollte man sich in diesem Jahr nicht entgehen lassen? Foto: Roland Weihrauch/dpa
Grillen ist heutzutage ein gesellschaftliches Event. Welche Trends sollte man sich in diesem Jahr nicht entgehen lassen? Foto: Roland Weihrauch/dpa

Regensburg.Kaum scheint die Sonne, lockt es wieder unzählige Menschen hinaus in den Garten. Schnell wird dann der Grill angeheizt, um schmackhafte Schmankerl darauf zuzubereiten. Wir haben mit dem Lappersdorfer Grillexperten Jürgen Treutinger die Trends für die diesjährige Grillsaison unter die Lupe genommen.

Der Lappersdorfer ist seit vielen Jahren leidenschaftlicher Griller und nennt 16 Grills sein Eigen. Er ist aktives Mitglied beim Grillsportverein. Mit seinem Team hat er schon zahlreiche Preise – auf nationaler und internationaler Ebene – abgesahnt. Aktuell ist er Vize-Europameister.

Jürgen Treutinger aus Lappersdorf grillt für sein Leben gerne. Er gibt Tipps, wie das Grillfest zum kulinarischen Highlight wird. Foto: Treutinger
Jürgen Treutinger aus Lappersdorf grillt für sein Leben gerne. Er gibt Tipps, wie das Grillfest zum kulinarischen Highlight wird. Foto: Treutinger

Für ihn gehört das Grillen zwar zum Alltag, ist aber jedes Mal wieder etwas Besonderes. Darum wird bei ihm nicht nur gegrillt, wenn es warm ist, sondern auch im Winter. Am Textende verrät er zwei Rezepte, die man im Handumdrehen selbst zubereiten kann.

1. Die Hardware: Lieber den Gas-, Kohle-, oder doch den Pelletgrill? Eines ist sicher: Man sollte vor dem Kauf wissen, was man will.

Maiskolben, Fleischspieße, Bratwürste und Steaks liegen auf dem Rost eines Gasgrills. Welcher Grill am besten passt, hängt von den jeweiligen Vorlieben ab. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Maiskolben, Fleischspieße, Bratwürste und Steaks liegen auf dem Rost eines Gasgrills. Welcher Grill am besten passt, hängt von den jeweiligen Vorlieben ab. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Das Angebot an Grills ist immens. „Der Gasgrill ist ein universelles Grillgerät, er ist geruchsneutral und heizt sehr schnell“, erklärt Grillprofi Jürgen Treutinger aus Lappersdorf. Den Kohlegrill bezeichnet er als archaische Variante: „Er steht für Mann, Feuer und Fleisch.“ Negativ ist, dass er eine zu hohe Hitze entwickelt, die das Grillgut schnell verbrennen lässt. „Deswegen muss man wissen, was man grillen will“, sagt der Experte. Der Pelletgrill vereint die Eigenschaften von Gas- und Kohlegrill. Für Unschlüssige empfiehlt Treutinger diesen Grill als „sichere Variante“.

2. Das Zubehör: Welche Gadgets braucht man wirklich? Zwei Utensilien sollte jedenfalls jeder Griller zur Hand haben.

Kalbsroulade mit Lakritz wird auf dem Grill zubereitet. Mit einem Spieß erzielt man laut Treutinger „geniale Ergebnisse“. Foto: Julia Wäschenbach/dpa
Kalbsroulade mit Lakritz wird auf dem Grill zubereitet. Mit einem Spieß erzielt man laut Treutinger „geniale Ergebnisse“. Foto: Julia Wäschenbach/dpa

Brandeisen, Thermometer, Spieße: Die angebotene Bandbreite an Grillzubehör ist riesig. Für Treutinger macht es das Grillen zum Erlebnis. „Übertreiben braucht man es aber nicht“, sagt er. Für ihn darf auf keinen Fall ein Temperaturmesser fehlen. „Mit einem Kerntemperaturfühler kann ich die Gartemperatur messen und bekomme so mein Grillgut perfekt hin“, erklärt der Grillprofi. Auch ein sogenannter Rotisserie-Spieß sei eine sinnvolle Investition. Steuert man ihn über eine App, erzielt man „geniale Ergebnisse und den bestmöglichen Geschmack“, verrät er.

3. Das Tuning: Wie rüstet man seinen Grill auf? Grillprofi Jürgen Treutinger hat Pizzastein und Dutch Oven getestet.

Auf einem Dutch Oven kann man kulinarische Köstlichkeiten abseits des Mainstreams zubereiten. Foto: Treutinger
Auf einem Dutch Oven kann man kulinarische Köstlichkeiten abseits des Mainstreams zubereiten. Foto: Treutinger

Grillen gilt heute als gesellschaftliches Event. Es gibt ein immenses Angebotsspektrum für das Tuning des Grills. Als sinnvolle Anschaffung bezeichnet Treutinger einen Pizzastein. „Man darf nicht erwarten, dass die Pizza wie beim Italiener schmeckt. Aber Pizzen vom Grill sind köstlich“, verrät er. „Eine Feuerplatte für den Kugelgrill ist ein Kommunikationsobjekt. Damit können alle gemeinsam essen“, erzählt er. Sein Favorit ist der Dutch Oven. „Damit kann man einen Braten schmoren oder einen Käsekuchen backen.“ Er warnt aber vor technischen Veränderungen am Gasgrill: „Finger weg – das kann lebensgefährlich sein!“

4. Die Brennstoffe: Welche Materialien brennen gut und sind dabei noch umweltschonend? Hier gibt’s die Antwort.

Holzkohle für den Grill stammt am besten von heimischen Hölzern und aus legaler Waldbewirtschaftung. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa
Holzkohle für den Grill stammt am besten von heimischen Hölzern und aus legaler Waldbewirtschaftung. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa

Auch beim Thema „Grillen“ wird immer mehr an Nachhaltigkeit gedacht. Treutinger empfiehlt, Kohle in Gastro-Qualität zu erwerben. „Die Premiumkohle wird nachhaltig gewonnen“, erklärt er. Zudem profitiert der Griller von einer maximalen Energieausbeute. Auch Produkte wie Kokoskohle eignen sich gut. „Sie entwickelt eine konstante Hitze über einen sehr langen Zeitraum“, sagt der Experte.

Ernährung

Grillen: Ran an die Kohlen!

Kugel-, Gasgrill oder Smoker? Grillexperte Jürgen Treutinger aus Lappersdorf verrät, was des Deutschen liebster Grill ist.

5. Die Reinigung: Welche Mittelchen braucht es, um den Rost sauber zu bekommen? Erstaunlich wenig ist vonnöten.

Körniger Kaffeesatz kann als Scheuermittel verwendet werden, etwa für den Grillrost. Foto: Franziska Gabbert/dpa
Körniger Kaffeesatz kann als Scheuermittel verwendet werden, etwa für den Grillrost. Foto: Franziska Gabbert/dpa

„Was alles angeboten wird, um den Grill zu reinigen, ist ein absoluter Irrwitz“, findet der Grillprofi. Denn: „Diese Chemie macht hochwertige Grills kaputt.“ Er empfiehlt, den Grill zu erhitzen und dann sauber zu bürsten. „Maximal verwendet man noch warmes Seifenwasser“, rät Treutinger.

6. Die Software: Welches Fleisch und welcher Fisch kommen auf den Grill? Qualität spiel eine entscheidende Rolle.

Fleisch ist für viele das Nonplusultra auf dem Grill. Doch welches Fleisch ist heuer in? Foto: Treutinger
Fleisch ist für viele das Nonplusultra auf dem Grill. Doch welches Fleisch ist heuer in? Foto: Treutinger

Heute finden sich exklusive Fleischstücke auf dem Grill. „Dabei achten auch immer mehr auf die Qualität, denn sie wollen sich bewusst ernähren“, so Treutinger. In der Szene überbewertet werde das Tomahawk-Steak. Er bevorzugt Kronfleisch oder Onglet, die Nierenzapfen, vom Rind. „Beim Schwein werden gerade die altdeutschen Rassen wiederentdeckt“, verrät er. Unterbewertet werde das Lamm. „Es lässt sich wunderschön zubereiten.“ Wer Geflügel möchte, sollte sich einen Bauerngockel besorgen. Fischfans empfiehlt er Steckerlfisch: „Er wird mit wenig Aufwand zubereitet.“

7. Die Veggie-Variante: Welche Produkte legen sich Vegetarier auf den Grill? Die fleischlose Vielfalt ist groß und bunt.

Vegetarische Alternative: Die Zucchinischeiben werden mit Mozarella und getrockneten Tomaten belegt, dann aufgerollt und schließlich auf Holzspießchen fixiert. Foto: Aileen Kapitza/www.minzgruen.com/dpa
Vegetarische Alternative: Die Zucchinischeiben werden mit Mozarella und getrockneten Tomaten belegt, dann aufgerollt und schließlich auf Holzspießchen fixiert. Foto: Aileen Kapitza/www.minzgruen.com/dpa

„Auch wenn das Grillen von Fleisch als archaisch und typisch männlich gilt, geht Vegetarisches immer“, verrät Treutinger schmunzelnd. „Man kann viel mit Gemüse spielen. Das macht das Ganze besonders“, sagt er. Er bereitet beispielsweise gerne Gemüse in einem rotierenden Grillkorb zu. Denn: „Da wird es schön knackig.“ Als Gemüsesorten sind Auberginen, Zucchini, Paprika und Tomaten weiterhin der Renner. „Gefüllt schmecken sie unglaublich lecker“, bekräftigt der Experte. Er empfiehlt eine Shakshouka, eine würzige Tomatensoße mit Eiern.

8. Die Beilagen: Braucht es noch Schichtsalat und Barbecue-Soße? Nicht zwingend – und es gibt köstliche Alternativen.

Ingwer, Sojasoße, Knoblauch, Ketchup und Zucker: Daraus lässt sich schnell eine Grillsoße selbst kochen. Foto: Doreen Hassek/dpa
Ingwer, Sojasoße, Knoblauch, Ketchup und Zucker: Daraus lässt sich schnell eine Grillsoße selbst kochen. Foto: Doreen Hassek/dpa

„Warum muss die Beilage immer ein Salat sein?“, fragt der Grillexperte. „Man sollte den Grill auch mal für Beilagen wie Bratkartoffeln oder Röstgemüse nutzen.“ Zudem kann man im Dutch Oven Brot backen oder Gratin, Soufflé sowie Blätterteig darin zubereiten. Saucen und Dips sollten seiner Meinung nach nie im Vordergrund stehen, sondern nur eine Ergänzung zum Gegrillten sein. Für Gemüse und weißes Fleisch kann man einen Dip aus Crème fraîche und frischen Kräutern zubereiten. „Eine Barbecue-Sauce, eine Guacamole oder ein Chimichurri kann man im Handumdrehen selbst herstellen“, verrät Treutinger.

Jürgen Treutingers Shakshouka-Rezept

  • Zutaten: 1 Dose Tomatenwürfel, 2 frische Tomaten, 5 Zehen Knoblauch, 3 grüne türkische Peperoni (scharf), 2 EL gehackter Koriander (es geht auch Petersilie), 3 EL Olivenöl, 5 Eier, ¼ TL Salz, 1 Msp Cumin, 1 Msp geräucherter Paprika

  • Zubereitung: Den Knoblauch schälen und fein hacken. Die Peperoni halbieren und in Ringe schneiden. Die Tomaten eventuell häuten und in kleine Stücke schneiden. In einer schweren Gusspfanne das Olivenöl erhitzen. Den Knoblauch und die Peperoni anrösten, er sollte keine Farbe nehmen. Frische Tomaten dazugeben, kurz durchrühren und dann die Tomaten aus der Dose hinzufügen. Das Ganze salzen, den geräucherten Paprika einrühren und 10 Minuten leicht auf mittlerer Hitze köcheln lassen. Mit einem Löffel kleine Vertiefungen in das Tomatenragout machen und in jeder Vertiefung vorsichtig ein Ei aufschlagen. Weitere 6 bis 8 Minuten leicht köcheln lassen, sodass das Eiweiß stockt und der Eidotter noch leicht flüssig bis cremig ist (je nach persönlicher Vorliebe). Kurz vor dem Servieren mit Koriander oder Petersilie sowie etwas Cumin bestreuen. Auf Wunsch nachsalzen, ebenso kann auch noch mit etwas Chili nachgeschärft werden. Dazu passt arabisches oder türkisches Fladenbrot.

9. Das Fein-Tuning: Wie würzt oder mariniert man Fleich und Fisch am besten? „Weniger ist mehr“, lautet die Devise.

Oft ist das Fleisch ohnehin durch die Marinade würzig genug – ein Dip kann eine gute Ergänzung zum Grillgut sein, ist daher aber kein Muss. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Oft ist das Fleisch ohnehin durch die Marinade würzig genug – ein Dip kann eine gute Ergänzung zum Grillgut sein, ist daher aber kein Muss. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Ja, auch die Software sollte getunt werden. Die Rede ist von Rubs und Marinaden für Fleisch und Fisch. „Das kann man schnell und gut selbst machen“, weiß der Lappersdorfer, „man sollte jedoch nichts in Plastik verpackt kaufen.“ Seine Devise lautet: „Weniger ist mehr.“ Denn: „Sonst zerstört man das Aroma des Fleischs.“ Er rät, das Grillgut mit Salz, Pfeffer, Paprika, Thymian, Rosmarin und Oregano sowie nach Belieben etwas Chili zu würzen. „Marinieren kann man ein Hendl zum Beispiel mit Orangensaft, Wasser, Salz und Zucker sowie ein paar Kräutern und Gewürzen“, empfiehlt Jürgen Treutinger. Besonders zart werde Hähnchen beispielsweise durch zu Zugabe von etwas Joghurt.

10. Die Flüssignahrung: Welche Getränke passen zum Gegrillten? Das (anti-)alkoholische Angebot ist groß.

Erfrischender geht’s nicht: Gurke, Basilikum und Zitronensaft treffen bei dieser Limonade aufeinander. Alternativ schmeckt auch Minze lecker. Foto: Aileen Kapitza/dpa
Erfrischender geht’s nicht: Gurke, Basilikum und Zitronensaft treffen bei dieser Limonade aufeinander. Alternativ schmeckt auch Minze lecker. Foto: Aileen Kapitza/dpa

Natürlich darf beim Grillen die Flüssignahrung nicht fehlen. „Bier geht immer“, sagt Treutinger. „Craft Beer ist nach wie vor ein Renner.“ Auch ein guter Rot- oder Weißwein harmoniere mit dem Grillgut. „Je edler der Anlass, umso edler sollte das Getränk sein“, rät er. Als antialkoholisches Getränk empfiehlt der Grillprofi eine selbst gemachte Limo – beispielsweise mit frischen Früchten.

11. Die Deko: Welche Artikel eignen sich? Die Grilldeko passt sich dem Essen an.

Gegrillte Gambas-Spieße mit einer scharfen Saté-Soße, die mit Paprika verfeinert wird – angerichtet auf Schieferplatten, die neben Holztellern der Renner sind. Foto: Julia Uehren/dpa
Gegrillte Gambas-Spieße mit einer scharfen Saté-Soße, die mit Paprika verfeinert wird – angerichtet auf Schieferplatten, die neben Holztellern der Renner sind. Foto: Julia Uehren/dpa

Die Deko hängt laut Treutinger vom Grillgut ab. „Grille ich Fleisch, dekoriere ich edler. Mache ich Burger, geht es rustikaler zu.“ Angesagt sind heuer wie bei anderen kulinarischen Anlässen Holzgeschirr und Metall. „Grundsätzlich sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt“, so der Grillprofi. Nicht fehlen sollte Steak-Besteck.

12. Das Räucherwerk: Wie steht es um aromatisierte Räucherspäne? Wenn dann sollte man sie selbst herstellen.

Feiner Geschmack: Nach 40 bis 50 Minuten im Rauch hat der Lachs die Aromen der Räucherspäne angenommen. Foto: Manuela Rüther/dpa
Feiner Geschmack: Nach 40 bis 50 Minuten im Rauch hat der Lachs die Aromen der Räucherspäne angenommen. Foto: Manuela Rüther/dpa

Räucherspäne gibt es mittlerweile in den verschiedensten Geschmacksrichtungen. Das reicht von Kirsche bis hin zu Whiskey. „Alles Firlefanz“, sagt Treutinger. Bevor man die bereits aromatisierten Späne kauft, rät er, sie selbst herzustellen. „Das geht einfach: Man nimmt Wasser, gibt eine kleine Menge des gewünschten ,Aromas‘ wie Rotwein oder Whiskey dazu. Dann legt man Buchenspäne darin ein, nimmt sie raus und trocknet sie.“ Für ein intensiveres Aroma wiederholt man den Vorgang ein zweites Mal. Alternativ empfiehlt er, Weinreben zu trocknen und diese als Rauchwerk mit in den Grill zu geben.

Hier gibt’s noch ein Rezept für Chimichurri:

Zutaten: 2 rote Zwiebeln, 50 ml Olivenöl, 2 EL gehackte Petersilie, 1 TL Zitronensaft, 4 g Salz, 1 Prise geräucherter Paprika, Pfeffer, bei Bedarf Chili

Zubereitung: Die Zwiebeln schälen, halbieren und in feine Julienne schneiden. Diese dann mit dem Salz vermengen und etwa 20 Minuten ziehen lassen. Das Ganze mit den restlichen Zutaten vermengen und abschmecken, bei Bedarf etwas nachsalzen. Schmeckt zu allem vom Grill.

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