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Aktion

Regensburger zeigten Gesicht

Der Integrationsbeirat positionierte sich gegen Fremdenhass. Stadträtin Dagmar Kick warnte vor einer „Rassismus-Lawine“.
Von Daniel Steffen

Bei der Aktion „Gesicht zeigen gegen Rassismus“ wurde eindeutig Stellung bezogen. Foto: Steffen
Bei der Aktion „Gesicht zeigen gegen Rassismus“ wurde eindeutig Stellung bezogen. Foto: Steffen

Regensburg.Mit den Worten von Erich Kästner warnte sie vor dem zunehmenden Rassismus in Politik und Gesellschaft. „Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten“, sagte SPD-Stadträtin Dagmar Kick. In Vertretung von Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer war sie gestern Nachmittag zum Neupfarrplatz gekommen, um bei der Aktion „Gesicht zeigen gegen Rassismus“ ein städtisches Plädoyer zu halten.

Es sitze bereits eine Partei im Bundestag, die eine „dezidiert rassistische Position“ vertrete, Geschichtsrevisionismus betreibe und von Menschen wie Abfall spreche, sagte sie und munterte dazu auf, sich aktiv gegen Rassismus zu bekennen. In dieses Horn stieß auch der Integrationsbeirat, der gemeinsam mit der Stadt die Aktion im Rahmen der „internationalen Wochen gegen Rassismus“ organisiert hatte. „Der Rassismus bedroht nicht nur Flüchtlinge, Muslime oder Minderheiten, sondern auch die Demokratie und die offene, von Menschenrechtsidealen geleitete Gesellschaft“, sagte Beiratsmitglied Dogan Cetinkaya.

Vertreten waren am Donnerstag die Regensburger Grünen – unter anderem durch ihren Stadtvorsitzenden Stefan Christoph. Er forderte die Gesellschaft dazu auf, näher hinzuschauen. Ein „noch immer viel zu großer Teil der Bevölkerung“ hänge rassistischen Ressentiments an und vertrete antisemitische Ansichten. Gewalttaten und Mordanschläge gegen Geflüchtete nähmen zu und allgemein sei eine „Verrohung in der Gesellschaft“ zu beklagen, sagte Christoph. Nicht immer sei Fremdenhass als solcher sichtbar. So sagte Veronika Zeichinger, die Vorsitzende des Grüne-Ortsvereins Altstadt: „Rassismus begegnet uns oft unterschwellig in Bildern und Stereotypen, mit denen sich rassistische Unterscheidungen in unser Unterbewusstsein einschleichen können.“

An die 50 Teilnehmer besuchten die Veranstaltung. Einige von ihnen nahmen die Option, Gesicht zu zeigen, wortwörtlich wahr: Sie ließen sich für die Aktion fotografieren, um öffentlich gegen Rassismus Stellung zu beziehen. Die Fotos und Zitate sollen nun auf der Webseite des Integrationsbeirats veröffentlicht werden.

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