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Handel

Altstadt: Passantenzahlen sinken weiter

Die Frequenzzählung von Trummer Immobilien in der Regensburger Altstadt bestätigt, was die Geschäftsleute sagen: Weniger Fußgänger, geringere Umsätze.
Von Claudia Böken, MZ

Regensburg.Zweimal im Jahr stehen sieben Mitarbeiter von Trummer Immobilien mit Zählgeräten jeweils eine Stunde an sieben Punkten in der Altstadt. Jeder Passant, der vorbei geht, ist ein potenzieller Kunde für die Geschäfte und wird registriert. Was heraus kommt, ist eine Momentaufnahme, aus der man allerdings über die lange Zeit hinweg Schlüsse ziehen kann. Trummer zählt seit 1997 alljährlich an einem Dienstag (diesmal war es der 24. Juni) von 16 bis 17 Uhr und an einem Samstag (heuer der 28. Juni) von 11 bis 12 Uhr. Geklickt werden nur Fußgänger, keine Radfahrer, keine Touristengruppen und keine Kinder. Schwankungen bei den Zahlen hat es immer gegeben.

Wenn man allerdings die Passanten an den sieben Punkten an beiden Tagen zusammenzählt ergibt sich ein Rückgang von 24 012 im Jahre 1997 auf 18 510 in diesem Jahr. Das macht rund 23 Prozent aus. Dieses Ergebnis deckt sich in etwa mit dem von Constanze Schaffner, die im Auftrag der Stadt tätig war, aber teilweise in anderen Straßen zählte.

Der Geschäftsführer der Galeria Kaufhof am Neupfarrplatz, Guido Herrmann bestätigt, dass der rückläufige Trend seit Jahren zu beobachten sei und sich auch in sinkenden Umsätzen niederschlage. „Dass sich die Altstadt schwer tut, ist ein offenes Geheimnis“, sagt er. Er sieht aber auch eine gewisse Aufbruchsstimmung durch den neuen Oberbürgermeister. Joachim Wolbergs habe schon in seinem Wahlprogramm und auch im Koalitionsvertrag versprochen, dass die Altstadt gestärkt werde. Am wichtigsten ist für Herrmann eine gute Erreichbarkeit und ausreichende Parkmöglichkeiten.

Haidplatz heute besser frequentiert als 1997

Der Gewinner der diesjährigen Zählung durch Trummer Immobilien ist übrigens der Haidplatz. Als einziger der sieben Straßen und Plätze hatte er mit 3140 Personen in diesem Jahr ein höheres Fußgänger-Aufkommen als 1997. Damals waren es 2899 Personen. Das gute Ergebnis verdankt „die gute Stube der Regensburger“ vor allem dem Dienstagnachmittag. Da waren 1353 Erwachsene unterwegs. Mehr waren es nur in den Jahren 2000 (1363) und 2001 (1451). Das absolute Tief war 2009 mit 702 Passanten erreicht. Auch am Samstagvormittag steigerte sich die Zahl in den vergangenen Jahren stetig auf 1787, liegt damit aber noch unter dem Jahr 1997.

Untere Bachgasse gehört zu den Aufsteigern

Die Gasse nahe des Alten Rathauses hat schon einige Höhen und Tiefen erlebt, arbeitet sich aber in den letzten fünf Jahren kontinuierlich nach vorn. Am Dienstag hat sie mit über 200 zusätzlichen Passanten 1017 erreicht, am Samstag ist sie um 189 auf 1310 Personen gestiegen. Sie liegt zwar noch unter ihrem Ergebnis von 1997, muss aber nur einen Frequenzverlust von 12,5 Prozent verkraften.

Weiße-Lilien-Straße verliert kontinuierlich

1997 begann die Straße mit stattlichen 5951 Passanten an beiden Tagen, 3674 allein in der Stunde am Samstag. Jetzt schafft sie es an beiden Tagen gerade noch auf 3234 Personen. Schon in den letzten vier Jahren lag der Samstag kontinuierlich unter 2000. Am Dienstag wurde mit 1404 Personen die niedrigste Zahl überhaupt registriert.

Gesandtenstraße macht wieder einen Rückschritt

Diese Straße konnte ihren großen Satz nach vorn von 2013 nicht wiederholen. Am Samstag wurden 2037, am Dienstag 1609 Personen gezählt. Die Gesamtzahl von 3646 liegt damit hinter dem Ergebnis des Jahres 1997, als am Zählpunkt 3831 Personen vorbei kamen.

Schwarze Bärenstraße mit geteilter Bilanz

Dieser Straßenzug ist von jeher ein Sorgenkind der Frequenzzähler. Noch im Jahr 2000 gehörte sie zu den „Stars“, überholt mit insgesamt 3249 Fußgängern die Untere Bachgasse mit links. Dann ging es bergab, bis im vergangenen Jahr ein erneuter Schub folgte. Immerhin 2834 Personen wurden damals gezählt. Diesmal waren es nur noch 2127, davon am Dienstag ganze 904. Die Immobilienfachleute machen für die geringe Frequenz auch die Karmeliten-Baustelle verantwortlich.

Maximilianstraße: Zwei ganz unterschiedliche Ergebnisse

In der Maxstraße wird an zwei Stellen gezählt. Der südliche Teil ist dabei traditionell besser frequentiert als der nördliche, der momentan auch noch unter der Baustelle Karmeliten leidet. Auch der zunehmende Autoverkehr stört viele Fußgänger und lässt sie in der Königstraße abbiegen. Der bahnhofsnahe Teil ist seit 2007 im Aufwärtstrend, verzeichnet am Samstag 1449 und am Dienstag 1289 Passanten. De nördliche Teil hat nach einem kurzen Aufflackern im Vorjahr mit 1288 Fußgängern das schlechteste Eregbnis von Anfang an erreicht.

Interaktive Karte: Frequenzzählung in Regensburg

Aufsteiger und Absteiger in der Altstadt

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