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Regensburg

Auf- und Absteiger der Stadtratswahl

Die Wähler wollten dem Frieden in der CSU nicht so recht trauen. Vor allem innerhalb der Unions-Liste gab es zum Teil heftige Überraschungen.
Von Hans Scherrer, MZ

  • Mit dem Einzug der Piraten gehören dem künftigen Stadtrat neun Parteien und Gruppierungen an.Fotos: MZ-Archiv
  • Josef Troidl (CSU)
  • Ewa Tuora Schwierskott (Piraten)
  • Anja Wolbergs (SPD)
  • Tina Lorenz (Piraten)
  • Christian Janele (CSB)

Regensburg.Während die Regensburger am 30. März darüber entscheiden, wer der nächste Oberbürgermeister wird, steht die Sitzverteilung im Stadtrat schon so gut wie fest. Die CSU verliert demnach vier Mandate und ist nur noch mit 16 Sitzen im Stadtrat vertreten, während die SPD von elf auf 17 Sitze aufstocken konnte.

Der CSU-Streit schlägt sich

auch im Wahlergebnis nieder

Unter den 16 Mandatsträgern der CSU befinden sich fünf Neulinge; die anderen elf gehörten bereits dem Gremium an. Den sensationellsten Sprung nach vorne schaffte Josef Troidl. Der langjährige Weggefährte von Schaidinger war auf dem schier aussichtslosen Platz 30 gelistet. Die Wähler aber häufelten ihn 25 Plätze nach vorne. Ähnlich erging es Erich Tahedl (ebenfalls ein Anhänger Schaidingers), der von Platz 24 auf neun kam. Um 14 Sitze verbesserte sich Hans Renter (Rieger-Gefolgschaft) auf Platz drei. Brigitte Schlee verbesserte sich um sechs Sitze auf Platz zwölf.

Eine herbe Quittung für

manche Kandidaten

Um 15 Plätze abgestraft wurde Neuling Michael Lehner, ein Unterstützer Riegers, der von Platz vier auf 15 rutschte, ebenso Armin Gugau (von sieben auf 13) und Josef Zimmermann (von acht auf 14). Den Sprung nicht mehr geschafft haben die Stadträte Axel Reutter (Platz 33) und Haritun Sarik (34). Bernadette Dechant konnte ihren Listenplatz sechs verteidigen, während Hermann Vanino (Schaidinger-Gegner) von Platz fünf auf elf abrutschte. Neu im Stadtrat sind neben Lehner Ellen Bogner, Jürgen Eberwein, Dagmar Schmidl und Markus Jobst.

Anja Wolbergs wird um 25 Plätze nach vorne gewählt

Gestärkt und verjüngt zieht die SPD-Fraktion ins Rathaus ein. Denn von den 17 Mandatsträgern sind sieben neue Gesichter dabei. Auch gab es auf der Liste keine nennenswerten Verschiebungen, wenn man von einer Ausnahme absieht: So wurde Anja Wolbergs, die Ehefrau von OB-Kandidat Joachim Wolbergs, von Platz 50 auf 24 gewählt. Bereits vor sechs Jahren hatte sie sich als Zählkandidatin um 15 Plätze verbessert. Ein ähnlicher Sprung gelang Ruppert Karl: Der BFV-Kreisvorsitzende schaffte es von Position 41 auf Platz 27. SPD-Urgestein Margot Neuner, seit 36 Jahren im Stadtrat, wurde von Platz 14 auf Platz acht gehäufelt und Christa Meier von Platz sechs auf drei. Neu im Gremium sind Katja Vogel (Platz neun), Michael Staab (zwölf), Evelyn Kolbe-Stockert (13), Tobias Hammel (14), Dagmar Kick (15), Juba Akili (16) und Thomas Thurow (17).

Die Grünen haben wieder Fraktionsstärke mit fünf Sitzen

Wie schon zu Beginn der vergangenen Wahlperiode sind die Grünen wieder mit fünf Mandaten im Stadtrat vertreten und haben damit klar Fraktionsstatus. Dabei konnte sich Jürgen Mistol von Listenplatz sechs auf den ersten Rang verbessern, während Spitzenkandidatin Margit Kunc mit dem dritten Platz vorlieb nehmen musste. Gegen Schluss der letzten Wahlperiode war der Ökopartei mit Ewa Tuora-Schwierskott ein Sitz abhanden gekommen. Die war zu den Piraten gewechselt. Weiter gehören dem Gremium an: der bisherige OB-Kandidat Jürgen Huber sowie Maria Simon und Walter Erhard (beide neu).

Keine personellen Änderungen bei den Freien Wählern

Nur noch mit drei Sitzen und somit noch mit Fraktionsstatus sind die Freien Wähler repräsentiert. Auch personell gibt es hier keine Veränderung. Die Besetzung: Ludwig Artinger, Kerstin Radler und Günther Riepl.

Die ÖDP hat mit drei Sitzen Fraktionsstatus zurückerlangt

Nachdem ihnen Dr. Eberhard Dünninger Ende 2013 im Zwist von der Fahne gegangen und zur CSB gewechselt war, hatten die Stadträte der ÖDP auch ihren Fraktionsstatus verloren. Den haben sie mit drei Mandaten wiedererlangt. Zu den bisherigen Räten Benedikt Suttner und Joachim Graf gesellt sich nun als Neuling Astrid Lamby.

Die FDP verliert einen Sitz und damit auch den Fraktionsstatus

Ihren Fraktionsstatus verloren hat die FDP. Im letzten Stadtrat noch mit drei Sitzen vertreten, gehören dem Gremium jetzt nur noch Horst Meierhofer und Gabriele Opitz an.

Die Linke geht mit bewährtem Duo in die neue Runde

Konstant bleibt auch die Partei „Die Linke“, für die – wie in den letzten sechs Jahren auch – wieder Richard Spieß und Irmgard Freihoffer im Stadtrat sitzen.

CSB: Christian Janele verliert auf der ganzen Linie

Regensburg im Herzen hatte Christian Janele von der CSB, für die er als OB-Kandidat ins Rennen gegangen war. Früher einmal hatte er bei den Grünen kandidiert und dann wollte er OB bei der CSU werden. So viel Flexibilität wussten die Wähler indes nicht zu honorieren und so hatte es zu guter Letzt nicht einmal für einen Stadtratssitz gereicht. Stattdessen gehört nun Dr. Dünninger dem Gremium an.

Ewa Tuora-Schwierskott wird vom Wahlvolk abgestraft

Schlechte Karten beim Wähler hatte auch Dr. Ewa Tuora-Schwierskott. Ohne Vorankündigung hatte sie vor Monaten die Fraktion der Grünen verlassen, um den Piraten beizutreten. Obwohl sie auf Listenplatz 1 kandidierte, wurde statt ihrer Tina Lorenz in den Stadtrat gewählt.

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