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Barrierefreie Wohnungen statt BayWa-Silo

Die Baugesellschaft Swietelsky will in Beratzhausen innerhalb der nächsten zwei Jahre fast 80 Wohneinheiten errichten.
Von Ingrid Kroboth

Die ehemals von Baywa genutzten Gebäude an der Hemauer Straße sollen bald der Vergangenheit angehören. Foto: Kroboth
Die ehemals von Baywa genutzten Gebäude an der Hemauer Straße sollen bald der Vergangenheit angehören. Foto: Kroboth

Beratzhausen.Das schon seit Jahren leerstehende BayWa-Gelände in der Marktgemeinde soll nun bebaut werden. Die Baugesellschaft Swietelsky aus Linz (Österreich) hat das Gelände bereits gekauft. Das erfuhren die Markträte in ihrer Sitzung am Donnerstag von Andreas Böck von der Projektentwicklung am deutschen Firmensitz Traunstein. Er hatte Gerhard Hajer mitgebracht, der die Planungsgruppe Strasser aus Traunstein vertrat. Das Unternehmen sei auf Städteplanung spezialisiert und arbeite mit Swietelsky in mehreren Projekten zusammen.

Die Geländeuntersuchung am und rund um die alten BayWa-Bauten habe ergeben, dass es sich dort um ein „künstlich geschaffenes Plateau“ handle, so Hajer. Das bisherige „Mischgebiet“ müsse im Flächennutzungsplan noch in ein „Allgemeines Wohngebiet“ umgewidmet werden. Dann sollen dort locker verteilt acht Gebäude mit insgesamt 78 Wohneinheiten und Gesamtwohnflächen von 5280 Quadratmetern entstehen. Die einzelnen Eigentumswohnungen – allesamt mit Balkonen oder Terrasse – sollen zwischen 55 und 95 Quadratmeter groß werden – vereinzelt vielleicht auch 45 und 110 Quadratmeter. 120 PKW-Stellplätze sind teils in einer riesigen Tiefgarage, teils oberirdisch geplant. Alle Wohnungen würden barrierefrei ausgestattet und in allen Häusern werde von der Tiefgarage bis unters Dach ein Aufzug fahren.

Die bebaute Fläche wächst

Die einzelnen Wohngebäude sollen nicht höher werden als die derzeitig noch stehenden Lagerhallen. An der Stelle des Silos soll ein Haus mit maximal dessen halber Höhe entstehen. Hajer veranschaulichte die Planung der zwei- bis viergeschossigen Häuser mit sechs bis 16 Wohneinheiten in einer 3D-Animation. Vier Stockwerke soll es lediglich in dem Abschnitt zur Bahn hin geben. Ansonsten „schmiegt“ sich das neue Baugebiet in die Mulde zwischen Hemauer Straße und dem dahinterliegenden Biotop ein. Die bebauten Grundflächen auf dem Gelände werden sich zwar von 2138 auf künftig 2257 Quadratmeter erhöhen. Aber der bestehende Asphalt würde durch Rasen und Bäume ersetzt, so dass zwischen den Häusern die befestigten Flächen verschwinden und damit viel offener Boden entstehe.

Der Investor

  • Gründung:

    Im Jahr 1936 gründet Dipl.-Ing Hellmuth Swietelsky das Unternehmen. Heute gehört die Swietelsky Baugesellschaft mit mehr als 7400 Mitarbeitern zu den bedeutendsten Unternehmen der österreichischen Bauindustrie.

  • Sparten:

    1962 begann die Erfolgsgeschichte der deutschen Niederlassung mit Erd- und Deckenbauarbeiten. Nach unzähligen Projekten in den Bereichen Straßenbau, Sportplatzbau oder Industrieböden ist Swietelsky heute auch Spezialist für Wohnbaugebäude.

„Sehr gefällig“ lobte Robert Achhammer (CWV) die Pläne, störte sich aber an der Verkehrserschließung des neuen Wohngebiets. Die Planer haben sozusagen eine Querverbindung von der Hemauer zur Eichenstraße vorgesehen – „muss das sein?“, verwies Achhammer auf die „nicht so gut ausgebaute Anwohnerstraße“. Muss sie wohl, denn aus Erfahrung verwies Hajer auf eine sinnvolle Erschließung, die in beide Richtungen führe – auch für Feuerwehr und Müllabfuhr.

Genehmigung dauert ein Jahr

Weiter erkundigte Achhammer sich nach der Integration von sozialem Wohnungsbau. Das könne man laut Andreas Böck vielleicht schon machen, allerdings sei es „fraglich, ob die Mischung gewollt ist“. „Und wann geht’s los?“ wollte Gerhard Rinkes (SPD) wissen. Aus Sicht von Böck „so schnell wie möglich“. Doch rechnet er bis zur Baugenehmigung mit einer Verfahrensdauer nicht unter einem Jahr. Dann soll das Bauvorhaben binnen zwei Jahren abgeschlossen sein und nicht in Abschnitten erstellt werden. Das könne und wolle man den künftigen Bewohnern schlichtweg nicht zumuten, so Böck.

Gebaut wird in herkömmlicher Ziegelbauweise, ohne Vollwärmeschutz, „weil wir davon überhaupt nichts halten“, so Böck. Und auch mit Flachdächern haben die Bauwerber schlechte Erfahrungen gemacht, deshalb entstehen am ehemaligen BayWa-Gelände flach gehaltene Satteldächer.

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