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Jubiläum

Bewegung bringt Kids weiter

Die Kindersportschule in Regensburg will Freude sportlicher Aktivität vermitteln. Sie feiert ihr zehnjähriges Bestehen.
Von Laura Lindner

Sportlehrerin Daniela Colluci leitet die Kinder des Eltern-Kind-Turnen beim Sporteln an. Foto: Lindner
Sportlehrerin Daniela Colluci leitet die Kinder des Eltern-Kind-Turnen beim Sporteln an. Foto: Lindner

Regensburg.Noch bis vor wenigen Jahren gehörte das Kinderturnen zum Lebensalltag von Familien, und spielende Kinder in der Öffentlichkeit waren die Norm. Doch die Zeit in denen die Kleinen bewegungslos vor dem Fernseher, Computer oder Smartphone sitzen, hat zugenommen. Dem Bewegungsmangel und den negativen Folgen wirkt die Kindersportschule KiSS in Regensburg entgegen.

Seit nunmehr zehn Jahren setzt sich die KiSS dafür ein, dass Kinder im Alter von eineinhalb bis zwölf Jahren wieder verstärkt zurück in den Vereinssport kommen und sich langfristig für eine Sportart begeistern. „Anfangs stehen jedoch der Spaß und die Freude an der Bewegung im Vordergrund“, sagte die Leiterin der Kindersportschule, Marina Gürtler, bei einem Besuch der Sportkurse.

Die Kinder fühlen sich wohl

Im Schuljahr 2009/2010 wurde die KiSS bei der Regensburger Turnerschaft für den sportlichen Nachwuchs eröffnet. Das ganze Konzept wurde ursprünglich vom Bayerischen Landessportverband ins Leben gerufen. Dessen Ziel ist es, möglichst vielen Kindern eine sportartunabhängige Bewegungsgrundausbildung, die von einem qualifizierten Sportlehrer durchgeführt wird, anbieten zu können.

In Regenburg ist die Kindersportschule unter der Leitung von Gürtler bislang die einzige KiSS. Sie besteht als eine von vielen Abteilungen des Breitensportvereins und wurde damals in den Turnhallen am Oberen Wöhrd mit 50 Kindern gestartet. Im vergangen Schuljahr zählt die KiSS bereits knapp 400 Kinder.

Unter ihrem Motto „Früh beginnen, spät spezialisieren“ bietet die KiSS bereits für Kinder ab eineinhalb Jahren Kurse an. In die Krabbel-KiSS können Kinder von eineinhalb bis drei Jahren gehen. Foto: Lindner
Unter ihrem Motto „Früh beginnen, spät spezialisieren“ bietet die KiSS bereits für Kinder ab eineinhalb Jahren Kurse an. In die Krabbel-KiSS können Kinder von eineinhalb bis drei Jahren gehen. Foto: Lindner

Und denen war der Spaß anzusehen: In den Räumen der RT herrschte am Mittwochnachmittag ein reges Treiben, überall waren laufende und spielende Kinder zu sehen. Bei den Drei- bis Vierjährigen waren besonders der Sprungkasten und das Balancieren beliebt. Die Eltern sind in diesem Kurs dabei und fangen ihre Kleinen auch mal auf. Eine Etage weiter unten ging es schon wilder zu, während die Vorschulkinder sich Basketbälle, Sprungseile oder Fußbälle schnappten und ihrem Bewegungsdrang freien Lauf ließen.

Die KiSS setzt auf ein hohes Ausbildungsniveau und pädagogische Verantwortung der Sportlehrer. Der Landessportverband sichert die Qualität des Angebots der Kindersportschulen.  Foto: Lindner
Die KiSS setzt auf ein hohes Ausbildungsniveau und pädagogische Verantwortung der Sportlehrer. Der Landessportverband sichert die Qualität des Angebots der Kindersportschulen. Foto: Lindner

Für ein sechsjähriges Mädchen ist die KiSS-Stunde das Highlight der Woche: „Ich freue mich den ganzen Vormittag in der Schule auf das Kinderturnen, wir haben so liebe Sportlehrer.“ Auch ein Junge ist begeistert: „Wir haben hier alle einen riesen Spaß und am besten ist, dass wir so viele Sportgeräte ausprobieren dürfen.“ Für welche Sportart sich die beiden später entscheiden, wissen sie noch nicht.

Einer der Sportlehrer ist Dominik Becker. Er leitet unter anderem das Kinderturnen für Fünf- bis Sechsjährige am Mittwochnachmittag. „Ich habe schon während meines Studiums angefangen, mit Kindern zu arbeiten“, erzählte die Sportfachkraft.

Die Kinder fassten schnell Vertrauen, obwohl es der erste Kurs im neuen Schuljahr war. Sowohl beim Laufen, beim Jägerball-Spiel oder auch beim Training motorischer Fähigkeiten wie Armkreisen waren die rund zehn Kinder mit vollem Elan dabei. Laut Becker können interessierte Eltern mit ihren Kindern jederzeit zum Schnuppern in die verschiedenen Kurse kommen.

„Das Konzept einer vielseitigen motorischen Grundlagenausbildung hat sich bewährt.“ Marina Gürtler, Leiterin der Kindersportschule

KiSS ist ein Erfolgsmodell

Ein Markenzeichen der KiSS ist auch das abwechslungsreiches Sportangebot unter dem Motto „Früh beginnen – spät spezialisieren“. Vom Gerätturnen über Ballsport bis zur Leichtathletik und vielen Trendsportarten bieten Gürtler und ihr Team sehr viele Arten der sportlichen Betätigung an. „Das Konzept einer vielseitigen motorischen Grundlagenausbildung hat sich bewährt“, sagte die Leiterin.

Ziel ist es, dass Spaß an Spiel und Bewegung entsteht. Die Kinder sollen eine sportartübergreifende Grundausbildung bekommen und werden in ihrem sozialen Verhalten gefestigt. Foto: Lindner
Ziel ist es, dass Spaß an Spiel und Bewegung entsteht. Die Kinder sollen eine sportartübergreifende Grundausbildung bekommen und werden in ihrem sozialen Verhalten gefestigt. Foto: Lindner

Darüber freuen sich vor allem die Eltern der sportlichen Kinder. Eine Mutter bringt ihre beiden Kinder wöchentlich zum RT-Gelände und lobte das Konzept der KiSS: „Es ist toll, dass hier so ein breites Spektrum abgehandelt wird.“ Dass man den Kindern Zeit gebe, sich für eine spezielle Sportart zu entscheiden, fördere den entspannten Umgang mit Sport. Auch die Trainer wurden von den Eltern gelobt: „Ich habe großes Vertrauen in die Sportschule, die Trainer sind hier sehr kompetent.“ Das kinder- und altersgerechte Turnen sei ein guter Ausgleich zum Schulalltag. „Die Kinder nehmen hier unglaublich viel mit“, bestätigte ein Vater.

Dieses positive Feedback freut auch den RT-Präsident Dr. Franz Rieger. „Mit der Gründung der KiSS stehen seither vor allem die Gesundheit und Entwicklung sozialer Kompetenzen von Kindern im Vordergrund.“ Damit diene die KiSS laut Rieger einer aktiven Gesundheitsvorsorge, der Aneignung von Fair-Play Verhalten und einer positiven Beeinflussung der sozialen und psychischen Entwicklung der Kinder.

Auch der RT-Präsident verdeutlichte die Brisanz dieses Themas: „Gerade in heutiger Zeit, in der viele Heranwachsende schon früh viel Zeit vor Mobiltelefonen oder dem Fernseher verbringen, ist es nötig, möglichst frühzeitige Sportangebote zu schaffen.“

Sport

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