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Covid-Forschung: Domspatzen helfen

Die Schule stellt ihre Rechner zur Verfügung, damit Simulationen zum Verhalten des Virus angefertigt werden können.

Jonathan Treffler aus der Q11 ist bei den Domspatzen der Systemadministrator und hatte die Idee, dass sich die Domspatzen hier beteiligen könnten. Er hat alles unter Kontrolle und immer ein Auge auf alle 78 Rechner.
Jonathan Treffler aus der Q11 ist bei den Domspatzen der Systemadministrator und hatte die Idee, dass sich die Domspatzen hier beteiligen könnten. Er hat alles unter Kontrolle und immer ein Auge auf alle 78 Rechner. Foto: Weigl

Regensburg.Damit der Domspatzen-Chor so schnell wie möglich wieder vor vielen Zuhörern auftreten kann, stellen die Domspatzen ihre moderne digitale Infrastruktur zur Verfügung. Das geht aus einer Pressemitteilung der Schule hervor. Mit der Rechnerleistung von 78 Computern und zwei Hochleistungsrechnern werden derzeit Proteine virtuell gefaltet; ein Beitrag zur Forschung für einen Impfstoff gegen Covid-19.

„Da unser Computerraum seit längerer Zeit eh nicht benutzt werden kann, stellten wir unsere gesamte Rechenleistung dem Projekt ‚Folding@home‘ zur Verfügung“, erklärt Jonathan Treffler, Schüler der 11. Klasse und Systemadministrator am Gymnasium der Domspatzen. Zusammen mit Paul Kutzer hatte er die Idee, sich damit an der Forschung für einen Impfstoff gegen Corona zu beteiligen.

Folding@home ist ein Projekt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Heilmittel für Krankheiten zu finden, mithilfe von Computersimulationen von Proteinen. Die Stanford Universität startete das Projekt im Jahr 2000. „Man kann dort auswählen, welche Forschungsprojekte man konkret unterstützen möchte“, sagt Treffler. Schnell war klar, dass die Domspatzen in diesen Zeiten den Kampf gegen Corona unterstützen. „Wir mussten aufgrund der notwendigen Beschränkungen unseren Chorbetrieb komplett runterfahren“, sagt Domkapellmeister Christian Heiß. Seit wenigen Tagen dürften Chöre zwar wieder gruppenweise anfangen zu proben. An ein mehrstimmiges Singen im Chor ist bei den Domspatzen aber noch lange nicht zu denken, so der Domkapellmeister. Eine Durchmischung von verschiedenen Sängern soll entsprechend der Auflagen nämlich vermieden werden.

Treffler ist mit ganzem Engagement dabei, kontrolliert jeden Tag die Server, überprüft die einzelnen Geräte. Am Wochenende macht er das sogar per Fernbetreuung. „Wir haben hier 78 Computer, die seit drei Wochen mitmachen und zwei Hochleistungsrechner, die sonst von Schülern für Projekte zum Thema Künstliche Intelligenz verwendet werden“, sagt er. Beim Proteinfalten wird technisch und virtuell simuliert, wie sich ein Virus verhält, wenn er auf bestimmte Substanzen trifft. Dabei werden viele spezifische Konstellationen von Proteinen simuliert. Da es dabei sehr viele Szenarien zum Durchprobieren gibt, können die Computer den Forschern viel manuelle Arbeit ersparen. „Die Medizinforscher haben dann mehr Zeit für andere wichtige Schritte auf dem Weg zum Medikament oder Impfstoff“, erklärt Jonathan.

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