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Regensburg-Stadt
Montag, 16. Juli 2018 29° 8

Interview

Der Krebs, der steht ständig neben sich!

Bayerns „ewiger Ministerpräsident“ kommt am 2. Juni zur Maiandacht – und Schelte. MZ-Autor Ralf Strasser sprach mit „Stoiber“ alias Wolfgang Krebs.

Der Kabarettist Wolfgang Krebs tritt als Edmund Stoiber auf. Foto: Tobias Hase/dpa

Regensburg.Hallo Herr Stoiber. Wie geht’s zu Hause in Wolfratshausen. Was machen die Blumen? Wie geht es Herrn Beckstein und dem bayerischen Ministerpräsidenten?

Stoiber: Zurzeit werden meine Blumen vom Regen hingerichtet. Vom Günther Beckstein habe ich erst kürzlich schlecht geträumt und der Horst wird noch viel länger bayerischer Ministerpräsident bleiben als die sogenannten Journalisten glauben.

Sie reisen viel, auch Regensburg steht oft auf Ihrem Terminkalender. Kommen Sie gerne in die nördlichste Stadt Italiens?

Stoiber: Natürlich! Schon alleine wegen dem schönen Blick auf den Tiber, äh den Fluss, äh den Regen und die Burg. Nicht zu vergessen den langen Lulatsch äh den Kirchturm.

Gefällt Ihnen die Weltkulturerbestadt, trotz eines roten Oberbürgermeisters?

Stoiber: Ja diesen Ruf hat die Stadt jetzt natürlich verspielt. Mit einem SPD-OB hat man automatisch das Weltkulturerbe vernichtet. Es tut mir leid, Ihnen diese traurige Nachricht mitteilen zu müssen.

Hat Sie die (deutliche) Wahl von Joachim Wolbergs überrascht?

Stoiber: Das ist wie im Fußball. Am Ende kommt das Tor und dann hast Du das Ergebnis, damit muss man leben.

Sie sind ein intimer Kenner der Regensburger CSU-Landschaft. Gibt es Überlebenstipps für das Dreamteam Franz Rieger, Hermann Vanino und Christian Schlegl?

Stoiber: Wer ein Team hat, wie Rieger, Ronaldinho und die andern Brasilianer, äh Regensburger, der braucht sich um die WM keine Sorgen zu machen.

Ihre Meinung zur neuen Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer?

Stoiber: Gut, da sagt der Name schon, wer im Schwarzen fischt, der braucht sich nicht zu wundern, wenn die Angelrute den Brunnen hinunter fällt und dann die Eulen nach Athen getragen werden. Sortieren Sie sich das einfach selbst. Jedenfalls sind mir Schwarzfischer lieber als Schwarzgelder.

Die Dult war in Regensburg 14 Tage lang das Top-Thema. Sind Sie ein Volksfesttyp?

Stoiber: Franz Josef Strauß persönlich hat mir die Bierzelttauglichkeit bescheinigt. Und jeder, der letztes Jahr bei meinem Besuch im Hahn-Zelt auf der Dult war, hat gesehen, wie ich mich selbst übertroffen habe.

Joachim Wolbergs hat fleißig das „O-Zapfen“ trainiert, er soll recht gut sein darin. Ärgert Sie das?

Stoiber: Ich habe das Anzapfen immer dem Münchner OB Ude überlassen. Oder anderen Wasserträgern äh Milchschäumern. Horst Seehofer hat einmal ein Bierfass mit über 17 Schlägen zertrümmert.

Thema Katholikentag: Welche Sünden muss die Regensburger Politprominenz beichten? Kann es eine Generalabsolution geben. Wenn ja, von wem?

Stoiber: Die Generalabsolution ist ein historischer Bestandteil der Maiandacht, die gibt’s nur hier.

Der Katholikentag rockt Regensburg, hieß es in der Mittelbayerischen Zeitung, Ihr Favorit beim Kulturprogramm?

Stoiber: Für mich ist der Favorit die Festrede von Alois Glück, die könnte kein Kabarettist übertreffen. Es steht mir fern, über den Mann zu richten, der, wenn man den Chronisten glaubt, an meiner Absägung beteiligt gewesen sein soll, aber sollte das stimmen, dann wäre das der Beweis, dass man sich auch vom Paulus zum Saulus zurückverwandeln kann.

Thema EU-Wahl: Die Regensburger CSU verliert acht Prozent, die SPD legt 10 Prozent zu, die AfD gewinnt …

Stoiber: Europa ist für die Regensburger weit weg, und Neuerungen ist man hier sehr kritisch gegenüber. Auch ich musste mich erst kürzlich an den Gedanken gewöhnen, dass die Erde keine Scheibe sein soll.

Regensburg bekommt ein neues Fußballstadion. Sie spielen gerne in der ersten Liga, wird der Jahn bald auch dort sein?

Stoiber: Wenn der alte Turnvater Jahn nur mitspielen würde, dann bräuchte man sich darum keine Sorgen machen. Aber ich habe schon lange nichts mehr von ihm gehört...

Das Museum, „Haus der Geschichte“ kommt nach Regensburg. Auch eine Guillotine wird aufgestellt …

Stoiber: Wenn da eine Guillotine steht, dann komme ich nicht vorbei, denn ich habe mir das Rauchen abgewöhnt.

Wird Ihr Freund, der Kabarettist Wolfgang Krebs, Sie zur Maiandacht im Juni begleiten?

Stoiber: Sie merken ja, der Krebs steht ständig neben sich. Wenn er auch da sein sollte, dann wird er wieder damit beschäftigt sein, einzelne Mitwirkende aus dem Singspielteam anzubaggern und seine „Feierfestigkeit“, äh seine Trinktreue unter Beweis zu stellen. Und seinen Freund Peter Kittel anzuschleimen. Aber wenn er da ist, dann freu ich mich, ihm mal ordentlich die Leviten zu lesen.

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