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Regensburg

Die musikalischen Botschafter der Stadt

Die Bläserphilharmonie Regensburg besteht seit 20 Jahren. Dies feiert sie mit einem Fünf-PunkteProgramm. Den Auftakt bildet das Faschingskonzert.
Von Hans Scherrer, MZ

  • Mittlerweile hat sich die Bläserphilharmonie Regensburg zu einem auch international anerkannten Höchststufenorchester entwickelt. Foto: MZ-Archiv
  • Auch Harfe und Kontrabass tragen zum Klangbild der Bläserphilharmonie bei.Fotos: MZ-Archiv

Regensburg.„Am 13. Dezember 1993 haben wir unsere erste Probe abgehalten“, erinnert sich Rüdiger Deutsch, der Vorsitzende des Symphonischen Blasorchesters Regensburg (sbor), das sich mittlerweile „Bläserphilharmonie Regensburg“ nennt. „Und am 4. Juli 1994 haben wir im Neuhaussaal unser erstes Konzert gegeben.“ An das Eröffnungsstück erinnert sich Deutsch ebenfalls noch ganz genau: „Es war das ,Festival Prelude’ von Alfred Reed.“

Genau diese Komposition soll zur Eröffnung des Jubiläumskonzerts wieder gespielt werden, das am 20. Juli – natürlich – im Neuhaussaal stattfindet. Über das weitere Repertoire hüllen sich die Verantwortlichen noch in Schweigen. Zuvor aber steigt am 2. März um 17 Uhr im Antoniussaal das traditionelle Faschingskonzert.

Faschingskonzert am 2. März

Um Missverständnissen vorzubeugen: Mit „Humta täterä“ oder dem „Narhalla-Marsch“ hat das nichts zu tun. Vielmehr steht das Programm unter dem Motto „Klangfarben“ und „es wird mit Stücken, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, das gesamte Spektrum der symphonischen Blasmusik abdecken“, verspricht Jörg Seggelke, der künstlerische Leiter des Orchesters. Von „Colors for Trombone“, einem Konzert für Posaune und symphonisches Blasorchester von Bert Appermont über Maslankas „Traveler“ – einem sehr eingängigem Stück, das vor allem durch außergewöhnliche Instrumentierung besticht – bis hin zur den „Armenischen Tänzen“ von Alfred Reed, einem Klassiker in diesem Genre, ist für alle Zuhörer etwas dabei. Karten gibt es an der Abendkasse sowie im Vorverkauf bei Musik Wittl, Tel. (0941) 5 58 92.

Und schon am 28. März folgt der nächste Streich: Dann gibt das Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr auf Einladung der Bläserphilharmonie im Gemeindezentrum Lappersdorf ein Benefizkonzert unter der Leitung von Oberstleutnant Michael Euler. „Das sind lauter höchst motivierte junge Musikerinnen und Musiker, die im Beruf Fuß fassen wollen“, weiß Seggelke, „sozusagen die Elite unter Deutschlands Blasorchestern“. Und der Reinerlös dieses Konzerts kommt dem Regensburger Blindeninstitut zugute, wo die Bläserphilharmonie Regensburg schon seit Jahren die Möglichkeit zum Proben hat. „Mit diesem Benefizkonzert wollen wir dem Blindeninstitut unseren Dank zum Ausdruck bringen“, sagt Seggelke.

Ein Auftritt beim Katholikentag

Eine ganz große Anerkennung wird der Bläserphilharmonie im Frühjahr zuteil. „Wir haben eine Einladung vom Deutschen Katholikentag bekommen, am 31. Mai in der Dominikanerkirche zu spielen.“ Neben der „Symphony of the future“ wird dann auch ein vertontes „Vater unser“ aufgeführt werden. Seggelke: „Wir freuen uns über diese Einladung sehr, weil das eine große Ehre für uns ist.“

Und zum Jahresende steht die Bläserphilharmonie vor einer einzigartigen Herausforderung: „Wir werden in Mittelfranken das Neujahrskonzert im Rahmen einer Reihe bestreiten, die ansonsten nur professionellen Orchestern vorbehalten ist“, kündigt Seggelke an. Als Vorbereitung werde er die zweite Jahreshälfte dazu nutzen, ausschließlich für dieses Ereignis zu proben, um so dem Anspruch, den man an das Orchester stellt, auch gerecht zu werden. Bei so viel Probeaufwand ist es dann naheliegend, dass dieses Programm anschließend wiederholt wird. „Wir haben dafür schon weitere vier Konzerttermine in der Planung.“

Stolz ist Seggelke auch darauf, dass die Bläserphilharmonie bereits den dritten Tonträger produziert hat. „Herr der Ringe“ war die erste CD, die schon vor zehn Jahren aufgenommen wurde. Dabei handelt es sich nicht um die Filmmusik des erfolgreichen Hollywoodstreifens, sondern um eine Originalkomposition von Johan de Meij aus dem Jahr 1985, „die mit dem Film nicht zu tun hat“, erklärt Deutsch.

Diese erste Tonaufnahme sei zugleich ein gewaltiger Motivationsschub für das Orchester gewesen, sagt Seggelke. Und weil gleichzeitig die Fluktuation stark gesunken sei, habe man „die musikalische Leistung immens steigern“ können.

Doch auch 2013 sei ein musikalisch erfolgreiches Jahr für die Bläserphilharmonie gewesen, erzählt Eva-Maria Boßle, die Pressesprecherin (und Flötistin) des Orchesters. Der Live-Mitschnitt des Faschingskonzerts 2013 mit dem Titel „Die Herausforderung“ habe das Orchester dermaßen überzeugt, dass man entschied, diesen Mitschnitt professionell zu produzieren. Und im Herbst begab sich das Orchester zu einer dreitägigen Studioaufnahme in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk. Dabei wurden die Preisträgerwerke des 2011 abgehaltenen Schönwerth-Wettbewerbs eingespielt. Das Ergebnis wurde im Januar in einer einstündigen Radiosendung des BR präsentiert und kommt demnächst als neueste CD der Bläserphilharmonie unter dem Titel „Der Wundervogel“ in den Handel.

Auch international erfolgreich

„Längst haben wir uns auch über Regensburg hinaus einen Namen machen und durch erfolgreiche Teilnahmen an nationalen wie internationalen Wettbewerben Aufmerksamkeit gewinnen können“, stellt Boßle klar. So belegte die Bläserphilharmonie den ersten Platz in der Höchststufe beim Blasorchesterwettbewerb der CISM in Bamberg. Und beim international renommierten Wettbewerb „Flicorno d’oro“ in Italien landeten die Regensburger Bläser unter 21 teilnehmenden Orchestern auf dem zweiten Platz in der „categoria superiore“. So etwas spornt nicht nur an, sondern es spricht sich auch herum. „Regensburg kann glücklich sein, ein solches Orchester zu haben“, ist Jörg Seggelke überzeugt.

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