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Brauchtum

Die Dult aus neuer Perspektive sehen

Rundgang über die Regensburger Maidult: 18 Gewinner lernten bei der MZ-Backstage-Tour viel Neues über das Volksfest.
Von Daniel Steffen

  • Dult ist dort, wo Riesenrad und Geisterschloss sich begegnen. Foto: Daniel Steffen
  • Prost! Nach dem rund dreistündigen Dult-Rundgang stillten die MZ-Gewinner im Glöckl-Zelt erst einmal ihren Durst. Foto: Daniel Steffen

Regensburg.Mit 87 Jahren hat er es endlich getan: Der Alteglofsheimer Johann Fichtl strahlte über das ganze Gesicht, als er sich zum ersten Mal in seinem Leben in das Riesenrad setzte. Begeistert schaute er nach rechts und links und erblickte das Regensburger Welterbe weit unter sich. Auch das Dult-Gelände hatte er bei strahlendem Sonnenschein in bester Übersicht. „Also, das will ich jetzt öfter machen“, sagte er höchst zufrieden. Auch wenn er schon als Jugendlicher auf die Dult gegangen sei, sei das Kettenkarussell damals das Höchste der Gefühle gewesen.

Die schönsten Bilder des zweiten Dult-Wochenendes finden Sie hier:

„Wir hatten ja noch nicht die Möglichkeiten wie die Jugendlichen heute“, gab Fichtl zu verstehen. An seiner Seite hatte er am Freitag Tochter Sabine Fürst, die ebenfalls eine schöne MZ-Backstage-Tour resümierte und insbesondere die Riesenrad-Fahrt in bester Erinnerung behalten wird. „Uns hat es sehr gefallen“, sagte sie und gönnte sich mitsamt den übrigen 17 Gewinnern zum Abschluss der dreistündigen Tour eine deftige Brotzeit. Wirt Alfred Glöckl hatte die Gewinner zu sich ins Zelt eingeladen und die Gäste üppig verköstigt.

Der Blick ins „Heiligtum“

18 gut gelaunte Dult-Rundgänger haben bei der „MZ-Backstage-Tour“ gewonnen und machten sich am Freitag auf den Weg, der auch hinter die Kulissen führte. Foto: Daniel Steffen
18 gut gelaunte Dult-Rundgänger haben bei der „MZ-Backstage-Tour“ gewonnen und machten sich am Freitag auf den Weg, der auch hinter die Kulissen führte. Foto: Daniel Steffen

Keine Frage: Die 18 Gewinner hatten auf der Dult so einiges gesehen, was ein gewöhnlicher Fest-Besucher nicht zu Gesicht bekommt. Die Schausteller gewährten ihnen einen Blick in ihr „Heiligtum“, das Innenleben ihrer Wohnmobile. Dass es sich in den Vehikeln gemütlich lebt und auch reichlich Platz vorhanden ist, davon konnten sie sich ein Bild machen. Von Wirtin Magdalena Kübler erfuhren sie, dass sich das Ausschankgebäude ihres „Thurn&Taxis“-Bierdorfs aus lediglich einem Container zusammensetzt. Die Hydraulik mache es möglich, dass der urig anmutende Stadl seine vollen Ausmaße von 14 Metern Länge, neun Metern Höhe und sechs Metern Tiefe annehme. Wird der Ausschankstadl transportiert, dann „schrumpft“ er auf drei Meter Breite und vier Meter Höhe. Für den kompletten Aufbau des Bierdorfes mit rund 300 Außenplätzen benötigen Kübler und ihr Team etwa zwei Tage, gab es vor Ort zu erfahren.

Es herrschte aber nicht nur gute Stimmung. Auch die Polizei war am Wochenende mehrmals auf der Dult im Einsatz!

Noch ein wenig stärken – und dann ab ins Festzelt! Die 20-jährige Maxi Enden gönnte sich vor dem Partyabend mit ihren Freunden ein Crêpe mit frischen Erdbeeren und Nutella. Foto: Daniel Steffen
Noch ein wenig stärken – und dann ab ins Festzelt! Die 20-jährige Maxi Enden gönnte sich vor dem Partyabend mit ihren Freunden ein Crêpe mit frischen Erdbeeren und Nutella. Foto: Daniel Steffen

Selbst Hand anlegen war am Freitag ebenfalls gefragt. In der Crêperie „Moulin Rouge“ der Familie Ulrich wagten sich Freiwillige vor und probierten, die Teigspezialität mal selbst zuzubereiten. Für ihren Einsatz und ihr sehenswertes Ergebnis verdienten sie sich einen tüchtigen Applaus. Von den neuen Fahrgeschäften schauten sich die MZ-Gewinner unter anderem die Wildwasserbahn „Rio Rapidos“ und den 85 Meter hohen „Hangover“, den höchsten transportablen Freifallturm der Welt, an: Mit einem Tempo von 25 Metern pro Sekunde sausen die Passagiere in der Gondel in die Tiefe, dabei wirkt eine Kraft von 4G auf sie ein. Das sei etwa so viel bei einem Start eines Starfighter-Flugzeugs, hieß es.

Tolle Stimmung in den Festzelten

Das Pfingst-Wochenende bescherte den Dult-Machern zunächst nur bedingt mehr Gäste. Nach dem Bilderbuchwetter am Freitag versteckte sich die Sonne am Samstag meist hinter Wolken. Trotzdem füllten sich abends die Reihen in den Festzelten sehr gut. Für Stimmung sorgten am Samstag etwa die „Wilden Engel“ im Hahn-Zelt sowie „D‘ Sandler“ im Glöckl-Zelt.

Die Polizei ärgerte sich derweil über sieben Falschparker, die eine Feuerwehranfahrt blockierten und deren Autos abgeschleppt werden mussten. Die Parksünder müssen nun samt Verwarnungsgeld und Abschleppkosten für ihr Fehlverhalten deutlich mehr als 200 Euro berappen, heißt es in einer Mitteilung.

Eine 15-Jährige wurde am Sonntagabend gegen 19 Uhr von den Beamten mit einem Joint erwischt, den sie in einer Schachtel mit sich führte. Ihr Vater holte das Mädchen kurz darauf in der Polizei-Inspektion Nord ab.

Lesen Sie auch: Die enge Gasse zwischen Bad- und Lieblstraße ist eine beliebte Abkürzung zum Dultplatz.

Die Gasse "Namenlos" führt zur Dult

Alles zur Maidult in Regensburg

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