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Dult

Piratenschiff lockt Dultbesucher

Das Laufgeschäft der Schausteller-Familie Schneider auf der Regensburger Dult bietet Seeräuber und einen riesigen Hai.
Von Daniel Steffen

Das Piratenschiff der Schaustellerfamilie Schneider ist schon wegen seiner Optik ein Anziehungsmagnet. Foto: Steffen
Das Piratenschiff der Schaustellerfamilie Schneider ist schon wegen seiner Optik ein Anziehungsmagnet. Foto: Steffen

Regensburg.Ein bedrohlich wirkender Hai ziert die Front der Dult-Attraktion ebenso wie zahlreiche Requisiten, die mit dem Piratenleben in Verbindung stehen. Fässer, Kanonen, Papageienkäfige und auch ein Anker gehören zur Ausstattung der „Pirates Adventure“ dazu. Sowohl am Tag als auch bei Dämmerung ist das Laufgeschäft ein Hingucker – und immer wieder machen Besucher davon Aufnahmen.

Doch manchmal, so sagt Janida Schneider von der gleichnamigen Schausteller-Familie, bringen die Festbesucher etwas durcheinander. Nein, eine Geisterbahn sei die Pirates Adventure keineswegs, sondern die „einzige voll thematisierte Abenteuersimulationsanlage in Deutschland“.

Durch Türen in eine andere Welt schlüpfen

Und darauf sei die Betreiberfamilie aus Lippstadt freilich stolz. Wer das Laufgeschäft als Piratenschiff deutet, liegt richtig: Spätestens im Inneren der Anlage kommt einem dieser Gedanke unweigerlich auf. Piratenfiguren kommen dort mit den Besuchern ins Gespräch – und von Tür zu Tür öffnet sich – vollauf elektrisch – eine neue Welt. Sprechende Vögel kommen auf jener Reise ebenso vor wie die stürmische See oder eine prall gefüllte Schatzkiste.

Insgesamt dauert der Trip durch die Abenteuerwelt sieben Minuten –und für 3,50 Euro Eintritt ist das „Ticket“ gebucht. „Vom Kassenhäuschen aus kann ich alles mit Kameras beobachten und einschreiten, falls es nötig sein sollte“, erklärt Janida Schneider. Zum Beispiel dann, wenn es jemand plötzlich mit der Angst zu tun bekommt, obwohl das Laufgeschäft nicht auf Grusel getrimmt ist.

Ehe die Pirates Adventure komplett steht und glänzt, vergehen mindestens zwei volle Tage. In diesem Fall ist Volldampf angesagt, im gemütlichen Fall können sich die Betreiber bis zu fünf Tage mit dem Aufbau Zeit lassen. Auf der Dult stand das 300 Quadratmeter große Laufgeschäft innerhalb von drei Tagen, Hand angelegt hat die Familie hier ganz allein.

Schaustellerfamilie in sechster Generation

Die Schneiders haben Glück, der Nachwuchs zieht mit, wie das bei Schaustellerfamilien so oft er Fall ist. Die Söhne Louis (20) und Hans (13) sind nach Regensburg mitgereist – und Tochter Danielle (23) ist derzeit auf dem Nürnberger Herbstvolksfest mit ihrem Ringwurf-Geschäft vertreten. Mittlerweile ist die Schaustellerfamilie in der sechsten Generation angekommen, angefangen hat einst alles mit einem großen Hippodrom auf der Cannstatter Wasen. „Damals ritt man zur Belustigung auf Eseln“, sagt Janida Schneider über die Anfänger der Schausteller-Tradition. Sie selbst habe in die Familie „eingeheiratet“.

An Disney angelehnt

  • Maße: Das Laufgeschäft Pirates Adventure stammt aus dem Jahr 1998 und wurde regelmäßig erneuert. Es ist 27 Meter breit, elf Meter tief und zwölf Meter hoch und im Besitz der Schaustellerfamilie Michael Schneider aus Lippstadt.

  • Vorlage: Thematisch angelehnt ist die Dult-Attraktion an die Themenfahrt „Pirates of the Caribbean“ in den „Walt Disney Parks and Resorts“.

Die Artisten-Karriere ihrer Mutter und ihrer Großeltern wollte sie nicht fortsetzen. Und so zieht sie nun seit Jahren quer durch Deutschland von Volksfest zu Volksfest. Da die Saison von März bis Dezember dauert, ist an Urlaub nur ganz selten zu denken. Dieses Mal aber soll es klappen: In der kommenden Faschingssaison, in der die Schausteller weitgehend Ruhe haben, geht es für die Familie auf nach Thailand, um vom Volksfestalltag mal ein wenig Abstand zu haben.

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