MyMz
Anzeige

Szene

Disco-Betreiber eröffnet Dult-Stadl

Der Chef des Regensburger Beats-Club will das Traditionsfest modernisieren. Eine Diskothek wird „Artmann‘s Herzl“ aber nicht.
Von Micha Matthes und Mathias Wagner, MZ

  • Richtfest für eine neue Dult-Generation: Martin Simon, Verkaufsleiter bei Bischofshof (v. l.), Szene-Gastronom Peter Artmann, Martin Sperger, Geschäftsführer der Brauerei Kneitinger und der Kneitinger-Braumeister Albert Kellner stoßen auf das Herzl an. Foto: mt
  • Am 13. Mai startet wieder die Dult. Archivfoto: la

Regensburg.Peter Artmann hat „Bock auf Heimat“. Der Betreiber des Regensburger Parkhaus-Clubs Beats betritt mit einer neuen Bier-Schenke auf der Maidult Neuland. Am 13. Mai ist die Eröffnung. Aber schon jetzt feierte „Artmann‘s Herzl“ Richtfest. Kein Wunder: Denn bei der 13 Meter breiten, 13 Meter langen und sechs Meter hohen Blockhütte handelt es sich sicher um eine etwas aufwendigere Konstruktion. „Eine Bierschenke hat es in dieser Form noch nie auf der Dult gegeben“, sagt Artmann. „Wir wollen uns von den anderen abheben, ein Alleinstellungsmerkmal schaffen.“ Die Festwirte sind gespannt, begrüßen bislang aber die Neuerung. Und auch die Stadt sieht keine Probleme mit dem erweiterten Angebot.

Am 13. Mai startet wieder die Dult.
Am 13. Mai startet wieder die Dult. Archivfoto: Steffen

Artmann beschreibt das Herzl selbst als Schenke und zeigt dabei Fotos eines Modellbaus, der an eine Ski-Hütte erinnert. Ein erster Flyer spricht von „regionalen Spezialitäten in gemütlichem, urigem Abiente“. Im Innenraum dienen feste Holzboxen als Sitzgelegenheit, in der Mitte befindet sich ein langgezogener Tisch für 40 Personen – der sogenannte „Regensburger Tisch“. Offiziell bietet das Holzhaus 150 Sitzplätze, vermutlich werden oft aber deutlich mehr Besucher im Herzl oder an der Außenbar feiern.

Fünf Bands spielen Party-Musik

Der neue Dult-Stadl soll das Traditionelle mit dem Modernen verbinden.
Der neue Dult-Stadl soll das Traditionelle mit dem Modernen verbinden. Foto: mt

„Die Regensburger Tradition soll weiterleben, aber wir wollen sie ein bisschen modern interpretieren“, sagt Artmann. Fünf regionale Bands hat der neue Schenken-Wirt dazu engagiert. Dazu gehören unter anderem „Almost Heart-Chor“, „Charlie Tango“ und „5-er Pasch“. Daneben werden auch immer wieder DJs auflegen. „Eine Disco wird es aber ganz klar nicht“, sagt Artmann. Er spricht von „Party-Musik“ oder „bayerisch interpretierten Hits“. Den Begriff „Après-Ski“ will er für sein neues Konzept nicht verwenden. „Es ist sicher auf Stimmung und ausgelassenes Feiern ausgelegt, den Beats-Club wird man im Herzl aber nicht wiedererkennen.“

Rigide Dult-Bestimmungen

  • Lärmtechnisch

    sei eine Dult nahe der Innenstadt immer ein Problem, sagt Rechtsreferent Dr. Wolfgang Schörnig.

  • Ein Lärmingenieur

    pegelt in Regensburg schon beim Aufbau die sogenannten Limiter ein. Zusätzlich überprüft er bei Betrieb mit einem Lärmmessgerät immer wieder die Lärmpegel.

  • Für die Dult

    gebe es rigide Bestimmungen, sagt Schörnig. „Wir bemühen uns so, das Fest zu ermöglichen und gleichzeitig die Anwohner zu schützen.“

Abgesehen von den Tischen gibt es in der Blockhütte keine Tanzfläche. Sperrstunde ist auch im Herzl um 23 Uhr. Es werde aber eine Kooperation mit dem Beats-Club geben, sagt Artmann.

In der Gastronomie ist der Club-Chef seit 15 Jahren tätig, mit der Dult hat er aber noch wenig Erfahrung. Daher bleibt er auch zurückhaltend. „Wir sind kein Zelt“, stellt er immer wieder klar. Auch, weil er vermutet, dass sich die Festzeltwirte womöglich wenig über die neue Schenke freuen könnten.

Der neue Dult-Stadl soll das Traditionelle mit dem Modernen verbinden.
Der neue Dult-Stadl soll das Traditionelle mit dem Modernen verbinden. Foto: mt

Die lassen sich davon aber zumindest wenig anmerken. „Man muss ja mit der Zeit gehen“, sagt Festwirt Alfred Glöckl. „Wir bauen auch jedes Jahr etwas Neues ein. Und alles, was auf der Dult neu ist, ist auch gut für die Dult.“ Einen Versuch sei so etwas immer wert. „Wir haben aber sicher eine andere Philosophie.“ Das Glöckl-Festzelt fasst inklusive Biergarten rund 4000 Personen.

Ausgeschenkt werden im Herzl Festbiere von Bischofshof und Kneitinger. Außerdem wird Artmann einen Eisbock anbieten. Die Eismass wird dazu in einen gekühlten Steinkrug eingefüllt. Weine, Prosecco und einfache Cocktails wie Hugo ergänzen das Angebot. Und auch neun Gerichte stehen auf der Karte. Unter anderem werden Wurstkuchl-Bratwürste angeboten.

Bilder der neuen Dultattraktion finden Sie in unserer Fotostrecke:

Richtfest für Artmann's Herzl

Das sogenannte Regensburger Köpfel, bei dem es sich um eine Maßeinheit handelt, sieht Glöckl als keine große Besonderheit. „Das verkaufen wir seit Januar im Biergarten im DEZ“, sagt er. Mit Getränken wie dem Eis-Bock treffe Artmann aber sicher eine gute Nische. Es gebe auf der Dult unterschiedlichste Angebote und das sei auch gut so. „Der Dultplatz funktioniert sowieso nur miteinander“, sagt Glöckl.

Am 13. Mai startet wieder die Dult.
Am 13. Mai startet wieder die Dult. Archivfoto: Steffen

Festwirt Michael Hahn geht davon aus, dass die Gesamtkapazität auf der Dult nicht erweitert werden kann. Das Herzl ersetzt also nur einen anderen Anbieter. „Attraktive Geschäfte sind für die Dult immer gut und wichtig“, sagt Hahn. „Unser aller Ziel ist es, dass viele Menschen kommen und sie ein breites Angebot vorfinden.“ Er habe keine Bedenken, dass die jungen Gäste jetzt aus den Festzelten ins Herzl abwandern. „Es gibt genügend Besucher und damit nur Gewinner“, sagt Hahn.

Gastro-Angebot nicht vergrößert

Rechtsreferent Dr. Wolfgang Schörnig ist seitens der Stadt für die Dulten zuständig.
Rechtsreferent Dr. Wolfgang Schörnig ist seitens der Stadt für die Dulten zuständig. Foto: Lex

Nur für zwei große Festzelte sei auf der Dult Platz, sagt Rechtsreferent Dr. Wolfgang Schörnig. Dazu kämen noch drei Fischzelte und ein Weinzelt sowie zahlreiche weitere kleine Imbisse. Das Herzl tritt nun – in ungefähr gleicher Größe – an die Stelle des ehemaligen Steak-Hauses „Dos Amigos“. „Quantitativ wird das Gastro-Angebot damit also nicht vergrößert“, sagt Schörnig. Daher werde es auch kein böses Blut unter den Wirten geben. „Wir hoffen, dass das Herzl ein Super-Hingucker wird und sehen es selbstverständlich als Bereicherung, wenn für junge Leute hier etwas Neues geboten wird.“

Für die Dult gibt es ein ausführliches Bewerbungsverfahren. „Artmann hat unter vielen Bewerbern für sein vorgelegtes Gesamtpaket mit Abstand die meisten Punkte in diesem Verfahren erhalten und deshalb den Platz bekommen“, sagt Schörnig. Zu den Bewertungskriterien zählten unter anderem die Bereiche Kreativität, Innovation und Chancen.

Weitere Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es auch über WhatsApp direkt auf das Smartphone.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht