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MZ-Aktion

Neun Erkenntnisse aus „Fahr Rad!“

Regensburg braucht eine Verkehrswende. Die Mittelbayerische hat sich intensiv damit beschäftigt, wie das gelingen kann.

Regensburg will fahrradfreundlicher werden. Wir haben die Bestandsaufnahme gemacht. Foto: dpa
Regensburg will fahrradfreundlicher werden. Wir haben die Bestandsaufnahme gemacht. Foto: dpa

Regensburg.„Fahr Rad! – Regensburg auf dem Weg zur Fahrradstadt“ – unter diesem Titel haben wir in den vergangenen zwei Wochen die Situation der Radfahrer in Regensburg beleuchtet. Dabei hat sich gezeigt: Regensburg kann die Verkehrswende schaffen, dafür braucht es aber auch Visionen. Und klar ist auch: Das Thema polarisiert. Neun Erkenntnisse aus unserer Aktion.

Jetzt braucht es Visionen:

2014 wurde in Kopenhagen die „Cykelslangen“ (dt. Fahrradschlange) eröffnet, eine 230 Meter lange Stahlbrücke für Fahrradfahrer über das innere Hafenbecken der Stadt. Foto: Dissing+Weitling
2014 wurde in Kopenhagen die „Cykelslangen“ (dt. Fahrradschlange) eröffnet, eine 230 Meter lange Stahlbrücke für Fahrradfahrer über das innere Hafenbecken der Stadt. Foto: Dissing+Weitling

Es reicht nicht aus, eine Fahrradstadt werden zu wollen. Regensburg braucht ein konkretes Konzept, das Lust darauf macht, täglich mit dem Rad unterwegs zu sein. Wer will, dass Autofahrer umsteigen, muss ihnen eine Alternative bieten, die ebenso schick und komfortabel wie der motorisierte Untersatz ist.

Zu viele Radwege enden im Nichts:

Ob an der Franz-Josef-Strauß-Allee, beim Passieren der Landkreisgrenze oder an stark befahrenen Kreuzungen – statt mit Fahrtwind in den Haaren strampeln zu können, müssen sich die Radler in Regensburg oft auf frustierenden Stop-and-Go-Verkehr einstellen. Auch das ist das Ergebnis unserer Bestandsaufnahme.

Mobilität

Fahrradfahren wie die Dänen

Kopenhagen gilt als fahrradfreundlichste Stadt der Welt. Regensburg hinkt weit hinterher – könnte sich aber Vieles abschauen.

Das Thema polarisiert:

Kein Radler ist alleine auf der Straße, sondern muss sie sich mit anderen Verkehrsteilnehmern teilen. Viele Radler halten sich dabei an die Verkehrsregeln, manche nicht. Auch das führt dazu, dass Projekte zugunsten des Radverkehrs wie die Freigabe der Regensburger Fußgängerzone nie unumstritten sind.

Angst ist der schlechteste Ratgeber:

Auch wenn das Thema polarisiert, ängstliche Tippelschritte und Minimallösungen helfen niemandem weiter, sondern sorgen höchstens für Frust auf allen Seiten. Deswegen braucht es für die Zukunft des Regensburger Radverkehrs mutige Pläne, die von vorneherein darauf ausgelegt sind, gewissem Gegenwind zu trotzen.

Video: MZ

Der Raum ist begrenzt:

Wer den Radfahrern in Regensburg mehr Raum geben will, kann das Straßennetz nicht vollkommen neu verlegen. Eine Entscheidung für mehr Fahrradverkehr ist deswegen auch immer eine gegen motorisierten Individualverkehr in dem Umfang, wie er jetzt auf Regensburgs Straßen unterwegs ist.

Fahrradwege in Regensburg

Über wie viele Kilometer erstreckt sich das Straßennetz in Regensburg und wie lang ist das Radwegenetz? Unsere Grafik verrät es Ihnen. Klicken Sie auf „Animation starten“:

Ein Siegel sagt wenig aus:

Die Bewertungskommission der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen empfahl die Auszeichnung. Vielmehr ging es bei der Bewertung darum, was sich Regensburg vorgenommen hat. Obwohl Regensburg ein neues Prädikat in Aussicht hat, gibt es aber viel Unzufriedenheit unter den Radfahrern – es könnte einen Bürgerentscheid geben.

Verkehr

Kritik an fahrradfreundlicher Stadt

„Fahrradfreundliche Stadt“: Experten ziehen Auszeichnung in Zweifel: Sie sage nichts über den Zustand des Radverkehrs aus.

Das Rad hat Potenzial:

Ökologisch, platzsparend und alltagstauglich – Radfahren ist viel mehr als ein Hobby, es ist ein Verkehrsmittel der Zukunft: Und so wünschen sich auch viele Betriebe in der Region laut einer kürzlich veröffentlichten Studie der Industrie- und Handelskammer den Ausbau der Fahrradwege im Raum Regensburg.

Mobilität

Steuerbefreit in die Arbeit radeln

Dank Diensträdern kann sich Radfahren steuerlich lohnen. Rund um Regensburg kommt das Angebot an. Manchen reicht es nicht.

Drahtesel brauchen Sicherheit:

Räder gehen ins Geld. Wer täglich Fahrrad fährt, ist bei der jährlichen Inspektion einen dreistelligen Betrag los. Liebhaber holen sich Räder im Wert eines Kleinwagens. Jeder will nach diesen Investitionen sein Gefährt dort wiederfinden, wo er es abgestellt hat. Regensburg gilt aber als Stadt der Fahrraddiebe. Zumindest ein Fahrradparkhaus ist also überfällig.

Der Helm sollte immer dabei sein:

Kein Radler hat eine Knautschzone. Die Verletzungen, die bei einem Sturz drohen, sind gravierend. Deswegen sollten sich radverliebte Helmverweigerer kritisch hinterfragen.

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