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Denkmal

Farbige Schauprobe am Salettl

Freude über erste Anzeichen der Generalsanierung des Denkmals: Der Geschichts- und Kulturverein Kumpfmühl zieht stolz Bilanz und bleibt am Ball.

  • Das Salettl in Regensburg-Kumpfmühl:Das Dach ist bereits erneuert, der Rest wird im nächsten Jahr saniert.Fotos: Wiedamann
  • Farbproben am Salettl

Kumpfmühl.Das barocke Salettl ist das Kleinod, das Hubert H. Wartner, dem Kopf des Geschichts- und Kulturvereins Kumpfmühl ganz besonders am Herzen liegt. Dementsprechend freute sich der Vorsitzende auch, als er vor zwei Wochen als Vorboten der großen Sanierung des Denkmals im Karl-Bauer-Park im nächsten Jahr die Farb- und Putzproben an der Außenwand des ehemaligen Gartenhauses entdeckte. „Das wird ein Schmuckkästchen. Und es geht vorwärts“, jubelt Wartner.

Es handelt sich um Farbmuster, die mit dem Landesamt für Denkmalpflege und mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abgestimmt wurden und bei der Sanierung verwendet werden sollen, bestätigte die städtische Pressestelle auf Anfrage. Aktuell werden die Planungen für die Sanierung erstellt und die Kosten ermittelt. Der Baubeginn ist für 2015 geplant.

Dass die Kosten für die Sanierung des Salettls und den Neubau eines Gebäudes an der Stelle des ehemaligen Schweinestalls des Anwesens höher werden, als die aufgrund einer Schätzung aus dem Jahr 2013 angenommenen Gesamtkosten in Höhe von 700 000 Euro scheint wahrscheinlich. „Mittlerweile sind die Planung und die Kostenermittlung weiter fortgeschritten. Es hat sich gezeigt, dass der Aufwand für die Erstellung des neuen Gebäudes größer ist als damals angenommen und dass die damalige Schätzung zu niedrig war. Wie hoch die tatsächlichen Kosten sind, wird erst feststehen, wenn die Kostenermittlung endgültig abgeschlossen ist –voraussichtlich bis Ende des Jahres 2014, informierte Karin Butz von der Pressestelle der Stadt.

Der Geschichts und Kulturverein Kumpfmühl hat sich seit seiner Gründung 2007 mit aller Kraft für den Erhalt des Denkmals eingesetzt – und wird nicht ruhen. Inspiriert durch die neueste Entwicklung, hat Wartner für 23. September eine öffentliche Informationsveranstaltung mit Podiumsdiskussion mit Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Stadträten zum Thema „Was gibt’s Neues zum Salettl?“ im Pfarrsaal angesetzt. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn findet um 19 Uhr eine Begehung zum Salettl für die Vereinsmitglieder statt.

Vertreter der Verwaltung werden laut Wartner nicht zur Veranstaltung entsandt werden, habe die Stadt informiert. Aber: „Wir werden bei Fragen, die nicht beantwortet werden, nachhaken!“, kündigt Wartner schon jetzt an.

Luftangriffe auf Kumpfmühl

Dass sich der Verein enorm für den Stadtteil und darüber hinaus engagiert, zeigt die Bilanz, die Wartner und Vorstandsmitglied Dr. Hermann Reidel dieser Tage in einer Pressekonferenz zogen. Wartner erinnerte an die Gedenkfeier für die Opfer der Luftangriffe vom 28. Dezember 1944. „Es geht uns primär darum, zu zeigen, dass Kumpfmühl unvergleichlich viel von den Luftangriffen abbekommen hat,“ wehrte Wartner Beifall von der falschen Seite ab. Die Gedenkfeier mit Fackelzug solle 2014 wieder abgehalten werden, diesmal direkt am 28. Dezember und erneut ohne „rechtsgerichteten Pomp“, wie Wartner bekräftigte.

Dem Thema der Luftangriffe auf Kumpfmühl ist auch das dritte Heft „Vitusbach“ gewidmet, das gerade im verlag Peter Morsbach erschienen ist.

Die vom Kulturverein organisierte und mit Sonderführungen unterstützte Ausstellung „Regensburg beginnt in Kumpfmühl – einst und jetzt“ im Salzstadel sei ein großer Erfolg gewesen. 20 000 Welterbezentrums-Besucher seien durch die Ausstellung gegangen. Wartner erinnerte an die Verleihung des dritten Brunnenpreises an Stadtheimatpfleger Dr. Werner Chrobak, der das Gründerzeitgebäude Kumpfmühler Straße 34 vor dem Abriss bewahrt habe.

Umtriebig geht es für den Verein weiter. Neben der Salettl-Podiumsdiskussion wird vor allem der Besuch einer Delegation aus dem schottischen Aberdeen viel Vorbereitung erfordern. „Ein Highlight des Besuchs wird die Ausstellung ,A Bridge to Aberdeen’ im Brückturmmuseum werden“, kündigt Wartner an. Die Schotten präsentierten mit Alan Steel einen Künstler, der auf einer Ölplattform arbeitet und aus Hartholzwurzeln Objekte macht. Dazu werde der Kunstkreis Regensburg Fotos und Bilder stellen, so von Rudi Reindl, der beim Aberdeen-Besuch Skizzen angefertigt habe.

Im nächsten Jahr hat sich der Verein wieder viel vorgenommen: Mit einem Vortrag und einer Reise nach Aquila will er anlässlich ihres 500. Geburtstages auf die Ordensgründerin und Namensgeberin der Theresienkirche in Kumpfmühl, die heilige Theresia, aufmerksam machen. Auch das alte Projekt der Renaturierung des Vitusbaches im Bereich des ehemaligen Karmelitenklosters Kumpfmühl hinter der Theresienkirche, will der Verein nicht aus den Augen lassen.

Blick über den Tellerrand

Sogar bis 2016 gehen die Planungen, die gewollt über den Tellerrand der Stadtteilgeschichte hinausgehen, wie Wartner erklärte: Die Ausstellung zum 1854 in Steinweg geborenen Rudolf Maison unterstützt der Verein mit Zuarbeit und einem Geldbetrag, den ein Sponsor vor geraumer Zeit für eine wissenschaftliche Begleitpublikation bereit gestellt hat.

Auch was die Mitgliederentwicklung angeht, kann der Verein stolz sein: Der Geschichts- und Kulturverein habe die 80-Mitglieder-Marke überschritten. „Es schließen sich junge Leute dem Verein an, die nicht einmal in Kumpfmühl wohnen“, erklärte Reidl. Das Engagement des Vereins – ob für das Salettl oder den Karl-Bauer-Park – komme ja auch der ganzen Stadt zu Gute, sagte Wartner.

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