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Umwelt

Grüne Inseln gegen den Hitzestau

Im Zuge des Klimawandels wird es gerade in der Altstadt immer heißer. Bei einem Forschungsprojekt sucht die Stadtverwaltung nach Lösungen.
Von Jürgen Scharf, MZ

Joachim Buck leitet das Projekt. Foto: Stadt Regensburg.

Regensburg.Der Klimawandel schreitet voran und auch in Regensburg ist er zu spüren – vor allem in der Altstadt. Bereits in den 80er Jahren ergaben Messungen, dass diese nachts bis zu sechs Grad wärmer ist als andere Teile des Stadtgebiets. Die Regensburger Altstadt ist somit eine sogenannte „Hitzeinsel“. Darunter können Menschen oder Gebäude stark leiden. Da passt es gut, dass die Domstadt eine von neun Kommunen ist, die für ein Forschungsprojekt zum Klimawandel ausgewählt wurde.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung unterstützt Städte und Regionen darin, sich an den Klimawandel anzupassen. 2009 hat es im Rahmen des Forschungsfeldes „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ das Forschungs-Projekt „Kommunale Strategien zur Anpassung an den Klimawandel“ ausgeschrieben. Regensburg ist eine von neun Kommunen, die seitdem dabei mitarbeiten.

Ämterübergreifendes Arbeiten

Joachim Buck vom Stadtplanungsamt Regensburg ist in einem Team von vier Mitarbeitern aus mehreren Fachämtern der Leiter des Projekts, das sich mit den Randbedingungen des Klimawandels speziell in Regensburg und mit der Suche nach künftigen Möglichkeiten zur Klimaanpassung beschäftigt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Temperatursteigerungen, die für die Zeitspanne vom Jahr 2050 bis zum Jahr 2100 erwartet werden und der damit verbundenen „Verletzlichkeit“ (Vulnerabilität) der Stadt – vor allem in den Sommermonaten.

In dicht bebauten Quartieren, wie etwa der Regensburger Altstadt, könnten sich da verstärkt „Hitzeinseln“ entwickeln. Die dicht stehenden Gebäude und versiegelten Straßen und Plätze speichern die Wärme auch nachts. „Um diesen Speichereffekt zu mildern und in der Nacht für Abkühlung zu sorgen, brauchen wir unversiegelte Flächen und grüne Korridore als Entstehungsgebiete und gleichzeitig Leitbahnen für Frisch- und Kaltluft“, erklärt Buck. In der Altstadt gehe es darum, die vorhandenen „grünen Inseln und Korridore“ zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Die steinerne Altstadt steht als Unesco-Welterbestätte unter Ensemble- und Denkmalschutz, damit sind Veränderungen im Erscheinungsbild der Stadt nur sehr eingeschränkt möglich. Deswegen gelte es laut Buck, Grünflächen klug zu planen, die Donau und den Regen mit ihren Uferpromenaden einzubeziehen und durch Bepflanzung von Innenhöfen und Dachterrassen einen – klimatisch wirksamen – Ausgleich zu schaffen.

Es braucht immer mehr Wohnraum

Die weiterhin wachsende Bevölkerungszahl habe zur Folge, dass auch in der näheren Zukunft zusätzlicher Wohnraum auf möglichst wenig Fläche geschaffen werden muss. In diesen zukünftigen Quartieren könnten unversiegelte Flächen und grüne Korridore neben ihrer klimatischen Wirkung auch zur städtebaulich erwünschten räumlichen Gliederung des Quartiers beitragen. Damit könnte in künftigen Bauquartieren der Hitzeinsel-Effekt von vornherein gemindert werden.

Mit der Zukunft des Klimas beschäftigt sich auch die große Abschlusskonferenz „Klimawandel in Stadt und Region“ im Mai 2013 in Berlin. Bei der Ergebnispräsentation der Modellregionen wird auch Regensburg wieder vertreten sein.

Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutieren bei dieser Konferenz, wie Städte und Regionen in Zukunft dem Klimawandel am besten begegnen können und wie man sinnvoll zum Klimaschutz beitragen kann.

Auch in der Organisation der Veranstaltung mischt Regensburg mit. Die Koordination der Klimakonferenz übernimmt die hiesige Agentur Valentum Kommunikation, die bereits die Abschlusskonferenz des Forschungsprojektes StadtKlima im Oktober organisiert hatte.

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