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Irre: Der Schwammerl steht bald am Ballermann

Der Regensburger Schwammerl am Strand - so könnte es aussehen.

Die Gerüchteküche brodelte zuletzt fast über, jetzt ist es Fakt: „Ja, der Milch-Schwammerl wird heute abgesägt und danach per Schiff nach Mallorca transportiert. Und dieser Entschluss ist endgültig“, bestätigte gestern Eigentümer Gerhard Probst der Mittelbayerischen Zeitung. Viele Regensburger werden es nicht wahrhaben wollen: Ihr geliebter Milch-Schwammerl in der Albertstraße, neben Dom und Steinerner Brücke das dritte Wahrzeichen der Stadt, kommt weg. Genauer gesagt: Er zieht um, denn am Teutonen-Grill auf Mallorca wird er wieder aufgestellt.

Erst vor rund einem Jahr hatte Probst den Milch-Schwammerl erworben und das markante Pilz-Häuschen fortan zu einem florierenden Open-Air-Café aufgebaut. „Aber wenn ich ehrlich bin, hatte ich von Anfang an den Plan, dass ich irgendwann eine Strandbar aufmachen will – und da will ich mein Schwammerl natürlich dabei haben“, verriet Probst der MZ. Ein bisserl Wehmut ist aber dabei: „Ich werd’ Regensburg vermissen, aber man geht ja nie so ganz. Und wer weiß – vielleicht kommen ich und der Schwammerl irgendwann wieder.“

Die nächsten Tage wird Probst aber keine Zeit für Abschiedstrübsal blasen haben. Der Umzugsstress wartet – und dazu wohl noch ein komplizierter Rechtsstreit. Denkmalschützer haben gestern angekündigt, gegen die Umsetzung des Schwammerls zu klagen. „Ein barbarischer Akt ist das, uns unser Schwammerl wegzunehmen und dann zwischen ein paar Sangria-Bechern wieder aufzubauen“, sagte Xaver Ferdinand, der Sprecher der neuen Regensburger Interessengemeinschaft der Milch-Schwammerl-Schützer (MSS). Die MSS will sich jetzt ans Verwaltungsgericht wenden, um eine einstweilige Verfügung zu erreichen.

Probst ist derweil siegessicher: „Die können klagen, was sie wollen, das ist alles wasserdicht. Morgen bin ich weg und der Schwammerl auch!“

Genau, so schnell soll es gehen: Heute um 15 Uhr will Probst nochmal fünf Minuten Frei-Kaffee ausschenken, dann rücken die Schwerarbeiter an. „Das Schwammerl wird einfach unten mit einer Riesen-Motorsäge abgesägt“, erklärt Probst, „gegen 16 Uhr wird er dann per Kran auf einen Transporter gehoben und zum Hafen gebracht“. Stilecht auf einem dänischen Pilz-Frachtschiff geht es dann auf See – und nach Mallorca! Den Namen für sein Café will Probst am Ballermann übrigens beibehalten: „He, am Strand wachsen keine Eier-Schwammerl, das ist die absolute Marktlücke.“

Bleibt nur noch eine Frage: Was kommt für den Schwammerl an den Platz in der Albertstraße? Probst meint: „Keine Ahnung? Vielleicht ein neuer Pilz, vielleicht ein Supermarkt, vielleicht eine Tankstelle – oder vielleicht setzen s’ auch den Dom um? Da ist alles möglich!“

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