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Nachruf

Kalender-Maler Erich Klimek gestorben

Erich Klimeks Kalender begleiteten seit 1979 Regensburger Bankkunden durchs Jahr. Jetzt wurde das letzte Blatt abgerissen.
Von Helmut Wanner, MZ

So bleibt Erich Klimek seinen Freunden auf dem Sterbebild in Erinnerung.
So bleibt Erich Klimek seinen Freunden auf dem Sterbebild in Erinnerung. Foto: Klimek

Regensburg.Erich Klimek hatte nach seiner Diagnose im April 2013 Zeit, diesen letzten Moment vorzubereiten. Seine Todesanzeige ließ er mit seiner lebensfrohen Darstellung der Metamorphose hinterlegen. Auf seinem Sterbebild verabschiedet sich der Mann mit Hut mit einer Kreidezeichnung aus seiner Hand.

Hunderte von Persönlichkeiten hat der 79-Jährige in den 44 Jahren als freischaffender Künstler porträtiert, darunter Hochkaräter wie F. J. Strauß. M. Theresia Gerhardinger hat er für ihre Heiligsprechung in Rom gemalt. Den 2015-Kalender konnte er noch aus den „Best of“ der letzten zehn Jahre bestücken und er versuchte, seinen 35. Regensburg-Kalender der Raiffeisenbank für das kommende Jahr vorzubereiten. Aber dazu reichte dann die Kraft nicht mehr. Am 4. März ist der Künstler zu Hause friedlich eingeschlafen.

Erich Klimek, geboren am 27. Februar 1936, war ein Flüchtlingskind. Seine ersten künstlerischen Spuren hinterließ er auf die Rückseite der Kochrezepte seiner Mutter. Papier war knapp. Nach einer Banklehre hat Klimek von 1959 bis 1961 bei Prof. Albert Steinbeck in München studiert. Der Künstler ging für den Erfolg außergewöhnliche Vertriebs-Wege. Seine ersten Porträts hatte er beim Milchhändler Franz Klug an der Kreuzung Tändler-/Kramgasse in der Auslage. Bis zuletzt warb er für seine Kunst in einem Schaufenster der Schuhbar unter den Schwibbögen.

Sein letztes Werk war seine eigene Todesanzeige im Internet. Vor ihr haben sich vor allem Kolpingsbrüder der KF St. Erhard und die kolpingseigene Faschinggesellschaft verneigt. Sie zündeten virtuelle Kerzen an und ehrten so den Mann, der die Lusticania gründete und sogar den Namen „Lusticania“ erfunden hatte, damals am 11. 2. 1958 als Vergnügungswart bei Kolping. Damit nicht genug: Als Erich I. war er auch der erste Faschingsprinz der Lusticania. „Ich stand mit Freude im Mittelpunkt“, sagte Klimek einmal dieser Zeitung mit einem Lächeln auf dem Gesicht, das ihn sein Leben lang als Markenzeichen begleitete. Er war Genussmensch und liebte alle Künste gleichermaßen: Gute Literatur, ernste Musik, die Kunst, langsam zu essen und die Gastfreundschaft. Am Himmel über Regensburg hat der Kunstmaler eine kleine Leuchtspur gezogen.

Am Samstag, 12.30 Uhr, können seine Freunde in der Neutraublinger Pfarrkirche Abschied nehmen von Erich Klimek.

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