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Lernen

Kinder für Chemie begeistern

Christoph Goppel sorgte mit seinen Experimenten im Naturkundemuseum Regensburg für einige Überraschungen.
Von Laura Lindner

In seinem Experimentierkurs am Naturkundemuseum will Christoph Goppel die Kinder der offenen Behindertenarbeit für Chemie begeistern. Foto: Lindner

Regensburg.Eine Filmdose, ein Kabel und Alkohol – das sind die Zutaten, mit denen Kinder und Jugendliche mit Behinderung im Regensburger Naturkundemuseum am Prebrunntor für einen Knall sorgen. Der Leiter des Kurses „Vulkane, Raketen, Blitz und donnerchemische Experimente, die Spaß machen“, Christoph Goppel, zeigt an diesem Dienstag acht Kindern, die das Angebot der offenen Behindertenarbeit aus Abensberg und Straubing nutzen, zahlreiche chemische Experimente und zieht die Jungen und Mädchen damit in seinen Bann.

Steffi und Fabian sind sehr gespannt: Wird es klappen? Die beiden halten gerade, gemeinsam mit ihrer Betreuerin Irene Zaremba, eine kleine Experimentier-Anordnung in ihren Händen: eine alte Filmdose, in der ein Tropfen Alkohol eingeschlossen ist.

Für große Begeisterung sorgen die riesigen Seifenblasen.

Die Filmdose ist mit einem Kabel an eine Art Druckknopf angeschlossen. Sobald sich die Dose in der einen Hand erwärmt hat und der Alkohol auf diese Art und Weise zu Dampf geworden ist, soll Fabian auf den Knopf in der anderen Hand drücken. Dann entsteht ein kleiner Funke in der Filmdose, und der öffnet mit dem vernebelten Alkohol die Filmdose mit einem Knall.

Mit Leidenschaft unterrichten

Goppel hat es den Kindern, die sich im obersten Stockwerk des Naturkundemuseums versammelt haben, soeben zusammen mit seinem Sohn Valentin vorgemacht. Fabian drückt, und schon öffnet sich die Filmdose mit einem lauten Knall. Das Experiment ist geglückt! Steffi und Fabian strahlen. Zu erleben, dass ein Tropfen Alkohol solch großen Lärm verursachen kann, sei für die Kinder höchst interessant und eine große Freude, erklärt Goppel.

Weitere Bilder aus dem Experimentierkurs finden Sie hier.

Experimentierkurs für Kinder mit Behinderung

„Ich will den Kindern den Spaß am Experimentieren zeigen, weil das in der Schule oft zu kurz kommt.“ Goppel war bis 2013 Lehrer für Chemie und Biologie am Albrecht-Altdorfer-Gymnasium und weiß somit, wie man bei Kindern das Interesse für die Naturwissenschaften weckt. Sein Ziel sei es, die Kinder glücklich zu machen, so Goppel. Auch deshalb hat dieser nach seiner Pensionierung die Leitung des Umweltzentrums am Naturkundemuseum Ostbayern und insbesondere die Jugendarbeit übernommen.

Diesen Tätigkeiten geht er unter anderem in einem eigens eingerichteten „Lernlabor“ nach. Der Naturwissenschaftliche Verein Regensburg als Träger des Umweltzentrums und des Naturkundemuseums hat im Jahr 2014/15 mit großem finanziellen Aufwand die Anschaffung von 13 voll ausgestatteten Chemielaborplätzen geschultert.

Jeder bekommt eine Schutzbrille

Alle warten gebannt auf das helle Licht des Magnesiumbands.

Genau an diesen Laborplätzen, die mit zahlreichen Reagenzgläschen und Pipetten ausgestattet sind, sitzen jetzt die Kinder aus der offenen Behindertenarbeit und warten gespannt auf den nächsten Versuch. Zu Beginn wird jeder Teilnehmer mit einem weißen Mantel, Handschuhen und einer Schutzbrille ausgestattet.

Während Goppel und sein Sohn den Kindern und Jugendlichen unterschiedliche Substanzen in die Reagenzgläschen füllen, berichtet der Lehrer, was man mit den einzelnen Substanzen tun könne und wieso Chemie so viel Spaß mache. Im Übrigen müsse ein Versuch immer ganz genau vorbereitet werden. In der Chemie gelte außerdem die Devise, dass wenig eine große Wirkung erzielen könne, erklärt Goppel.

Im ersten Versuch halten die Kinder ein Magnesiumband an die Flamme eines Bunsenbrenners: Ein grelles Licht entsteht und das Staunen auf den Gesichtern ist groß. Bei diesem Experiment wird das metallartige Band verbrannt, wodurch eine gleißend helle Flamme entsteht, und man einen weißen, pulverförmigen Stoff erhält.

„Solche Experimente erfordern Mut und Überwindung“, so Goppel. Durch geglückte Versuche wolle er den Selbstwert der Kinder stärken und diese glücklich machen. Die Betreuerin Alexandra Dietl freute sich über den Erfolg des Kurses: „Es ist toll, wenn unsere Kinder etwas Neues entdecken können und ohne Druck oder Zwang experimentieren können.“

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