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Kultur

Kreative Köpfe wollen Anerkennung

Mit der Gründung eines Vereins in Regensburg sollen die wirtschaftlichen Ziele der Branche unterstrichen werden.
Von Daniel Geradtz, MZ

  • Im Degginger fand im vergangenen November zum ersten Mal die Messe Regensbuch statt. Sie soll wiederholt werden. Foto: Geradtz
  • Die Vereinsmitglieder Christian Omonsky, Carola Kupfer und Dr. Matthias Kampmann (von links) Foto: Geradtz

Regensburg.Rund zwei Jahre waren sie ein loser Zusammenschluss. Im Kreativforum brachten sich Mitglieder der Kultur- und Kreativwirschaft in einer Art Interessengemeinschaft ein. Doch nun hat sich die Szene einen neuen organisatorischen Rahmen gegeben. Unlängst gründeten elf Mitglieder den Verein „Forum Kultur- und Kreativwirtschaft Regensburg“.

„Der Verein ist der Ort für alle, die neben dem kreativen Aspekt vor allem die wirtschaftliche Seite ihres Schaffens in den Blick nehmen“, erklärt Dr. Matthias Kampmann. Das könnte das Kreativforum in seiner Organisationsform nicht leisten, betont der Vorsitzende des Vereins. Dennoch legt er auch Wert darauf, auszudrücken, dass das Kreativforum nicht obsolet sei. „Es läuft so weiter wie bisher. Nur: In der Art des Runden Tischs ist es keine juristische Person. Das heißt, wir brauchten in der Vergangenheit für Veranstaltungen immer einen externen Träger.“

Vereinsgründung ist umstritten

Auch Carola Kupfer, 2. Vorsitzende des Vereins, möchte der Interessengemeinschaft keineswegs den Rang ablaufen. „Ich werde weiterhin zu den Treffen gehen“, sagt sie. Dass der Verein und das Kreativforum eng miteinander verbunden sind, zeigt auch seine Struktur. Die elf Gründungsmitglieder stammen aus den Reihen des Forums. Kampmann betont, es solle eine Wechselwirkung zwischen dem Verein und dem Kreativforum geben: „Die Energie, die wir hineinstecken, soll auch das Kreativforum speisen.“

Der Verein soll die Branche strategisch neu positionieren. Schließlich will die Kultur- und Kreativszene langfristig zu einem anerkannten Wirtschaftscluster wachsen. Diesen Schritt haben die Cluster Biotechnologie, IT-Sicherheit und Sensorik in den letzten Jahren bereits erfolgreich absolviert. „Der Umsatz, den die Branche macht, ist erstaunlich hoch. Mit dem Verein wollen wir den Standort stärken und unsere Kräfte bündeln“, so Kupfer. Sie lässt nicht unausgesprochen, dass der Verein die wirtschaftlichen Interessen der Branche vertritt.

Vereinsgründung stieß auch auf Abneigung

Für Christian Omonsky, Pressesprecher des Vereins, ist klar, dass man mit dieser Ausrichtung nicht alle Anhänger des Kreativforums anspricht. „Die Gründung eines solchen Vereins ist ein Gedanke, der im Kreativforum teilweise mit einer gewissen Abneigung gesehen wurde“, erklärt er. Das Forum sei nicht mit Verpflichtungen verbunden. Der Verein habe hingegen ein professionelles Verständnis von Verbindlichkeit: Die gewählten Vorstände erhalten durch entsendete Beiräte der zwölf Segmente eine Rückkopplung.

Er wird als Ausrichter des Netzwerktreffens das Kreativforum ablösen. Doch verändern soll das nichts an dem Ablauf des Treffens. Aber auch übergreifende Veranstaltungen soll der Verein ausrichten. Die Buchmesse „Regensbuch“, die im November zum ersten Mal stattfand, sei ein gutes Beispiel für so ein Format, findet Carola Kupfer. Dort waren Aussteller und Programmpunkte verschiedener Segmente aus der Branche vertreten. Sie soll wiederholt werden.

Für die Vereinsmitglieder soll es zusätzliche Informationsveranstaltungen geben, um Input für ihre Arbeit zu erhalten. Das könne eine rechtliche Beratung sein, was bei der Buchführung oder der Steuererklärung zu beachten sei, aber auch praktische Workshops. „Aus den Beiträgen der Mitglieder können wir jetzt auch Honorare für die Referenten zahlen. Das ging vorher nicht“, sagt Kupfer.

Offizielle Vorstellung des Vereins

„Wir hätten gerne 50 Mitglieder. Vielleicht erhalten wir auch ein paar Fördermitglieder, die uns unterstützen“, hofft Kupfer. Christian Omonsky ergänzt: „Wir wollen Ansprechpartner sein und bleiben.“

Am Dienstag wird der Verein im Degginger offiziell vorgestellt. Das Netzwerktreffen beginnt um 19 Uhr mit einem Vortrag des Regensburger Clustermanagers für die Kultur- und Kreativwirtschaft. Er referiert über die Wirtschaftsförderung in der Branche.

Der Verein

  • Gründung

    Der Verein „Forum Kultur- und Kreativwirtschaft Regensburg“ ist seit der vergangenen Woche im Vereinsregister der Stadt eingetragen. Sein Sitz befindet sich in der Wahlenstraße 17.

  • Ziele und Aufgaben

    Er hat sich vier Ziele und Aufgaben gesetzt. Der Verein will die Interessen der im Cluster vorwiegend wirtschaftlich Tätigen vertreten, die Ressourcen von ihnen bündeln, branchenübergreifend Veranstaltungen organisieren und offene Netzwerkveranstaltungen für die Vertreter der Szene abhalten.

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