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Benefiz

Nachtläufer nutzten Extra-Stunde

Knapp 40 Menschen rannten am frühen Sonntagmorgen aus Spaß und für den guten Zweck im Dunkeln durch Regensburg.
Von Gabi Hueber-Lutz, MZ

Auch Armin Wolf (links), der den Lauf mitorganisierte, ging beim Nachtlauf am frühen Sonntagmorgen an den Start. Fotos: Neiswirth
Auch Armin Wolf (links), der den Lauf mitorganisierte, ging beim Nachtlauf am frühen Sonntagmorgen an den Start. Fotos: Neiswirth

Regensburg.Wenn das kein sagenhafter Rekord ist: den Viertelmarathon in 15 Minuten und den Halbmarathon in 40 Minuten gelaufen! Und das alles bei Nacht, Wind und Regen. Armin Wolf und Thomas Neiswirth haben mit knapp 40 Läufern eine Schallmauer durchbrochen. Eine Sensation? Fake News? Ein Wunder? Nichts von alledem. Eher eine Leistung, die im Niemandsland der Zeitumstellung abgeliefert wurde. In der einen Stunde in der Nacht zum Sonntag, in der die Uhr um 60 Minuten zurückgedreht wurde.

Am Sonntag um Punkt 2.30 Uhr waren am Westbad vier Gruppen Richtung Innenstadt zum nächtlichen Lauf gestartet. Sie gingen auf einen Rundkurs, der sie wieder zum Westbad zurückführte. Die Gruppe der Viertelmarathon-Läufer war exakt um 2.45 zurück. 25 Minuten später liefen die ersten Halbmarathoni durchs Ziel.

Die Idee kam von Thomas Neiswirth

Die Idee für den Lauf stammte von Thomas Neiswirth, dem Leiter der Marketingabteilung von Bischofshof. Er hatte sie an die Laufadresse Armin Wolf herangetragen. Schnell war man sich einig: Wir machen Samstagnacht einen Benefizlauf mit Mitarbeitern – kein großes Laufevent, einfach einen Spaßlauf für circa 40 Teilnehmer.

Im Regensburger Westen waren die Nachtläufer gestartet.
Im Regensburger Westen waren die Nachtläufer gestartet.

Aber Schönwetterläufer waren das nicht, die sich da die Nacht um die Ohren geschlagen haben. Das war auch gut so, denn es regnete vom Start weg die ganze Zeit. Viele Profis waren dabei. Holly Zimmermann zum Beispiel, zwei schnelle Jungs aus Afghanistan, eine tschechische Läuferin und der Ultra-Radfahrer Bernhard Steinberger.

Der Ideengeber Thomas Neiswirth trat über die Halbmarathon-Distanz an, und auch Armin Wolf schnürte wieder die Laufschuhe. Wegen einer Achillessehnen-Operation hatte er pausieren müssen. Doch bei diesem Lauf wollte er unbedingt dabei sein, wählte aber den Viertelmarathon. Die Kondition sei kein Problem gewesen, mit Radfahren habe er sich fit gehalten. „Aber am Schluss musste ich die Zähne zusammenbeißen.“ Da meldete sich der Schmerz. Er hat es ins Ziel geschafft, genauso wie alle anderen. Auch für Wolf war so ein Lauf mitten in der Nacht etwas ganz Besonderes. „Ich hab’ schon verrückte Sachen gemacht, aber so etwas Verrücktes noch nicht“, sagte er am nächsten Tag, nachdem er ausgeschlafen hatte.

Apropos schlafen: Wie verbringt man den Abend und die halbe Nacht vor so einem Lauf? Ganz verschieden: Eine Damengruppe war zum Essen gegangen und hat dann gleich durchgemacht, erzählte Wolf. Andere haben sich schlafen gelegt und den Wecker gestellt. Und wieder andere wollten schlafen, haben es aber nicht geschafft. Da gehörte auch er dazu. „Ich war so aufgeregt“, bekannte er. Das Laufen in der Nacht durch Regensburg sei schon beeindruckend gewesen. „Sensationell, was in Regensburg los ist um diese Zeit!“ Die Laufgruppen waren mit ihren gelben Warnwesten auffällig unterwegs, und als die Leute sie bemerkten, fingen sie immer wieder an, sie anzufeuern. An anderen Streckenabschnitten waren die Läufer alleine unterwegs. Die Donau entlang zu laufen, mit den Lampen am Kopf, sei teilweise richtig romantisch gewesen, schwärmte Wolf.

Gute Geister verpflegten Sportler

Nicht nur die Läufer waren in dieser Nacht fleißig. In Stadtamhof beim Walhalla-Bockerl warteten gute Geister mit einer Verpflegungsstation auf die Sportler. Warmer Tee und Bananen waren in dieser unfreundlichen Nacht hochwillkommen. Alle Läufer nahmen sich ein wenig Zeit und blieben bei der alten Lokomotive stehen. Zumal es nicht darum ging, möglichst schnell durchzukommen. Nachts sind die Bedingungen andere, deshalb waren die Läufer in vier Gruppen mit unterschiedlichen Zeitvorgaben unterwegs.

Als alle wieder zurück waren, wurde der besondere „Rekord“ gefeiert. Kaffee, Kuchen, Brezen, Weißwürstl und Wiener warteten auf die Sportler. So schön es war, der Lauf soll ein Unikat bleiben. „Das war eine einmalige Sache!“, versicherte Armin Wolf. Um einen neuen Kick sollte es bei dem Nachtlauf sowieso nicht gehen. Sondern um das Ausprobieren einer witzigen Idee, von der nun das Kinderzentrum St. Vincent profitiert. Das Startgeld wurde von den beteiligten Firmen nämlich auf eine Spende von tausend Euro aufgestockt.

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Rund um den Lauf

  • Startschuss:

    Mitten in der Nacht verbot sich der natürlich. Also stellte man rechts und links vom Start am Westbad zwei Flammenwerfer auf und zählte damit runter: 10, 9, 8, 7 … los!, hieß es.

  • Strecke:

    Westbad – Hochweg – Bismarckplatz – Domplatz – Steinerne Brücke – Stadtamhof – Fußgängerbrücke beim Pfaffensteiner Tunnel – Westbad. Die Halbmarathon-Starter sind die Strecke zweimal gelaufen.

  • Sicherheit:

    Die Läufer waren mit Lampen und Warnwesten ausgestattet und wurden von Radfahrern begleitet. (lhl)

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