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Gleichstellung

Pink und schrill: Toleranz hat Vorfahrt

Beim Christopher-Street-Day in Regensburg zog eine kunterbunte Schwulen- und Lesbenparade durch die Stadt. Der OB schmückte sich mit einer rosa Stola.
von Daniel Steffen, MZ

  • Ausgelassen und fröhlich feierten am Samstag auch die Frauen vom „Dyke Club“ den Christopher Street Day in Regensburg. Foto: Daniel Steffen
  • Die symbolischen Regenbogenfarben dominierten bei der Parade. Foto: Daniel Steffen
  • „Vladonna Grande“ warf sich in Schale. Foto: Daniel Steffen
  • Der OB und die Bürgermeisterin nahmen Banu Tekkeci in ihre Mitte. Foto: Daniel Steffen
  • Bunte Luftballons und Trillerpfeifen gehörten zu der Parade einfach dazu. Foto: Daniel Steffen

Regensburg. „Ich bin Mensch – zu 100 Prozent.“ Mit seinem gleichnamigen Song, bei dem die Forderung nach Gleichstellung und Wahrung der Menschenrechte mitschwingt, traf der Komponist Holger Edmaier am Samstag den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf. Im Takt wippten die Zuschauer auf dem Regensburger Haidplatz mit und genossen sichtlich den Text, der doch genau das ausdrückte, wofür viele Schwulen und Lesben schon seit Jahren eintreten – nämlich für eine tolerantere, offenere Gesellschaft. Diese einfordernd, feiert die Regensburger Schwulen- und Lesbeninitiative RESI gemeinsam mit vielen Vereinen, Verbänden und Parteien den 19. Christopher Street Day.

Begeisterung, die ansteckte

Den schon traditionellen Auftakt bildete eine bunte Parade, die sich durch die Straßen und Gassen der Altstadt wand. Rund 150 Menschen nahmen an ihr teil: In Aktion traten sowohl die Frauen vom „Dyke Club“, der Disco-Veranstaltungen für Gleichgesinnte organisiert, als auch Vertreter der Grünen, der Linken, der FDP und der Piratenpartei. Während sich die einen zu Fuß auf den Weg machten, steppten andere Teilnehmer hoch auf dem Wagen zur Discomusik ab. Flyer, Kondome und Süßigkeiten gingen in die Hände der neugierigen Passanten über, die sich von der allgemeinen Begeisterung mitreißen ließen.

OB:„Wir sind eine tolerante Stadt“

Mit der Resonanz höchst zufrieden, begrüßte die Resi auf dem Haidplatz eine Reihe von Politikern. Der CSD sei ein „Kampftag, auch ein internationaler“, sagte OB Wolbergs, der das Fest eröffnete. Denn es sei ja nicht so, dass Homosexuelle Gleichberechtigung genießen würden. Diese aber gelte es einzufordern. „Der CSD ist ein Tag, an dem wir deutlich machen wollen, das wir eine tolerante Stadt sind“, stellte sich Wolbergs symbolisch hinter die Lesben und Schwulen.

MdL Jürgen Mistol (Grüne), der selbst in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft lebt, lobte die „neue Zeit“, die in der Stadtpolitik angebrochen sei: Der damalige OB (Schaidinger, Anmerkung d. Red.) habe den Christopher Street Day „bestenfalls ignoriert“, sagte er rückblickend. Mistol bekundete sein Interesse daran, das „schwules und lesbisches Leben in der Stadt sichtbar“ wird.

Jennifer Michelle Rath, Sprecherin der Linke-Bundesarbeitsgemeinschaft Queer, sagte: „Wir müssen Anerkennung und Respekt einfordern. Viel Arbeit ist notwendig, aber sie muss getan werden“. Explizit schloss sie auch Transsexuelle und Transgender mit in ihre Worte ein.

FDP-Stadtrat Horst Meierhofer bezog sich auf die Gleichstellung vor dem Gesetz: „Die Leute müssen die gleiche Rechte und Pflichten haben, darum geht‘s.“ Er hob hervor, dass seine Partei nun seit 15 Jahren beim Regensburger CSD teilnehme.

Hans Renter haderte ein wenig mit seiner CSU: „Für mich ist das C der Partei wichtig. Und das heißt für mich, dass vor Gott alle Menschen gleich sind, Homosexuelle eingeschlossen. Eine gewisse Flexibilität würde der Partei nicht schaden“, so der langjährige Regensburger Stadtrat.

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