MyMz
Anzeige

Regensburg

Polizei nimmt Radl-Sünder ins Visier

Die Regensburger Polizei kontrollierte zum dritten Mal verstärkt Radfahrer. Dabei spielte sich auch eine kuriose Szene ab.
Von Lorenz Nix

Der Radfahrer Wolfgang Imm bekommt von Polizeihauptkommissar Hirsch einen Flyer ausgehändigt. Foto: Lorenz Nix
Der Radfahrer Wolfgang Imm bekommt von Polizeihauptkommissar Hirsch einen Flyer ausgehändigt. Foto: Lorenz Nix

Regensburg.Der Fahrradverkehr in Regensburg boomt. Mehr Radfahrer bedeuten aber gleichzeitig eine Steigerung der Unfälle. Das zeigt die Statistik: 2018 kam es im Stadtgebiet zu 415 Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Radfahrern. Das sind 74 mehr als im Jahr davor und sogar über 100 mehr als 2016. Zum Vergleich: 2010 lag die Zahl noch bei knapp 220. Auch die Zahl der dabei verletzten Radfahrer nimmt zu und lag letztes Jahr bei 368 Personen.

Regensburg hat Geisterradler-Problem


Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, veranstaltete die Polizeiinspektion Regensburg Süd am Mittwoch bereits zum dritten Mal einen Aktionstag für mehr Sicherheit im Radverkehr. „Wir kontrollieren Fahrradfahrer vor allem bezüglich des sogenannten ‚Geisterradelns‘, eine Hauptunfallursache“, sagt Polizeihauptkommissar Hermann Hirsch. Wer beim „Geisterradeln“, also dem Fahren in falscher Fahrtrichtung, erwischt wird, muss 20 Euro zahlen. Aber nicht nur das haben die Beamten im Blick. Hirsch: „Wir weisen natürlich auch darauf hin, Kopfhörer weg zu lassen, um die Aufmerksamkeit nicht zu beeinträchtigen.“

Regensburg

SUVs verstopfen Regensburger Innenstadt

Dicke Autos, die sich durch enge Gassen zwängen und schlecht parken: Die steigende Anzahl von SUVs bringt Probleme mit sich.

Nicht nur Radfahrer, die gegen Regeln verstoßen, werden angehalten. Die Polizisten sprechen auch Fahrradfahrer an, die sich vollkommen korrekt verhalten, jedoch keinen Helm tragen. So kommt auch der Radfahrer Wolfgang Imm an mehrere Flyer. Er finde die Kontrollen gut, weil sonst jeder mache, was er wolle. Einen Zettel bekommt er von Hermann Hirsch mit besonders viel Nachdruck in die Hand gedrückt. „Trag Helm!“, ist darauf zu lesen. Das ist etwas, was Hirsch immer wieder betont: „Der Kopf ist der höchste Punkt, fällt also dementsprechend am tiefsten. Helm tragen kann Leben retten.“

Das kostet!

  • 20 Euro:

    Auch als Radfahrer muss man auf der richtigen Straßenseite fahren. Wer einen Radweg in falscher Richtung befährt riskiert ein Bußgeld. Den Radweg links liegen lassen und lieber auf der Straße fahren kostet das Gleiche. Autofahrer zahlen ebenfalls 20 Euro, wenn sie auf dem Fahrradweg parken.

  • 55 Euro:

    Wer als Fahrradfahrer das Handy während des Fahrens nutzt, ist mit dieser Geldstrafe gut bedient.

  • 60 Euro:

    Dieser Betrag wird fällig, wenn man bei Rot über die Ampel fährt. Das gilt aber nur, wenn die Ampel erst vor weniger als einer Sekunde umgeschaltet hat.

  • 100 Euro:

    Richtig teuer wird es, wenn man als Fahrradfahrer das Rotlicht missachtet und die Ampel bereits länger als eine Sekunde auf Rot steht.

  • Ein Punkt:

    Wer als Fahrradfahrer eine Ampel bei Rot überquert, muss, zusätzlich zum Bußgeld, mit einem Punkt in Flensburg rechnen.

Insgesamt 64 Geisterradler verwarnt

„Die meisten Radfahrer reagieren positiv auf die Kontrollen“, sagt Hirsch. Erst wenn ein Bußgeld verhängt werden müsse, würde manch einer ungehalten reagieren. Ursula Bablok befürwortet jedoch die Aktion. Sie wird von Polizisten und dem Verkehrsüberwachungsdienst in der Königstraße angehalten. Bablok freut sich, dass die Fußgängerzone für Fahrräder freigegeben ist. „Ich will nicht, dass andere Radfahrer das durch rücksichtsloses Verhalten gefährden. Deshalb finde ich die Kontrollen gut.“ „Rücksicht“ ist für Hirsch das richtige Stichwort. Fahrradfahrer müssten immer daran denken, dass sie in der Fußgängerzone nur Gast seien. Die Kontrollen finden jedoch nicht nur an einigen festen Punkten statt.

Polizeikommissar Mario Griesbeck ist mit dem Fahrrad unterwegs. „So schwimmen wir mit dem Radverkehr mit“, sagt er. Außerdem fördere der Kontakt auf Augenhöhe das gegenseitige Verständnis.

Verleih

E-Scooter verspäten sich in Regensburg

Auch in der Domstadt soll es einen Verleih von E-Scootern geben. Doch der Produzent der Roller hat Lieferprobleme.

Polizisten radeln Mercedes hinterher

Am Ende des Vormittags blicken die Beamten auf ereignisreiche Stunden zurück. Insgesamt wurden 64 Geisterradler verwarnt. Drei Radfahrer bekamen ein Bußgeld wegen Beeinträchtigung des Gehörs durch Kopfhörer. Eine Person nutzte ihr Handy beim Fahren. Es fanden 296 Gespräche mit Radfahrern statt, während mit 256 Autofahrern auf Parkplätzen gesprochen wurde.

Kurios: Zwei Polizisten verfolgten mit ihren E-Bikes einen Mercedes, der ein Rotlicht missachtete und konnten ihn stellen. Den Fahrer erwartet nun ein Bußgeld von 200 Euro und ein Monat Fahrverbot.

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten aus der Region bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht