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Jubiläum

Psychiatrie-Patienten bieten Hilfe an

Klinikerfahrene Betroffene arbeiten im Regensburger Verein „Irren ist menschlich“. Heuer feiert der Verein 20. Jubiläum.
Von Ulrike Märzhäuser, MZ

Wie soll es weiter gehen? Psychiatrieerfahrene Menschen wollen psychisch Kranken als Genesungsbegleiter helfen. Foto: dpa
Wie soll es weiter gehen? Psychiatrieerfahrene Menschen wollen psychisch Kranken als Genesungsbegleiter helfen. Foto: dpa

Regensburg.„Irren ist menschlich“ ist ein Verein von und für Psychiatrie-Erfahrene. Er wurde 1997 von neun Leuten gegründet und kann nun Jubiläum feiern. Heute hat er 110 Mitglieder. Mitmachen kann jeder, der von einer psychischen Beeinträchtigung betroffen ist und in einer psychiatrischen Klinik war. Der Verein will erreichen, dass psychisch kranke Menschen mehr Möglichkeiten zur Teilhabe an der Gesellschaft bekommen. Der Verein setzt sich zum Beispiel dafür ein, dass Psychiatrie-Erfahrene die Ausbildung zum „Genesungsbegleiter“ machen. Dann können Patienten dabei helfen, wieder gesund zu werden.

Die meisten Menschen wissen zu wenig über seelische Erkrankungen. Deshalb will der Verein über diese Erkrankungen informieren. Er unterstützt Schul-Projekte und betreibt einen Informationsstand beim Bürgerfest und bei anderen Veranstaltungen.

Der Verein veranstaltet einmal im Monat ein „Psychose-Seminar“. Dabei kommen nicht nur Fachleute zu Wort, sondern auch die erkrankten Menschen und ihre Angehörigen. Veranstaltungsort ist das Evangelische Bildungswerk (EBW). Die Teilnahme an dem Seminar ist kostenlos.

Die Selbsthilfe-Gruppe für Psychiatrie-Erfahrene trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Monat von 16 bis 17. 30 Uhr „Café Insel“. Für die Mitglieder des Vereins werden diverse Kurse angeboten. Beim Kurs „Gewaltfreie Kommunikation“ lernen die Teilnehmer, wie sie Konflikte besser lösen können.

Zur Jubiläumsfeier ließen sich die Organisatoren einiges einfallen. Uwe Hauck aus seinem Buch „Depression abzugeben“ und berichtete von seinen Erfahrungen in der Psychiatrie.

Die Filmreihe „Auf einem schmalen Grat“ findet zum dritten Mal statt. In dieser Reihe wird am morgigen Mittwoch um 19 Uhr „Blender“ im „Wintergarten“ im Andreasstadel gezeigt. In dem Dokumentarfilm erzählt Susann Reck von dem Berg im Allgäu, auf dem ihre Eltern ein Heim für psychisch kranke Menschen gegründet haben.

Am 15. November endet die Filmreihe mit „Gugging – einer anderen Geschichte über eine andere Einrichtung“. Bis 2007 gab es in Maria Gugging ein psychiatrisches Krankenhaus. Im Film berichten ehemalige Langzeit-Patienten von ihrem Leben in der Einrichtung (Leerer Beutel, 19 Uhr).

Ein Höhepunkt ist die Ausstellung „Gratwanderung“. Die Künstler haben Erfahrung mit seelischen Krisen. Ihre Arbeiten werden bis 3. Dezember in der Galerie „St. Klara“ (Kapuzinergasse 11) gezeigt. Die Galerie ist dienstags von 17 bis 19 Uhr geöffnet, donnerstags von 18 bis 20 Uhr und samstags und sonntags von 14 bis 16 Uhr.

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