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Raus aus dem Kinosaal

„A Wall Is A Screen“: Die cineastische Stadtführung erlebt am 22. März eine Neuauflage. Eine Künstlergruppe zeigt Filme auf Regensburger Fassaden.
Von Katharina Kellner, MZ

In der Altstadt von Regensburg wird es im Rahmen der Kurzfilmwoche wieder einen cineastischen Stadtrundgang geben.

Regensburg.„Was ist das denn für eine Demo?“, fragt der Mann am Alten Kornmarkt. Er blickt irritiert auf die Menschenmassen, die vom Domplatz in die Niedermünstergasse einbiegen. „Für mehr Kurzfilme im Freien!“, skandiert eine junge Frau und grinst. Und klärt den Herrn auf, was sich da abspielt an diesem Märzabend 2012 in der Regensburger Altstadt.

Zum ersten Mal hatte sich das Hamburger Künstlerteam von „A Wall Is A Screen“ daran gemacht, die Kurzfilmwoche aus dem Kino zu holen. Mit Publikum und mobiler Projektionstechnik durchwanderte die Gruppe die Altstadt und zeigte Kurzfilme an ungewohnten oder bisher nicht wahrgenommenen Orten. Hunderte Menschen wollten dabei sein oder stießen spontan dazu. Am Ende hatte sich die Gruppe mindestens verdreifacht, zum Leidwesen einiger Taxifahrer oder Pizzalieferanten, die im Pulk stecken blieben. Überwiegend junge Menschen ließen sich auf das in Regensburg vorher nie gesehene Experiment ein, den Mix aus Filmnacht und Stadtführung.

Die Hamburger wollen Filme in den öffentlichen Raum holen. Die Idee: Das Publikum eignet sich „entfremdete“ Viertel seiner Stadt wieder an, in denen sonst nachts kein Leben stattfindet, Büroviertel oder Gewerbegebiete. Vom Konzept her würde „A Wall Is A Screen“ am besten zu Gewerbepark oder Osthafen passen. Für den cineastischen Stadtrundgang in Regensburg haben sich die Organisatoren aber für die Altstadt entschieden. Tatsächlich eignet sich der Zuschauer auch diesen Raum neu an: Wer die Filme bei Dunkelheit und ungewöhnlicher Beleuchtung auf historischen Altstadt-Fassaden sieht und nicht nur die Tonspur des Films, sondern auch den Geräuschemix der Stadt aufnimmt, erlebt den Ort neu. Die Umgebung scheint plötzlich im Film mitzuspielen, Passanten werden zu Filmdarstellern. Die Hamburger haben auch 2014 vorab Plätze ausgekundschaftet, die inhaltlich mit den Filmen unterschiedlicher Genres korrespondieren. So setzt „A Wall Is A Screen“ Film in einen neuen Kontext. Der öffentliche Raum wird umdefiniert, Architektur neu visualisiert und der Stadtraum zur Spielstätte.

„A Wall Is A Screen“ startet am Samstag, 22. März, um 19 Uhr, am Neupfarrplatz, dauert rund 90 Minuten und findet auch bei Regen statt, Info: www.awallisascreen.com

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