MyMz
Anzeige

Flüchtling

Schüler kämpfen für Sami

Der junge Afghane soll abgeschoben werden. Das wollen die Berufsschüler der FOS/BOS Regensburg mit einer Petition verhindern.
Von Laura Lindner

  • Der junge Berufsschüler könnte eine Ausbildung beginnen, stattdessen soll er nun nach Afghanistan abgeschoben werden. In einem ähnlichen Fall gingen im Juni in Nürnberg (Foto) die Leute auf die Straße. Fotos: Lindner/Alexander Heinl/dpa
  • Sami erklärte auf der Pressekonferenz seine Gefühlslage.

Regensburg.Bereits mehr als 8000 Unterstützer unterzeichneten die Petition gegen die Abschiebung des 19-jährigen Abdulsami Naderi. Gestartet haben die Aktion, die den Bayerischen Landtag und das Bayerische Innenministerium zum Ziel hat, mehrere Schüler der FOS/BOS Regensburg sowie Freunde des Afghanen. Die Petition, die über die Plattform openpetition läuft, endet in 16 Tagen. Für ein Quorum benötigen die Schüler 50 000 Stimmen.

Sami kam vor zweieinhalb Jahren als unbegleiteter Jugendlicher aus Afghanistan und stellte einen Asylantrag, der Ende 2017 zum zweiten Mal abgelehnt wurde. Seine Mitschüler befürchten, dass Samis Leben im Falle einer Rückkehr in sein Heimatland, bedroht ist und fordern die zuständigen Stellen dazu auf, den Fall erneut zu prüfen und ihm das Aufenthaltsrecht in Deutschland zu gewähren.

In der Petition schreiben sie: „Wir sind sehr betroffen von der Situation Samis, dessen Leben bedroht ist und der trotzdem in unserem Land nicht Sicherheit und Schutz findet, wie es unserer Ansicht nach der Fall sein sollte.“

Sami bedeutet die Unterstützung seiner Freunde viel: „Sie sind mir sehr wichtig.“ Bei einer Pressekonferenz am Donnerstagabend berichtete der Afghane von seinen Ängsten. Die Ungewissheit mache ihm Angst und er leide durch den anhaltenden Stress unter Konzentrationsproblemen, so der 19-Jährige.

Die Bedrohung von Sami sei groß, erklären die Mitschüler in der Petition: „Sein Onkel, der sich den Taliban angeschlossen hat, überfiel mit anderen bewaffneten Taliban die Familie, um den Bruder unseres Mitschülers in seine Gewalt zu bringen.“ Als der Vater zu Hilfe kommen wollte, seien beide gefangen genommen worden.

Seitdem gebe es kein Lebenszeichen mehr von ihnen. Da der Onkel die Mutter von Sami zwangsheiratete, müsse man davon ausgehen, dass beide von dem Taliban ermordet wurden. „Seitdem kann Sami keinen sicheren Kontakt zu seinen noch lebenden Familienmitgliedern aufbauen“, heißt es weiter.

Seit seiner Ankunft in Deutschland habe sich Sami vorbildlich integriert, erklärte Alexander Ziemlanski, einer seiner Mitschüler . Sami wurde von Infineon für seine schulischen Leistungen ausgezeichnet und hat im Juli 2017 den Qualifizierenden Mittelschulabschluss gemacht.

Unverständlich sei die Abschiebung für Samis Mitschüler vor allem, weil dieser bereits einen Ausbildungsvertrag zum Kfz-Mechaniker in der Tasche hat. „Er konnte die Ausbildung aber nicht antreten, da die zentrale Ausländerbehörde die Zustimmung verweigerte. So blieb Sami an unserer Schule“, sagten die Mitschüler Ziemlanski und Sebastian Raba. Das Bundesgesetz, das eine dreijährige Ausbildung für abgelehnte junge Asylsuchende vorsieht, werde für Sami bisher nicht angewendet.

Besonders belastend sei, dass man nicht wisse, für welchen Tag der Flug geplant sei. Dennoch sehen die Schüler hoffnungsvoll in die Zukunft: „Wenn es doch zur Abschiebung kommen sollte, würde ich das nicht hinnehmen, weil ich es menschenverachtend finde“, so Ziemlanski.

Petition für Sami

  • Unterschriften:

    8098 Menschen haben bis heute für den afghanischen Schüler Abdulsami Nader unterschrieben. 7829 davon aus Deutschland.
    Bis zum 17.02.2018 läuft die Petition auf openpetition noch. Das Ziel ist es, die restlichen Unterschriften für ein Quorum zu erreichen, das die Schüler dann an den Petitionsausschuss weitergeben.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht