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Gymnasiasten zeigen bunte Einstellung

Schüler aus Lappersdorf engagieren sich für ein Unesco-Projekt. Ergebnisse gibt es bis Januar im Welterbezentrum zu sehen.
Von Daniel Geradtz, MZ

Mit Schülern aus Tansania entstand ein Fotoprojekt der Lappersdorfer Gymnasiasten.
Mit Schülern aus Tansania entstand ein Fotoprojekt der Lappersdorfer Gymnasiasten. Foto: Geradtz

Regensburg.Bis zum 17. Januar gibt eine Ausstellung im Welterbezentrum einen Einblick in die sozialen Aktivitäten des Gymnasiums Lappersdorf. Unter dem Titel „Unsere Schule ist bunt“ werden dort einige Werke aus verschiedenen Arbeitsgruppen präsentiert. Im Vordergrund stehen die Projekte der Arbeitsgruppe Tansania: Im Frühjahr besuchten 17 Schüler zwei Wochen lang die One World Secondary School Kilimanjaro (OWSSC) in Ostafrika.

Interessen sind gleich

„Das Ziel der OWSSC ist eine gewaltfreie Erziehung und die Vermittlung von Werten“, erklärte Schülerin Anna Schmitz am Donnerstagabend bei der Eröffnung der Ausstellung. Der respektlose Umgang mit den Schülern sei an vielen anderen Schulen in Tansania keine Seltenheit, sagte sie weiter.

Während der Reise haben deutsche Gastschüler in verschiedenen Bereichen mit Einheimischen zusammengearbeitet. Hervorzuheben ist der Arbeitsbereich Kultur, hier schrieben und komponierten die Schüler selbst einen Rap zum Thema Vertrauen. Die Gymnasiasten drehten auch ein Video, das sie bei der Vernissage vorstellten.

Durch Exkursionen wie zu einer Biogasanlage, einem Wasserkraftwerk oder einer Sisalfabrik erhielten die Schüler einen Einblick in die wirtschaftliche Situation Tansanias. Damit konnten sie sich auch über einen weiteren wichtigen Aspekt der Reise, das Thema Umwelt, mit einheimischen Schülern austauschen.

„Wir haben gemerkt, dass die Interessen von uns Jugendlichen ziemlich gleich waren“, fasste Anne-Sophie Schwerdtner ihre Erfahrung aus der Zeit in Tansania zusammen.

Neben der Kooperation mit der Entwicklungsschule engagieren sich Schüler des Lappersdorfer Gymnasiums in einer Unesco-Arbeitsgruppe. Seit dem Schuljahr 2012/13 ist es Unesco-Projektschule im interessierten Status. Diesem Netzwerk gehören deutschlandweit 250 Schulen an. Die Schüler und Lehrer setzen sich unter anderem dafür ein, die Menschenrechte für alle zu verwirklichen, die Umwelt zu schützen und Armut und Elend zu bekämpfen.

Das Projekt

  • Teilnehmer:

    Weltweit sind etwa 10 000 Schulen aus fast allen Mitgliedsstaaten der Organisation als Unesco-Projektschulen gelistet.

  • Verlauf:

    Zu Beginn ihrer Mitgliedschaft werden sie als Schulen im interessierten Status bezeichnet. Erst nach einer mehrjährigen Beteiligung können die Schulen einen Status als mitarbeitende Schule erhalten.

  • Aktion:

    Die deutschen Projektschulen organisieren alle zwei Jahre einen Projekttag. 2016 stand er unter dem Motto „Schau hin! Misch dich ein“.

  • Kooperation:

    Auf Tagungen arbeiten die Schüler schulartübergreifend zusammen. Dies sei eine Herangehensweise, die im deutschen Schulsystem viel zu selten berücksichtigt werde, findet der Schulleiter des Gymnasiums Lappersdorf, Ulrich Sellner.

  • Schulart:

    Im Netzwerk ist jeder Schultyp des deutschen Bildungssystems als Unesco-Projektschule vertreten.

Viele Bilder sind zu sehen

So veranstalteten die Schüler in diesem Jahr die ersten „Lappersdorfer Olympischen Spiele“. Die Jugendlichen repräsentierten dabei verschiedene Nationen. Sich mit seinem Land auseinanderzusetzen, sei genauso wichtig gewesen wie das sportliche Kräftemessen, heißt es.

Im Untergeschoss des Salzstadels gibt es Ergebnisse des Engagements zu sehen. Unter anderem sind Arbeiten der Reihe „Ich in 20 Jahren“, Entwürfe für ein Schullogo oder Fotografien, die zwischen den Lappersdorfer und tansanischen Schülern entstanden sind, zu sehen. Kunstlehrerin Elisabeth Frisch, die die Ausstellung kuratiert hat, findet sie einen gelungenen Anlass, um ein Zwischenfazit zu ziehen: „Jetzt können wir gut sehen, was wir verwirklichen konnten.“

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