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Kinder werden zu Filmverstehern

Begleitet von einem Medienpädagogen schauten sich Regensburger Schüler während der Schulkinowoche Filme an.
Von Daniel Geradtz, MZ

Die Freunde Oskar (l.) und Rico sind die Hauptfiguren der nach ihnen benannten Filmreihe., mxg
Die Freunde Oskar (l.) und Rico sind die Hauptfiguren der nach ihnen benannten Filmreihe., mxg Fotos: dpa

Regensburg. Es ist ein Lehrstück über Freundschaft und Zusammenhalt, das sich die Schüler am Freitagvormittag ansahen. Im Rahmen der Schulkinowoche Bayern schauten sie sich im Regina-Kino den Film „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ an.

Die Schulkinowoche gibt es seit zehn Jahren in Bayern. Mit den angebotenen Filmen soll die Medienkompetenz der Schüler gestärkt werden. „Anschließend frage ich die Schüler, wie sie den Film fanden. Sie sollen ihm Schulnoten geben und bewerten, was sie gut oder schlecht fanden“, sagte Adrian Wegerer. Der Medienpädagoge begleitete die Vorführungen am Freitag.

Abhängig vom Alter der Schüler ist die Filmauswahl. Elftklässler des Pindl-Gymnasiums schauten sich gemeinsam mit einer Gruppe des Pater-Rupert-Mayer-Zentrums den Film „Tschick“ an. Für Kino-Betreiberin Doris Lerchl-Goldermann ist der inklusive Gedanke der Vorstellungen wichtig. „Die Schulkinowoche steht für jeden offen“, sagte sie.

Kinder verfolgen Filme aufmerksam

Filme sollten nicht nur verschlungen, sondern in ihrer Wertigkeit geschätzt und gewürdigt werden. Durch eine erweiterte Sichtweise hätten die Schüler gute Werkzeuge, um sich gegen Manipulationen zu schützen. Die Schulkinowoche setze genau an dieser Stelle an. Das Format ist in den letzten Jahren für das Kino zu einem wichtigen Programmpunkt geworden. Alleine in diesem Jahr fanden 17 Veranstaltungen in ihrem Kino statt. Darunter waren auch zwei Seminare für die Lehrkräfte. Die Klassen von 21 Schulen aus der Stadt und dem Landkreis besuchten zwischen Montag und Freitag die Vorführungen.

Adrian Wegerer sagte, dass es im anschließenden Filmgespräch um Faktoren wie die Filmästhetik, die Bildgestaltung oder schlicht um die Handlung gehe. Auch wenn die Schüler die Filme ohne einen klaren Auftrag sehen würden, könnten sie später ziemlich aussagekräftig über diese Themen berichten. Auch ihm, der die Filme bereits häufig gesehen hat, würden durch die Gespräche neue Perspektiven gezeigt.

Den Sechsklässlern hat „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ gefallen. Wolfgang Mehrl vom Albertus-Magnus-Gymnasium sagte: „Der Film war spannend.“ Er konnte auch Charakterveränderungen bei den Charakteren feststellen. Sein Mitschüler Léon Landgraf würde sich auch einen Freund wie Rico wünschen. Im Film macht er sich auf die Suche nach seinem Freund, nachdem er plötzlich verschwand. Der Streifen ist 2014 erschienen und markierte den Anfang der inzwischen dreiteiligen Filmreihe.

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Bildsprachen sind ähnlich

Medienpädagoge Wegerer findet es wichtig, dass die Schüler gerade in der Wahrnehmung von Filmen geschult werden. „Bewegtes Bild hat einen großen Stellenwert. Das Internet lebt von bewegten Bildern.“ Letztlich würde es in der Analyse des Gesehenen keinen relevanten Unterschied machen, um welche Genres sich handelt. „Der Kinodokumentarfilm ist wahnsinnig inszeniert. Es ist eine ähnliche Arbeit wie bei einem Realfilm“, erklärte er. Auch wenn es häufig so aussehe, als würden Interviews in Dokumentationen ohne großen Aufwand entstehen, stecke eine intensive Planung dahinter.

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Die Schulkinowoche

  • Spielstätten:

    Die Schulkinowoche Bayern war in 125 Kinos in 116 Städten zu Gast und zeigte ein auf lehrplanrelevante Themen und Unterrichtsfächer abgestimmten Filmprogramm.

  • Organisator:

    Die gemeinnützige Gesellschaft „Vision Kino“ organisiert das Projekt in allen 16 Bundesländern. 2002 begann das Projekt als „Schulfilmwoche“.

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