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Pindl ist Schule gegen Rassismus

Engagement für Schwache und Kranke wird an der Privaten Realschule Pindl in Regensburg schon lange gelebt.
Von Daniel Geradtz, MZ

Pindl-Schüler zeigen stolz die Auszeichnung.
Pindl-Schüler zeigen stolz die Auszeichnung. Foto: Geradtz

Regensburg.Etwa ein Jahr lang hat die Schulgemeinschaft der Privaten Realschule Pindl auf die Auszeichnung hingearbeitet. Nun darf sie offiziell den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ tragen.

Die gleichnamige Organisation, die hinter der Auszeichnung steckt, zeichnet Schulen aus, an denen sich Schüler aktiv mit den Themen Diskriminierung und Rassismus auseinandersetzen. „Es sind Themen, die ohnehin im Unterricht behandelt werden. Wenn die Schüler die Auszeichnung als Ziel sehen, werden sie zusätzlich motiviert“, sagt Katharina Fritsch, die das Projekt an der Schule koordiniert, für das sich OB Joachim Wolbergs an der Realschule als Pate engagiert.

„Der Titel ist kein Preis und keine Auszeichnung für bereits geleistete Arbeit, sondern er ist eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft.“

Philipp Seitz, Bezirksjungendring

Bevor der Anerkennungsprozess startet, muss die Schulgemeinschaft eine Selbstverpflichtung unterschreiben. Mindestens 70 Prozent der Schüler, Lehrer und Angestellten müssen die darin genannten Ziele anerkennen. „Bei euch waren es sogar 80,2 Prozent“, ist Philipp Seitz, Vorstandsmitglied des Bezirksjugendrings Oberpfalz, begeistert. „Der Titel ist kein Preis und keine Auszeichnung für bereits geleistete Arbeit, sondern er ist eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft.“

30 000 Euro für Verein „Mukoviszidose“

Nachdem der erste Schritt gemeistert und innerhalb der Schule die notwendige Unterstützung gefunden war, setzten sich die Schüler in vielfältigen Projekten für Benachteiligte ein. So organisierten die Schüler der Pindl Realschule oder Wirtschaftsschule gemeinsam den „Schutzengellauf“. Bei dem im vergangenen Juli durchgeführten Lauf brachte jede auf dem Sportplatz absolvierte Runde einen Geldbetrag ein. Am Ende konnten die Schüler rund 30 000 Euro für den Verein „Mukoviszidose“ sammeln. Im November unterstützten die Schüler den Helferkreis für Flüchtlinge in Ergoldsbach, indem sie Tageslichtprojektoren zur Verfügung stellten.

Die Pind-Realsschüler engagieren sich allerdings nicht erst seitdem sie die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ angestrebt haben. „Mit dem Strohhalm haben wir schon seit vielen Jahren Projekte durchgeführt“, erklärt Schulleiterin Andrea Klein. „Es ist besonders wichtig, die andere Seite des Lebens zu sehen und wertzuschätzen, wie gut es uns geht.“

Die Schüler haben bereits mehrfach Lebensmittel gesammelt und an die soziale Einrichtung gespendet. Die Arbeit vor Ort hat Schülersprecher Jannis Anderson die größte Freude bereitet. Für ihn liegt gerade in der Vielfalt der unterschiedlichen Projekte der Reiz. „Es ist gut, dass wir alles unter einen Hut bringen: Wir denken an die Bedürftigen in der Region und an die Geflüchteten.“

Die ausgezeichneten Schulen sollen sich auch gegenseitig in ihren Ideen befruchten. Denn in der Regel wissen sie nur wenig von den Projekten der anderen. Deswegen organisiert der Bezirksjugendring als regionaler Koordinator der Auszeichnung Vernetzungstreffen. Einige der begonnenen Projekte sollen an der Pindl-Realschule weitergeführt werden. Katharina Fritsch spricht beispielsweise von einem großen Poster, das aus vielen einzelnen Blättern entstehen soll. „Auf denen haben die Wurzeln der Deutschen Fußballnationalspieler dargestellt“. So will die Lehrerin „aktiv am Problem Rassismus arbeiten“.

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