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Schüler machen richtig Theater

16 Gruppen zeigen bei den 35. Regensburger Tagen der Schülertheater an zwölf Abenden Stücke von frech bis klassisch.

Bei Lena & Leonce geht es in einem absurd-romantischen Verwirrspiel um den verzogenen Erbprinzen vom Reiche Popo, der sich grausam langweilt.
Bei Lena & Leonce geht es in einem absurd-romantischen Verwirrspiel um den verzogenen Erbprinzen vom Reiche Popo, der sich grausam langweilt. Foto: Lex

„Eine Traumlösung“

Die 35. Regensburger Tage der Schülertheater im Innenhof des Thon-Dittmer-Palais sind zumindest für dieses Jahr Geschichte. Es gab interessante, lustige, aber manches Mal auch nachdenklich machende Aufführungen.

Zuletzt war jetzt das Regensburger Blindeninstitut mit „Tanz was du kannst!“ (Leitung Birgitt Stemmer und Christa Moser) in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Gymnasium (Leitung Christina Burger und Kilta Rainprechter) sowie der Bischof-Wittmann-Schule (Leitung Wolfgang Maas und Evi Federl) zu sehen.

Mit „Eine Traumlösung“ war als erstes das Blindeninstitut an der Reihe. Zur Handlung: Jeder ist anders, schwierig, wenn die Unterschiede so groß sind, finden Jenny und Magdalena. Im Traum setzen sie sich damit auseinander. Die Partnerklasse der Bischof-Wittmann-Schule an der Mittelschule Lappersdorf brachte das Stück „Bla, Bla, Bla“ auf die Bretter. Verstehen stand hier auf dem Programm, das im Laufe des Tanzes dann auch passierte. „Von Anfang an“, lautete das Stück des Tanztheaters am Goethe-Gymnasium, das von Krieg und Frieden handelt. Bei einigen Stücken tanzten und spielten Kinder mit Handicap mit Kindern ohne Handicap und hatten sichtlich viel Freude. Selbst ein Rollstuhl war kein Grund, um nicht auf die Bühne zu kommen.

Multikulti und farbenfroh

Das interkulturelle Projekt „Farben“ war am 16. Juli bei den Schülertheatertagen zu sehen.
Das interkulturelle Projekt „Farben“ war am 16. Juli bei den Schülertheatertagen zu sehen.(Foto: Stadt/Sefan Effenhauser)

Das interkulturelle Projekt „Farben“ war am 16. Juli bei den Schülertheatertagen zu sehen. Der Schulförderverein Sallerner Berg Regensburg, Theater mit Haut und Haaren, Werner-von-Siemens-Gymnasium und Jakob-Muth-Schule haben sich für das Projekt zusammengetan und einen schönen Abend im fantasievoll ausgeleuchteten Thon-Dittmer-Palais gezaubert.

Und der Abend war: natürlich bunt und farbenfroh! Und darum drehte sich ja auch alles: die Farben in unserem Leben. Farben können eine Stellungnahme sein, Farben erzeugen Emotionen. Und auch das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen ist ebenfalls ein Zusammenwirken vieler Farben. Ruth Wahl und Julia Möbius haben ein tolles Stück für die Schüler der Grundschule Sallerner Berg erarbeitet. Das Publikum im Arkaden-Innenhof war restlos begeistert und hat sich gerne mitnehmen lassen.

3816 Kilometer

Um die Gefühle und Ängste von Flüchtlingen, die sich auf eine lange entbehrungsreiche Odyssee machen, drehte sich alles in der Eigenproduktion „3816 km“ des Gymnasiums Neutraubling.
Um die Gefühle und Ängste von Flüchtlingen, die sich auf eine lange entbehrungsreiche Odyssee machen, drehte sich alles in der Eigenproduktion „3816 km“ des Gymnasiums Neutraubling. Foto: Stadt

Um die Gefühle und Ängste von Flüchtlingen, die sich auf eine lange entbehrungsreiche Odyssee machen, drehte sich alles in der Eigenproduktion „3816 km“ des Gymnasiums Neutraubling am 15. Juli. Kalila und ihre Landsleute werden von Bomben aus dem ostsyrischen Deir al Sur vertrieben. Sie müssen eine 3816 Kilometer lange Reise bis nach Neutraubling auf sich nehmen.

Gezeigt werden in loser Szenenfolge Schutzsuchende und Schleuser, Schiffbrüchige und Touristen, Helfer und Hetzer, Grenzschließer genau wie grenzenlose Freundschaften. Das Stück über die Flucht als Folge des Bürgerkriegs in Syrien und anderer Brennpunkte in arabischen und afrikanischen Ländern war bewegend.

In das Stück wurden am Ende zwei syrische Mädchen eingebunden, die die Authentizität vieler Szenen bestätigen konnten – auch wenn das Stück selbst frei erfunden ist.

Schattentheater

Das Schattentheater der Von-der-Tann-Grundschule machte am 15. Juli mit Janoschs so bezaubernder wie tiefsinniger Geschichte „Der Räuber und der Leiermann“ im Innenhof des Thon-Dittmer-Palais Station.

Was macht ein Besenbinder, der seine Besen nicht mehr verkaufen kann, weil jeder im Dorf schon einen hat? Eine Karriere als Räuber? Doch: das Räuberleben ist gefährlich. In einer kurzweiligen Kombination aus Personen- und Figurenschattentheater konnten die Zuschauer in das Abenteuer eintauchen. Begleitet wurde der Abend vom Kinderchor „Stimmbande“ sowie vom Chor „Collegium musicum“.

Der renommierte Kinderbuchautor, Illustrator und Künstler Janosch veröffentlichte über 150 Bücher, die Millionenauflage erreichten. Er bekam zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Zu seinen bekanntesten Werken zählt „Oh wie schön ist Panama“.

Mama Mania

Ein Feuerwerk an guter Laune zündete die Realschule Neutraubling mit „Mama Mania“.
Ein Feuerwerk an guter Laune zündete die Realschule Neutraubling mit „Mama Mania“. Foto: Lex

Unter dem Titel „Mama Mania“ schlossen sich Band, Bläserensemble, Chor sowie die Tanz- und Theatergruppe der Realschule Neutraubling zu einem Großprojekt zusammen. Erzählt wird die Geschichte von Anna, die vor ihrer bereits geplanten Hochzeit mit Jugendliebe Tom auf die Suche nach ihrer eigenen Herkunft geht, was sie jedoch nur ihren Freundinnen anvertraut. Nicht nur die Beziehung von Anna und Tom wird dadurch auf eine harte Probe gestellt.

Im Rahmen der 35. Regensburger Tage der Schülertheater zeigte die Neutraublinger Realschule das Projekt im Thon-Dittmer-Palais. Trotz schlechten Wetters waren nicht wenige gekommen, um dieses überaus unterhaltsame Schauspiel mitzuerleben. „Es war ziemlich schwer, denn wir konnten heute nicht proben. Ständiger Regen hätte die Instrumente der Musiker stark in Mitleidenschaft gezogen. Deshalb haben wir auf die Musikproben verzichten müssen“, erklärte eine der Initiatoren, Sabine Morell.

Die Gesamtleitung für das mit 65 Schülerinnen und Schülern stark besetzte Gesamtensemble lag in den Händen von Sabine Morel sowie Honorat Hefele. Den Chor leitete Martina Melchner, Marianne Niklas (auch Tanzgruppe) die Bläsergruppe und Claudia Umlauft die Schulband. „Thank you for the music!“

Ein Prinz langweilt sich

Runde Nummer 4 bei den 35. Regensburger Tagen der Schülertheater. Diesmal an der Reihe: das private Pindl-Gymnasium mit dem Stück Lena & Leonce, inszeniert von Albrecht Muscholl-Silbern unter Mithilfe von Thomas Schäfer.

Lena & Leonce von Georg Büchner gehört zu den echten Theaterklassikern. Generationen von Schauspielern versuchten sich an diesem absurd-romantischen Verwirrspiel um den verzogenen Erbprinzen vom Reiche Popo, dass wie der Name schon aussagt, am berühmten A… der Welt zu finden ist. Langweilig ist ihm, dem Prinzen, Wolken sieht er von Westen nach Osten ziehen, stundenlang, tagelang, wochenlang – langweilig ist dem Prinzen, permanent. Sein Einfluss ist räumlich begrenzt, seine Lakaien tun alles, was er will, das nutzt er aus und wird zum restlos gelangweilten Scheusal.

Mindestens so unbedeutend wie Leonce ist seine Braut Lena von Pipi. Die Hochzeit sollte ein Staatsakt werden, aber spätestens bei der plötzlichen Flucht der beiden gerät ihre Welt gehörig aus den Fugen.

Ein nicht ganz leicht zu spielendes Stück, das von den Schülern Emil Kauth (Leonce) und Pia Schlegl als Lena perfekt verkörpert wird. In den weiteren Rollen: König Peter (Jonathan Fäustl), Valeria (Selina Schlender), Gouvernante (Eva Konen), Hofmeister, Präsident und Landrat (Elisa Schmider, Schulmeister und Rosetta „Rahel Taudt“. Für die Technik zuständig war Tobias Namliew. Das Plakat entwarf Elisa Schmieder, die auch mit Selina Schlender das Faltblatt kreierte. Kostüm und Bühnenbild oblagen Rahel Taudt und Pia Schlegl.

Das Programm der Schülertheatertage gibt es in der Tourist Information im Alten Rathaus. (xtl)

Die Suche nach Glück

„Kamikaze Pictures“ handelt von der Suche nach Glück.
„Kamikaze Pictures“ handelt von der Suche nach Glück.

Das Albrecht-Altdorfer-Gymnasium präsentierte „Kamikaze Pictures“. Jan Liedtkes Stück thematisiert die Identitätssuche junger Menschen und spielt mit Identitäten: Andrea, kurz „Andy“, sucht Ludwig. Dafür dreht sie mit Hanni „Henry“ einen Film. Als sich beim Casting jedoch Simon vorstellt, der Ludwig bis aufs Haar gleicht, geraten sie in einen Strudel voller Zweifel, in dessen Mitte eine Frage steht: Ist Simon Ludwig oder Ludwig Simon? Dieser Frage geht das Oberstufentheater des Albrecht-Altdorfer-Gymnasiums nach.

Thematisch dreht sich hier alles um echte Gefühle – und die Illusion davon. Es ist die Suche nach Identität, Glück, Liebe und stimmigen Lebensentwürfen. (xtl)

Die 35. Schülertheatertage

  • Termin:

    Die 35. Regensburger Tage der Schülertheater finden vom 20. Juni bis 27. Juli statt.

  • Spielorte:

    Mit einer Ausnahme finden alle Aufführungen im Hof des Thon-Dittmer-Palais am Haidplatz statt. Nur die Eigenproduktion „Oddy“ (nach Homers Odyssee) des Goethe-Gymnasiums wird am 27. Juli in der Aula des Goethe-Gymnasiums vorgestellt.

  • Aufführungen

    Beginn der Aufführungen ist fast immer um 20.30 Uhr. Nur die Eigenproduktion des Gymnasiums Neutraubling „3816 km“ am 14. Juli und die Aufführung von „Der Räuber und der Leiermann“ (Schattentheater) der Von-der-Tann-Schule am 15. Juli beginnen um 21 Uhr, das Stück „Oddy“ im Goethe-Gymnasium startet um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist immer frei.

Ein Klassiker bei den Domspatzen

Die Schüler sind der Suche nach dem Schuldigen für den zerbrochenen Krug.
Die Schüler sind der Suche nach dem Schuldigen für den zerbrochenen Krug.

Im Zuge der 35. Regensburger Tage der Schülertheater haben 14 Gruppen die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Die Nachwuchstalente kommen von Schulen in Regensburg oder aus der Region. Am Montagabend führten die Domspatzen unter der Leitung von Sabine Singer und Christian Gröninger das Stück „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist auf. Das Ergebnis der vielen Proben während des vergangenen Schuljahrs wurde vom Publikum mit reichlich Applaus belohnt. Für die musikalische Untermalung des Theaterstücks sorgten die Schüler selbst und begeisterten die Zuschauer unter anderem mit „Kriminaltango“ von Peter Alexander und „Halt dich an mir fest“ von Revolverheld. (mlx)

Ein moderner Odysseus

Paul Barta, Mia Rainprechter, Vincent Knefeli, Tobias Fuchs, Vincent Hußlein, Nico Graggo, Luisa Pohl und Theresa Egersdörfer (v. l.) führen mit ihren Kollegen von der Theatergruppe der Oberstufe die Eigenproduktion Oddy auf.
Paul Barta, Mia Rainprechter, Vincent Knefeli, Tobias Fuchs, Vincent Hußlein, Nico Graggo, Luisa Pohl und Theresa Egersdörfer (v. l.) führen mit ihren Kollegen von der Theatergruppe der Oberstufe die Eigenproduktion Oddy auf.

Im Zuge der 35. Regensburger Tage der Schülertheater haben 14 Gruppen die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Die Nachwuchstalente kommen von Schulen in Regensburg oder aus der Region. Am Montagabend führten die Domspatzen unter der Leitung von Sabine Singer und Christian Gröninger das Stück „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist auf. Das Ergebnis der vielen Proben während des vergangenen Schuljahrs wurde vom Publikum mit reichlich Applaus belohnt. Für die musikalische Untermalung des Theaterstücks sorgten die Schüler selbst und begeisterten die Zuschauer unter anderem mit „Kriminaltango“ von Peter Alexander und „Halt dich an mir fest“ von Revolverheld. (mlx)

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