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Schüler verteilen Brezen an Bedürftige

Die Jugendlichen des Pindl-Gymnasiums verschenkten in Regensburg Brezen. Im Herbst ist eine Schifffahrt geplant.
Von Daniel Geradtz, MZ

Die Schüler der Q 11 verteilten in der Stadt Brezen an Bedürftige.
Die Schüler der Q 11 verteilten in der Stadt Brezen an Bedürftige. Foto: Geradtz

Regensburg. Die erste Kontaktaufnahme fällt Nina, Max, Daniel und David schwer. Sie lassen Gabriele Baumer den Vortritt. Sie soll das Eis brechen. „Das ist eine Gruppe junger Leute, ich bin ihre Lehrerin. Wir würden Ihnen gerne eine Brezel schenken“, sagt sie. Gemeinsam ist die Gruppe vom Pindl-Gymnasium unterwegs, um Bedürftigen eine Mahlzeit anzubieten.

Eine Stunde vorher sitzen die Schüler im Klassenraum. Caritas-Streetworker Ben Peter berichtet über seine Arbeit, bereitet die Jugendlichen auf ihren Streifzug vor. „Ich erlebe das Klientel in Regensburg als recht kommunikativ. Ihr müsst aber authentisch und aufrichtig sein“, so Peter. Er rät den Schülern, Rückschläge nicht persönlich zu nehmen. Zum Beispiel wenn sich die Menschen abwenden und das Geschenk nicht annehmen würden.

Das ist aber nicht der Fall, als die Jugendlichen ihre Geschenke verteilen. Lehrerin Gabriele Baumer sagt, sie sei überrascht, wie offen die Obdachlosen, die Brezen annehmen würden. Schüler Daniel entgegnet jedoch, dass er diese Freundlichkeit erwartet hätte.

Die Essenausgabe findet im Rahmen des Projekt-Seminars „Aktiv Christsein leben“ statt. Die Leitung des Kurses teilt sich Gabriele Baumer mit Stadtdekan Roman Gerl. Er ist mit einer zweiten Gruppe im Bahnhofsviertel unterwegs. Es ist der Hotspot der Obdachlosen und Bedürftigen. Auch dort wollen die Schüler ein Lächeln verschenken, wie sie es nennen.

„Wir arbeiten mit Ben Peters zusammen“, sagt Baumer und weckt damit das Vertrauen der Menschen, die an diesem März-Tag auf dem kalten Boden in der Altstadt sitzen. Den würden sie kennen, sagen sie und erzählen von den Begegnungen mit dem Streetworker. Rund 300 Personen gehören zu Peters Klientel, 80 bis 90 Prozent hätten ein Suchtproblem, „meistens im illegalen Bereich“, sagt er.

Die Schüler haben sich für den Herbst etwas Großes vorgenommen: Sie wollen eine Donauschifffahrt für Bedürftige organisieren. Dazu brauchen sie Spenden. Schon die Brezen wurden von Spenden bezahlt, die sie in der Schule sammelten. „Dabei ist so viel zusammengekommen, dass wir auch schon was für die Schifffahrt haben“, sagt die 17-jährige Nina.

„Ich muss oft zufrieden sein, wenn ich gute Gespräche führe“, sagt Ben Peter. Auch die Schüler der Q 11 treten in den Dialog. Im Laufe der nächsten Monate wollen sie bei weiteren Aktionen „erst einmal mit betroffenen Leuten in Kontakt kommen“, erklärt Nina.

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