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Wissenschaft mit einem Augenzwinkern

In einem Science Slam präsentierten Gymnasiasten Kurzvorträge. Es ging um Koffein, Alkohol und Geschlechter-Kommunikation.
Von Daniel Geradtz, MZ

Es ging nicht nur um Kaffee: Larissa Bernhard und Lucia Ammon zeigten, was Alkohol mit dem Körper macht.
Es ging nicht nur um Kaffee: Larissa Bernhard und Lucia Ammon zeigten, was Alkohol mit dem Körper macht. Foto: mxg

Regensburg.Nach unzähligen Proben wurde es am Freitagabend ernst für die Schüler des Albrecht Altdorfer Gymnasiums. Im bis auf dem letzten Platz gefüllten Degginger präsentierten sie den „Science Slam“ mit sechs humorvollen Kurzvorträgen über ein naturwissenschaftliches Thema.

„Wir haben Koffein als Thema genommen, weil es etwas Alltägliches ist. Jeder kann sich damit identifizieren“, sagte Lara Grube. Sie stand gemeinsam mit ihrer Mitschülerin Ellen Heyse auf der Bühne. „Wir sind auf die Idee gekommen, weil wir uns gefragt haben, für welche Themen sich die Leute interessieren“, ergänzte Heyse. Schon nach kurzer Zeit hatten sie das Grundkonzept für ihren Slam zusammen. Doch immer wieder streuten sie neue Ideen ein, um ihren Vortrag zu etwas Besonderem zu machen, das sich von einem herkömmlichen Referat unterscheidet.

Themen des Alltags sind wichtig

Den Vortrag erstellten sie so, dass sie Informationen präsentierten wollten, die das Publikum bislang noch nicht kannte.

So erklärten sie, dass die erste Tasse Kaffee erst 30 Minuten nach dem Aufstehen getrunken werden sollte, weil sich sonst der aufputschende Effekt nicht auswirken würde. „Unser Statement am Schluss ist das, was Publikum mitnehmen soll: Auch beim Koffein ist es wichtig, die goldene Mitte zu finden“, so Heyse. Denn auch bei zu hohem Koffeingenuss entfaltet sich die Wirkung nicht,

Auch Ajdin Dzafic und Lorena Blaschke befassten sich mit einem Thema, das zum Alltag gehört: die Kommunikation zwischen Menschen. Ein besonderes Augenmerk legten sie auf die Verständnisschwierigkeiten zwischen Männern und Frauen. Gleich mehrmals strafte Blaschke ihren Slam-Partner augenzwinkernd mit „typisch Mann“ ab.

Die Schüler bereiteten die Vorträge mit viel Kreativität vor. Mit eigenen Zeichnungen, selbst produzierten Videosequenzen oder kurzen Sketchen untermalten sie das Gesagte.

Lehrerin Lydia Abels fand, dass alle Vorträge gelungene Slams seien. Als Kriterien nannte sie, dass die Vorträge informativ, aber auch witzig seien.

Damit die Präsentation optimal gelingen konnte, haben die Schüler bis ins Detail an ihren Vorträgen gefeilt. „Ein Kollege hat ihnen gezeigt, wo man am besten Pausen setzt, damit es richtig wirkt“, erklärte Abels. Daneben übten sie die Beiträge unzählige Male ein, sodass sie sie frei vortragen konnten. „Zur Sicherheit nimmt jeder aber immer noch die Notizen mit auf die Bühne“, so Abels.

Publikum trifft die Entscheidung

Zudem zeigte sich die Kursleiterin davon begeistert, dass ihre Schüler die Veranstaltung im Degginger selber und mit viel Engagement organisiert haben. Die Veranstaltung fand ihm Rahmen eines Projektseminars im Fach Biologie, das zu Beginn des vergangenen Schuljahrs startete.

Der Wettbewerb

  • Vorbild:

    Science Slams orientieren sich am Vorbild von Poetry Slams. Das sind Wettbewerbe, bei denen Dichter mit ihren eigenen Werken vor einem Publikum gegeneinander antreten.

  • Ziel:

    Die zehnminütigen Vorträge zielen darauf ab, wissenschaftliche und komplexe Themen reduziert und allgemeinverständlich wiederzugeben.

  • Methode:

    Mit der Hilfe von Präsentationen, die im Hintergrund ablaufen, werden abstrakte Zusammenhänge für den Betrachter sichtbar gemacht.

  • Auftakt:

    Im Jahr 2011 fand der erste Science Slam an der Regensburger Universität statt.

  • International:

    Ein internationaler Wettbewerb ist der FameLab für Studenten und Jungwissenschaftler. Die Bayerischen Vorentscheide finden seit 2014 jedes Jahr in Regensburg statt.

  • Jury:

    Bei dem Wettbewerb entscheidet eine Jury und nicht das Publikum über den Gewinner.

Durch die Intensität des Beifalls entschieden die Zuschauer nach den Vorträgen über die Sieger des Slams. Im Stechen gewannen Lara Grube und Ellen Heye mit dem Koffein-Thema gegen Lorena Blaschke und Ajdin Dzafic. Die Schüler haben für den Science Slam neue Präsentationstechniken gelernt. „Es ist etwas anderes, ob man ein Referat nur mit Informationen hält oder auch mal etwas Lustiges mit einbaut“, fand Ellen Heyse.

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