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Sea-Eye rettet 150 Menschen

Mitglieder der Regensburger Hilfsorganisation haben im Mittelmeer Geflüchtete gerettet. Nun fehlt ein sicherer Hafen.

Sea-Eye-Retter sind auf dem Mittelmeer im Einsatz. Foto: Cédric Fettouche
Sea-Eye-Retter sind auf dem Mittelmeer im Einsatz. Foto: Cédric Fettouche

Regensburg.Das deutsche Rettungsschiff Alan Kurdi hat mitten in der Corona-Krise vor Libyen 150 Migranten aufgenommen. Der Alarmruf sei am Montag eingegangen, teilte die Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye. 68 Menschen seien am Vormittag von einem Holzboot ohne Schwimmwesten gerettet worden. Ein libysch beflaggtes Schiff hätte die Rettung behindert, von dort seien auch Schüsse abgeben worden, worauf Menschen panisch ins Wasser gesprungen seien. Am Nachmittag seien von einem weiteren Holzboot 82 Menschen gerettet worden. Darunter seien auch Kinder. Die Alan Kurdi müsste nun einen sicheren Hafen anlaufen, wie Sea-Eye-Vorsitzender Gorden Isler sagte.

Italienischen und maltesischen Behörden wollten in diesem Fall laut Sea-Eye keine Erlaubnis zum Ausschiffen der Geretteten geben, auch wenn deren Verteilung auf andere Länder geklärt sei. Die gesundheitliche Notlage wegen der Coronavirus-Krise in ihren Ländern erlaube dies nicht, hätten die Innenministerien in Rom und Valletta dem deutschen Außenministerium mitgeteilt. Während die zweite Rettung anlief, habe sich das Bundesinnenministerium bei Sea-Eye und anderen Rettungsorganisationen mit folgender Bitte gemeldet: „Angesichts der aktuellen schwierigen Lage appellieren wir deshalb an Sie, derzeit keine Fahrten aufzunehmen und bereits in See gegangene Schiffe zurückzurufen.“ Zu diesem Zeitpunkt war die Alan Kurdi bereits sieben Tage im Einsatz und evakuierte das zweite überfüllte Holzboot.

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„Jedes Menschenleben ist wertvoll. Wir vertrauen darauf, dass es dem Bundesaußenminister gelingt, für 150 Menschenleben zusätzliche Verantwortung zu übernehmen. Denn Deutschland ist schließlich unser Flaggenstaat“, forderte Sea-Eye-Vorsitzender Isler die Aufnahme der Geretteten. Weiter sagte er: „In den vergangenen Tagen hat die Bundesregierung mehr als 200.000 Menschen in einem unglaublichen Kraftakt aus dem Ausland heimgeholt. Es muss doch vorstellbar und menschenmöglich sein, eine Maschine für 150 Schutzsuchende nach Südeuropa zu senden, um die Menschen unverzüglich zu evakuieren. In Deutschland gibt es rund 150 Städte im Bündnis Sicherer Häfen, die ihre Bereitschaft zu Aufnahme von Geflüchteten erklärt haben.“

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Die Crew sei auf die Corona-Krise gut vorbereitet, betonte Isler. Das Team sei vorher zwei Wochen zusammen gewesen und zeige keine Symptome. An Bord gebe es auch zusätzliche Schutzausrüstung. Man sei in der Lage, Menschen, die Symptome zeigen sollten, zu separieren. Allerdings könnte die Crew keine Tests an Bord machen. Wenn ein Corona-Fall auftauchen sollte, sei man umso mehr auf Hilfe angewiesen, denn kranke Menschen müssten von Bord gebracht werden.

Die Alan Kurdi ist zur Zeit das einzige private Rettungsschiff vor Libyen. In Italien waren seit der landesweiten Corona-Ausgangssperren weniger Migranten angekommen, es gab im März aber dennoch einige Hundert Ankünfte.

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