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Sie lieben Pläne, die funktionieren

Binary Kitchen, Planraum und Transition laden in Regensburg zu einem der legendären Lötkurse von Mitch Altman. So sollen Ideen auf die Welt kommen.
Von Heike Haala, MZ

Dieser Handyschnappschuss fungierte als Einladung, um den Szenetüftler und Erfinder Mitch Altman zu einem seiner inzwischen legendären Lötkurse nach Regensburg zu holen. Foto: Burkard

Regensburg.Die Tüftler der Vereine Binary Kitchen, Planraum und Transition Regensburg haben sich im vergangenen Jahr jeweils einen Ort geschaffen, an dem sie die Freiheit haben, ihre Ideen auf die Welt zu bringen. Diese Orte nennen sie „Spaces“. Die Ideen, die innerhalb dieser „Spaces“ aufblitzen und schließlich in die Realität geholt werden, sind so unterschiedlich und bunt wie ihre Mitglieder, erklärt Waldemar Sessler.

Er ist Vorsitzender des Vereins Planraum. Jeden Montag um 20 Uhr treffen sich die Mitglieder der Planraum „Makerspace“ im Auweg 42a, um zusammen schöpferische und nachhaltige Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Es kann dabei um die Entwicklung von Elektrogeräten ebenso gehen wie um eine findige Holzkonstruktion. Im Planraum treffen sich derzeit Ingenieure, Informatiker, Mathematiker, Physiker, Künstler, Designer, Filmemacher, Kulturwissenschaftler, Medienwissenschaftler, Psychologen und Ökologen aus Regensburg zum Austausch.

Die Binary Kitchen dagegen bezeichnet Sessler als eine „Hackspace“. Dabei ist es ihm wichtig, dass der begriff „Hack“ nicht zu eng gefasst wird. Umgangssprachlich würde sich die Bedeutung auf die Bereiche IT-Sicherheit und Computer beschränken. Der erste „Hack“ der Geschichte gelang aber bereits in den 1950er Jahren, als die Konstruktion einer bestimmten Modelleisenbahn gelang. Derjenige, der unter dem Tisch die Kabel und Leitungen so legt, dass es funktioniert, dem gelingt der „Hack“. So etwas ist für die Mitglieder von Binary Kitchen der größte Erfolg. Während ihrer Montagstreffen in der Walderdorffstraße 13b haben sie beispielsweise eine Leinwand aus LEDs verwirklicht, auf der Bilder animiert werden können.

Bei Klaus Burkard und der Technologiegruppe von Transition Regensburg steht dagegen die ökologische Ausrichtung im Vordergrund. Sie treffen sich zum Repair-Café. Das ist die Transition-Space. Diese Institution verfolgt das Ziel, dass die Menschen ihre Dinge eher reparieren, anstatt sie wegzuwerfen. Im Repair-Café bekommen sie Hilfe zur Selbsthilfe.

Jetzt haben sich die Gruppen zusammengetan und eine erste Kooperation auf die Beine gestellt. Standesgemäße Unterstützung dafür kommt am Montag nach Regensburg. Es ist der Szenetüftler Mitch Altman. Die Einladung dazu bekam er über den Online-Nachrichtendienst Twitter in Form eines Fotos von den Regensburger Tüftlern.

Altman ist 56 Jahre alt und verdiente sein Geld lange Zeit als Ingenieur, erzählt Sessler. Irgendwann hing er seinen Beruf an den Nagel, weil er sich lieber spielerisch mit der Welt der Erfindungen auseinandersetzen wollte. Als sein Clou gilt eine Ein-Knopf-Fernbedienung, die viele Fernseher gleichzeitig ausschalten kann. „Diese Erfindung war ein Statement und eine Aufgabe zugleich“, sagt Sessler. Inzwischen hat Altman mit seiner Erfindung so viel Geld verdient, dass er durch die Welt reist und den Menschen das Löten beibringt, damit auch sie solche Erfindungen machen können. 35 000 waren es schon. Und am Montag, da kommen die Regensburger noch dazu.

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