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Stobäusplatz: Bald soll es losgehen

Auf Regensburgs „historischer“ Brache sind zwei Hotels und mehr als 100 Wohnungen geplant. Heuer soll Baustart sein.
Von Norbert Lösch, MZ

  • Modellansicht des Komplexes auf dem Stobäusplatz (unten die Greflingerstraße). Foto: MZ-Archiv/Animation: PSP Architekten Berlin
  • Der Stobäusplatz liegt seit Jahrzehnten brach.

Regensburg.Der Vorbescheid wurde schon vor acht Monaten erteilt, am Donnerstag wird das leicht korrigierte Bauvorhaben erneut im Gestaltungsbeirat diskutiert. Damit könnte ein städtebauliches Projekt von herausragender Bedeutung auf dem langen Weg zur Verwirklichung eine weitere Hürde nehmen: die Bebauung des seit Jahrzehnten brachliegenden Stobäusplatzes.

Prinzipiell sind Art und Umfang der Bebauung längst geklärt; der Gestaltungsbeirat wird sich am Donnerstag – womöglich abschließend – mit Details und der leicht veränderten Gestaltung der beiden verbleibenden Plätze auf dem 8000 Quadratmeter großen Areal befassen. Investor ist die Technopark Grundstücksverwaltung GmbH und Co. KG in Grasbrunn bei München. Andreas Aigner, einer der beiden Geschäftsführer, spricht gegenüber der MZ von einer Weiterentwicklung der bisherigen Pläne, die er zusammen mit einem Vertreter der PSP Architekten (Berlin) dem Gestaltungsbeirat vorstellen werde.

Warten auf die Baugenehmigung

„Die Platzsituation wurde den Anregungen des Gestaltungsbeirats entsprechend überarbeitet“, so Aigner. Außerdem sei mittlerweile ein Erschließungsvertrag mit der Stadt Regensburg abgeschlossen. „Jetzt geht es hoffentlich zügig voran, zumal wir ja schon seit dem Sommer einen gültigen Bauvorbescheid haben.“ Parallel zur Diskussion über letzte Details werde derzeit eine Baugenehmigung erwirkt. Ist auch die unter Dach und Fach, stehe einem baldigen Baubeginn nichts mehr im Weg. „Der könnte noch heuer erfolgen, realistisch ist mittlerweile aber das erste Quartal 2016“, so Aigners Prognose.

Verwaltung und Stadtrat begrüßen das Vorhaben auf einem Platz, der nicht gerade zu den Schmuckstücken der Innenstadt zählt. Schon seit 1993 gibt es für das Areal zwischen Weißenburg-, Greflinger- und Landshuter Straße einen Bebauungsplan. Seitdem wird versucht, dort „Stadtreparatur“ zu betreiben – bislang erfolglos. Ein potenzieller Investor schlitterte in die Insolvenz, und zuletzt hatten sich Pläne des Lebensmittel-Discounters Lidl zerschlagen, der auf dem Stobäusplatz einen großen Verbrauchermarkt, Wohnungen und ein Hotel realisieren wollte.

Das Entgegenkommen der Stadt machte es möglich, dass der jetzige Investor seine Pläne in die Tat umsetzen kann. Für das Projekt in der vorgesehenen Form waren nämlich etliche Befreiungen vom nach wie vor gültigen Bebauungsplan nötig. Dieser hätte beispielsweise Gebäudehöhen bis zu 21 Metern, wie sie jetzt vorgesehen sind, nicht zugelassen. Auch bei Abstandsflächen, der Geschossflächenzahl oder der Lage der Zufahrt zu einer Tiefgarage mit 290 Plätzen zeigten sich die Bauverwaltung der Stadt und die Entscheidungsgremien kompromissbereit.

Partner sind Novotel und Ibis

Am Nutzungskonzept habe sich aktuell nichts geändert, sagte Investor Andreas Aigner der MZ. Vorgesehen seien nach wie vor im Dreieck um einen begrünten Innenhof angeordnete, unterschiedlich hohe Gebäude mit unterschiedlich großen Wohneinheiten sowie Flächen für Gewerbe und Gastronomie. Ob es bei den geplanten rund 100 Wohnungen bleibt, hänge auch von der aktuellen Nachfragesituation in Regensburg ab. Fix seien allerdings nach wie vor zwei Hotels, die an den Ecken Weißenburgstraße/Landshuter Straße und Weißenburgstraße/Greflingerstraße platziert werden sollen. Als Betreiber nannte Aigner die Ketten Novotel und Ibis. Zum Investitionsvolumen wollte sich der Unternehmer nicht äußeren.

Zuletzt hatte sich der Gestaltungsbeirat im Oktober 2013 mit dem Projekt Stobäusplatz befasst. Das mit internationalen Architekten besetzte Beratergremium hatte sich schon damals von den Plänen beeindruckt gezeigt, die Architekt Thierry Louvieaux erläuterte, und grundsätzlich Grünes Licht signalisiert.

„Im Vergleich zu den vierstöckigen Gebäuden in der Umgebung sind unsere Hotelbauten gar nicht so hoch“, hatte Louvieaux damals argumentiert. Überdies habe man in den gesamten Komplex einen Innenhof organisiert, der Ruhe sowohl für die Bewohner als auch für die Hotelgäste garantiere.

In der aktuellen Sitzung des Gestaltungsbeirats geht es am Donnerstag ab 13.30 Uhr im Neuen Rathaus (Erdgeschoss) um Details der weiterentwickelten Pläne. Unter anderem steht die Gestaltung der nach außen wirkenden Freiräume und der Fassaden im Fokus.

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