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Sport

Taekwon-Do: Großkampftag in Regensburg

Ein einmaliges Erlebnis: 200 Meisterschüler, Meister und Großmeister des Taekwon-Do kamen zum Bundeslehrgang.
Von Gabi Hueber-Lutz, MZ

Mitglieder des Nationalteams führten Kampftechniken des Taekwon-Do vor – erst in Zeitlupe, dann in der blitzschnellen Ausführung. Fotos: Hueber-Lutz
Mitglieder des Nationalteams führten Kampftechniken des Taekwon-Do vor – erst in Zeitlupe, dann in der blitzschnellen Ausführung. Fotos: Hueber-Lutz

Regensburg.Die Clermont-Ferrand-Halle vibrierte vor Energie und Kraft. Um die 200 Schüler, Meisterschüler, Meister und Großmeister der koreanischen Kampfsportart Teakwon-Do waren nach Regensburg zum Bundeslehrgang gekommen.

Die Veranstaltung war reich an Höhepunkten. Mitglieder des deutschen Nationalteams zeigten eine atemberaubende, temporeiche Vorführung, und Adolfo Krunes, der Leiter des Traditional Taekwon-Do Centers Regensburg, absolvierte an diesem Tag die Prüfung zum sechsten Dan.

Sportlicher Botschafter

Ganz locker stand er kurz vor der Prüfung noch am Eingang, schüttelte Hände, redete in alle Richtungen und zeigte keine Spur von Aufregung. Nein, er sei ganz entspannt, versicherte er und erzählte begeistert vom Besuch mit dem Nationalteam in Moskau beim deutschen Botschafter. Er selber sei ja so was wie der Außenminister des Verbands. Deshalb sind die Sportler trotz großer Parallelveranstaltungen an diesem Tag nicht nur aus vielen Teilen Deutschlands gekommen, sondern auch aus Österreich und Italien.

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Taekwondo-

Hochrangige Vertreter des Verbands trainierten zunächst die Sportler entsprechend ihrer Gürtelfarben. In jedem Teil der Halle herrschte ein Wechselspiel aus Kommando und Ausführung. Lautstark kam der Kampfschrei nach jeder Aktion aus vielen Kehlen. Dem intensiven Training in den Gruppen folgte der erste Höhepunkt der Veranstaltung: die Vorführungen der Großmeister und des Nationalteams. Alle Taekwon-Do Kämpfer hatten sich in der Halle versammelt. Vorne die Träger der Schwarzgurte, hinten die Einsteiger mit den weißen Gürteln. Großmeister Hans Kaiser gibt die Befehle, und das Bild ist beeindruckend, wie an die 200 Frauen und Männer, Kinder und Ältere in die gleichen schnellen und kraftvoll ausgeführten Bewegungen verfallen.

Akkurat und blitzschnell

Dann ist die Crème de la crème dran: das Nationalteam. Die Mitglieder zeigen Kampftechniken, akkurat und blitzschnell ausgeführt. Für den Außenstehenden lässt sich die Wucht nur erahnen, mit der ein solcher Kick treffen würde. Immer muss der Schlag kurz vorher abgefangen werden.

Anders bei den Bruchtests. Stapelweise liegen viereckig gesägte Holzbretter in der Halle. Im Laufe des Nachmittags werden sie alle zerlegt. Die Bruchtests demonstrieren Technik, nicht die schiere Kraft. Manche Taekwon-Do Kämpfer fallen leichtfüßig in einen Spagat, lassen die Bretter am Boden ihrer Beinspanne anpassen für die späteren Kicks. „Sie sollten das nicht zuhause ausprobieren“, rät Krunes schmunzelnd dem Publikum. In Zeitlupe führen sie erst einmal vor, was sich dann im Bruchteil einer Sekunde abspielen wird.

Aber nicht immer brechen die Bretter. Manchmal braucht es einen zweiten oder dritten Anlauf, mehr Versuche gibt es nicht. Und auch beim dritten Mal bleiben die Bretter manchmal ganz.

Nun sind die Schüler von Adolfo Krunes an der Reihe, und fast unmerklich wird aus der Vorführung die Prüfung für den Großmeister selbst. Thomas Weiß, selbst Träger des sechstens Dans und in der Vorstandschaft des Verbands, erläutert den Zuschauern die Bedeutung einer solchen Prüfung. Bei den Prüfungen zu den ersten Dan-Graden zeige man, was man vom Taekwon-Do bekommen habe. Bei den höheren Dan-Graden komme das hinzu, was man zurückgibt. Deshalb ist ein wesentlicher Bestandteil einer Prüfung zum höheren Dan-Grad die Arbeit mit den Schülern, das Lehren. Und deshalb beginnt die Prüfung für Adolfo Krunes bereits zu einem Zeitpunkt, als das nur für den sehr sachkundigen Teil des Publikums ersichtlich ist. Die Schüler zeigen dabei nicht nur die Beherrschung der Techniken, sondern auch die Disziplin, den Respekt, den Kampfgeist und den Teamgeist, der in der Schule herrscht.

Prüfung zum sechsten Dan

Dann ist der Großmeister alleine dran. „Die meisten von euch werden sich so etwas nur einmal im Leben anschauen können“, kündigt Thomas Weiß an. Er und Hans Kaiser nehmen die Prüfung ab. Es wird still. Adolfo Krunes beginnt mit dem Formenlauf, baut dann seine Bruchtests aus Holz und Ziegelsteinen auf.

Nicht alles klappt auf das erste Mal. Aber muss es auch nicht, die Herausforderung gehört dazu. Das Allerwichtigste überhaupt sei, nicht aufzugeben, spornt Moderator Erik Rettig an. Krunes lacht, der Schweiß rinnt ihm von der Stirn, er nimmt Maß und dann krachen Holz und Ziegel zusammen.

Der Jubel ist groß und auch der Applaus, als ihm die Urkunde überreicht wird und der neue Gürtel auf dem roten Samtkissen hereingebracht wird. Mit befreitem Lachen nimmt Adolfo Krunes sie entgegen.

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