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Ernährung

Veganer demonstrieren für Tierrechte

Eine Menschenkette im Regensburger Zentrum warb für ein Leben ohne Tierprodukte. Teilnehmer wehrten sich gegen Vorurteile.
Von Daniel Geradtz, MZ

  • Mit einer stillen Demonstration wollten die Tierschützer die Passanten erreichen. Foto: Lex
  • Die Teilnehmer formulierten Statements. Foto: Lex
  • In der Maxstraße bildete sich eine Menschenkette. Foto: Lex

Regensburg.Immer mehr Menschen versammeln sich in der Maximilianstraße. Sie bilden eine Schlange – und die wird von Minute zu Minute länger. „Ich lebe vegan, weil...“ steht auf den Schildern, die die Teilnehmer der ersten Vegan-Demo in Regensburg in ihren Händen halten.

Mit einer stillen Kundgebung haben Menschen am Samstagnachmittag ausgedrückt, warum sie sich für ein veganes Leben entschieden haben. Die beiden regionalen Tierschutzvereinen Animal Revolution und Tierrechte Aktiv organisierten die Veranstaltung, der bundesweit arbeitende Verein Animal rights watch (Ariwa) unterstützte sie dabei.

Stiller Protest – stille Resonanz

„Die Standardfrage lautet immer, wie man sich überhaupt ohne Eier und Milch ernähren könne“, erklärt Mandy Hübner, Vorsitzende von Tierrechte Aktiv. Die Leute hätten einen Eindruck davon, was es bedeute vegetarisch zu leben. Doch vom vollständigen Verzicht auf tierische Produkte hätten nur wenige konkrete Vorstellungen. „Man kann sich sehr gut vegan ernähren. Das heißt nicht, dass man auf etwas verzichten muss“, führt sie weiter aus.

Die meisten Regensburger Passanten werfen beim Vorbeigehen einen Blick auf die Schilder. Nur wenige suchen den Kontakt zu den Demonstranten. Das sei bei dieser Protestform üblich, sagen die Veranstalter. Nur ganz wenige würden sich aufdrängen und ihnen entgegentreten, um die Gründe für ihren Fleischkonsum zu erklären. Die Diskussionen verliefen für beide Gruppen meistens fruchtlos.

Mandy Hübners Ehemann Florian Hübner findet, dass vegane Ernährung viele Vorteile mit sich bringt. „Es ist günstiger. Außerdem ist es für den Körper gesünder und man ist leistungsfähiger. Deswegen steigen immer mehr Profisportler auf eine vegane Ernährung um“, erklärt der Vorsitzende von Animal Revolution. Er spricht davon, dass der Lebensstil ideal sei, um den „Wohlstandskrankheiten unserer Gesellschaft“ wie Bluthochdruck vorzubeugen.

Immer wieder würden Aktivisten mit Vorurteilen konfrontiert, was die gesundheitlichen Aspekte betrifft. Doch auch vegane Ernährung könne vielseitig sein, sagt Simon Anhut von Ariwa. Sie bestehe nicht nur aus Sojaprodukten als Fleischersatz. Neben regionalem Gemüse würden beispielsweise auch Lupinen oder Reismilch in veganen Gerichten verarbeitet.

Bundesweite Aktion

  • Initiatoren:

    Die Aktivisten von Animal Rights Watch (Ariwa) haben in diesem Jahr zum ersten Mal Vegan-Demos veranstaltet. Der bundesweit agierende Verein Ariwa kooperiert bei der Ausrichtung der Demonstrationen mit regionalen Organisationen. Nach eigenen Angaben von Ariwa konnte der Verein in den vergangenen Jahren bereits einige Problembereiche in Mastbetrieben aufdecken.

  • Veranstaltungen:

    Die Regensburger Demonstration begann um 12 Uhr, als die Aktivisten die Plakate gestalteten. Im Juli fand die erste Demo in Hannover statt. Damals versammelten sich etwa 90 Personen zum stillen Protest. Inzwischen wurden deutschlandweit rund 20 Demos in verschiedenen Städten organisiert. In den Städten Hannover, München und Paderborn haben bereits Nachfolgeveranstaltungen stattgefunden.

  • Pläne:

    Im kommenden Jahr soll die Reihe mit acht weiteren Veranstaltungen fortgesetzt werden.

Veranstalter loben Erfolg der Aktion

Die Wertschätzung der Umwelt und Natur ist ein zentraler Grund, weshalb sich Menschen für die vegane Ernährung entscheiden. Für die Demo-Veranstalter spielt zudem der Tierschutz eine entscheidende Rolle. Auch Tiere hätten, so wie Menschen, ein Recht auf Unversehrtheit. Über sie zu bestimmen, stehe dem Menschen nicht zu.

Den Verlauf der stillen Protestaktion werten die Veranstalter selbst als Erfolg. Es nehmen mehr Menschen teil, als sich zuvor angekündigt hatten. Mandy Hübner findet: „Wir können niemanden von heute auf morgen zum Vegetarier machen. Aber wir wollen das Thema in die Köpfe der Leute kriegen und sie zum Nachdenken anregen.“

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