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„Wir stehen am Abgrund“, sagt der OB

Regensburg wird Stadt der Zombies. OB Joachim Wolbergs hält eine „Rede zur Lage der Nation“ – alles für eine Rock-Revue.
Von Angelika Lukesch, MZ

  • Die Regisseure Jens Schmidl (rechts), Gerwin Eisenhauer (Mitte) instruieren Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, wie er seine „Rede zur Lage der Nation“ halten soll. Foto: Lukesch
  • Bereits im Oktober wurden die Sequenzen für den Zombie-Film am Haidplatz gedreht. Foto: Bockholt

Regensburg.Stellen Sie sich vor, eine Apokalypse wird wahr! In Regensburg bricht eine Virus-Epidemie aus, die aus gesunden, lebendigen Menschen blutunterlaufene, graugesichtige, halb verweste „Untote“ macht. Diese Zombies erobern die Stadt und verbreiten das grauenvolle Virus immer weiter, bis weit mehr als die Hälfte der Stadtbevölkerung infiziert ist. Die Menschen werden von schrecklichen körperlichen Verwesungsprozessen unterzogen, sind frei von Emotionen und eigenem Willen und ziehen schlurfen als tödliche Bedrohung schlurfend, grunzend und Schrecken bringend durch die Straßen, Gassen und über die Plätze.

Uraufführung im Velodrom

Angesichts einer solchen entsetzlichen Bedrohung ist klar, dass Oberbürgermeister Joachim Wolbergs via Fernsehen eine „Rede zur Lage der Nation“, respektive der Stadt hält. Diese letzte Rede des Stadtoberhauptes wird im historischen Reichstagssaal aufgezeichnet.

Natürlich ist das nur eine gruselige Geschichte, die in der Rock-Revue „Der Sommernachtsalbtraum auf St. Emmeram“ im Januar 2015 in Velodrom uraufgeführt werden soll. Die Idee dazu hatten Gerwin Eisenhauer und Jens Schmidl. Zusammen mit dem Intendanten des Regensburger Stadttheaters, Jens von Neudorff-Enzberg, haben sie das Projekt mit Musikern der hiesigen Szene realisiert.

Da der Intendant ohnehin vorhatte, mit verschiedenen Partnern aus der Regensburger Kulturszene zusammenzuarbeiten, ergab sich diese Kooperation, die das Zombie-Genre mit dem Rock‘n‘Roll zusammenschweißt.

Den Inhalt der Geschichte erzählt Erwin Eisenhauer am Rand des Videotakes: „Es gibt eine neue Livesendung fürs Fernsehen aus Regensburg... aus dem TV-Studio Durchlaucht TV auf Schloss St. Emmeram. Am Tag, als die neue Show mit Talk und Musik auf Sendung geht, geschehen seltsame Dinge in Regensburg. Ein Virus greift um sich und die Bewohner werden zu Untoten, die immer mehr die Stadt bevölkern und auch das Theater angreifen…“ In diese Situation hinein passt ein Video-Auftritt mit Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, der eine Rede zur „Lage der Nation“ hält. Beim Videodreh im historischen Reichssaal legt Wolbergs die Bürgermeisterkette an, um seinem Auftritt die nötige Bedeutung zu geben. Der Kameramann von „Durchlaucht TV“ (Tilmann Grimm) baut die Kamera auf, die Regisseure und Autoren Jens Schmidl und Gerwin Eisenhauer arrangieren den Hauptdarsteller vorm Stadtwappen.

Eine Stadt der Untoten

Die Rede, die bei der Rock-Revue im Velodrom eingespielt werden soll, haben die Regisseure Schmidl und Eisenhauer niedergeschrieben. Für den Oberbürgermeister ist die Aufgabe nicht sehr schwer. Da er sich schon immer einmal, wie er bemerkt, schauspielerisch betätigen wollte, fühlt sich Wolbergs voll und ganz in die Rolle und die vorgegebene Situation der Zombie-Katastrophe ein.

Mit ernstem Gesichtsausdruck beginnt er seine Ansprache mit den Worten: „Liebe Bürgerinnen und Bürger von Regensburg, ich wende mich heute an Sie alle, weil unsere geliebte Stadt vor der schlimmsten Katastrophe steht, die sich seit dem schneereichen Winter vor drei Jahren ereignet hat. Ein unbekannter Virus hat Bayern heimgesucht und die Wurzel des Übels scheint aus unserem geliebten Regensburg zu kommen… Was niemand sich in seinen schlimmsten Albträumen ausgemalt hätte, ist Realität: Regensburg ist von Untoten, besser bekannt als Zombier eingenommen!“

Der Oberbürgermeister improvisiert an verschiedenen Stellen und gibt dem Auftritt eine beängstigende Tiefe. „Wir stehen an einem Abgrund...“ sagt er mit dramatisch geladener Stimme.

Wolbergs verkündet Untergang Regensburgs

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