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Fürsorge

Wissen für den Kinderschutz

Vernachlässigung ist so häufig wie Misshandlung. Die „Regensburger Arbeitsgemeinschaft gegen Gewalt an Kindern“ klärt auf.
Von Flora Jädicke, MZ

Günter Kampf, Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Günter Tischler (von links) stellten die neue Broschüre vor.
Günter Kampf, Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Günter Tischler (von links) stellten die neue Broschüre vor. Foto:Jädicke

Regensburg.Die Vernachlässigung von Kindern ist ein vernachlässigtes Thema, auch in den Medien. Dessen sind sich Experten und die Regensburger Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer sicher. Anders als der blaue Fleck oder der gebrochene Arm, die oft sichtbare Zeichen von Misshandlungen sind, bleibt die Vernachlässigung eines Kindes meist im Diffusen und unentdeckt.

Dennoch weiß man inzwischen, dass etwa bei der Hälfte aller Familien, die Erziehungshilfen durch das Jugendamt erhalten, Vernachlässigung eine große Rolle spielt. In Regensburg sind rund 500 Kinder und Jugendliche betroffen. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher. „Diese Kinder zu schützen ist eine der vordringlichen Aufgaben der städtischen Gemeinschaft“, sagte Maltz-Schwarzfischer bei der Präsentation der neuen Auflage dreier Broschüren, die die „Arbeitsgemeinschaft gegen Gewalt an Kindern“ (AGGGK) unter Federführung der jugend- und familientherapeutischen Beratungsstelle der Stadt herausgibt.

Günter Kampf, der Leiter der Beratungsstelle, und Jugendamtsleiter Günter Tischler betonten die Bedeutung des Netzwerks. Neben den wichtigen Fortbildungen sorge gerade die fachübergreifende Zusammenarbeit aller, vom Hort bis zum Kinderarzt und der Polizei für ein hohes Maß an Kompetenz. Statt sich in der Arbeit zu behindern, könne man im Netzwerk gemeinsam mehr für das Wohl des Kindes erreichen, sagte Günter Kampf.

Die Broschüren richten sich an Pädagogen und Fachkräfte in Krabbelstube, Kindergarten, Hort und Schule, sowie an Pflegepersonal und Ärzte in Kinderkliniken. Ziel ist es, Vernachlässigung und Missbrauch anhand von standardisierten Kriterien (Beobachtungsfragebogen) früh zu erkennen und mit dem Know-how aller Einrichtungen darauf reagieren zu können.

AG gegen Gewalt an Kindern

  • Meldungen:

    Die Gefährdungsmeldungen lagen 2014 bei 411 Meldungen. Deutlich weniger als 2012. 2014 wurden aber mit 155 Fällen deutlich mehr Kinder in Obhut genommen als noch drei Jahre zuvor.

  • Kooperation:

    Die AGGGK besteht seit 1990 und bemüht sich in fachübergreifenden Kooperationen um das Wohl der Kinder.

  • Informationen unter: erziehungsberatung@regensburg.de

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